Meiner Mutter.
1. Aus Kindertagen kommt ein Bild mir wieder Im Reigen ſeliger Erinnerungen, Wie oft des Abends mich Dein Arm unſchlungen, Als über's Aug' mir ſanken leis die Lider;
Dann rauſcht' es wohl um mich wie Traumgefieder, Doch ſind im harben Schlaf zu mir gedrungen Die frommen Weiſen, die Du mir geſungen: Mir war's, als wehten Himmelsklänge nieder.
O, laß das Haupt in Deinen Schooß mich legen, Laß Deine Hände ruhn auf meiner Stirne
Und Liedern mich vergang'ner Tage lauſchen!
Dann weicht das Fieber aus dem kranken Hirne,
Des Friedens Ahnung wird mich ſanft umrauſchen,
Und ſcheid' ich von Dir, leitet mich der Segen.
2. Mir träumte, Du ſeiſt geſtorben, Und ließeſt mich allein, Und ich, ich war verdorben, Verzehrt von Gram und Pein.
Wie brannten die Schmerzen, die herben, Die Seele mit wilder Macht—
O könnt' ich, könnt' ich ſterben!—
Da— bin ich vom Schlaf erwacht.
Da drangen ſo leicht und golden Die Sonnenſtrahlen herein,
Als ob ſie gießen wollten
Ins Herz mir allen Schein;
Da wallten die Morgenlüfte
So friſch mir über das Haupt, Und brachten mir Balſamdüfte, Von Wald und Blumen geraubt.
Du friſches Morgenwehen,
Du Licht aus wonnigem Raum— Wie lehrt ihr ſelig verſtehen,
Daß Alles nur ein Traum!—
Novellen⸗Jeitung.
Literariſche Briefe van Otto Banck.
Karl X. Guſtav. Hiſtoriſcher Roman von Bernd von Guſeck. Wien, Markgraf u. C.
Sie finden wie immer auch diesmal an dem Ver⸗ faſſer einen leichten, gewandten Darſteller. Er ver⸗ bindet mit ſeiner raſchen, flüſſigen Art zu erzählen, die ohne künſtleriſche Anforderungen im höheren Sinne iſt, eine geſchichtliche Umſicht über ſolche Gebiete, in denen er ſich ergehen will.
Hier ſind es jene Kämpfe, welche der kühne Schwedenkönig Karl X. Guſtav zur Vergröͤßerung d ſchwediſchen Herrſchaft führte, da er außer Pommern, welches ja damals auch den Schweden unterlegen war, gern wieder Dänemark unter ſeine Krone bringen, wenigſtens demüthigen wollte. Polen, das Kurfür⸗ ſtenthum Brandenburg und noch andere Staaten wur⸗ den in dieſen Streit verwickelt, und die unglückliche deutſche Erde der Oſtſeeprovinzen, beſonders Holſtein und Schleswig, welche ſich kaum wieder zur Cultur erholt und zu Fruchtfeldern umgeſchaffen hatte, wurde auf's Neue mit Blut gedüngt.
Ich halte es für den beſten Vortheil, der aus
ſolchen geſchichtlichen Darſtellungen, wenn ſie auch
noch ſo flüchtig und ungründlich ſind, erwächſt, daß der zum Nationalbewußtſein kommenden Gegenwart wenigſtens gezeigt wird, wie ihr Vaterland immer nur ein Opfer räuberiſcher Cabinetspolitik war und die Blüthe der Nation zur Befriedigung der Launen der Gewaltherrſchaft von der Kriegsfurie zertrümmert wurde.„
Das Volk hätte wohl mit Recht eine dreißigjäh⸗ rige Ruhe hoffen dürfen, denn der dreißigjährige Krieg
hatte erſt kürzlich ausgetobt. Doch man achtete nur
auf die Iatereſſen der Fürſten, nicht auf die der Un⸗ terthanen. Ueber die Art der Heeresaufſtellung in dieſer Zeit gleich nach dem dreißigjährigen Kriege giebt Guſeck als ein Kenner dieſes Gebietes den Mi⸗
litärfreunden eine intereſſante Detailſchilderung.
Er erzählt ihnen, daß Karl X., dieſer bedeutende
Feldherr, ſein Heer in zwei Treffen außzuſtellen pflegte, ganz nach der Schlachtordnung, welche weiland Guſtav Adolph, der geniale Schöpfer neuer Formen im Kriegs⸗ weſen, eingeführt hatte. Nur die allzu leicht geglie derte Brigadeſtellung, deren Vorzüge Karl in den letz ten Schlachten des dreißigjährigen Krieges nicht mehr wahrgenommen, ſchaffte er ab. Voran ſtand eine An⸗ zahl von Pikonieren, ſechs Mann tief; hinter ihr ent⸗ weder geſchloſſen auf die Mitte oder getheilt und beide Flügel überragend ein paar Musketier⸗Pelotons, wie⸗ der dahinter eine größere Linie von zwei Pikonier⸗
und drei Musketierabtheilungen, abwechſelnd gemiſcht.
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