Jahrgang 
31-52 (1863)
Seite
536
Einzelbild herunterladen

ehedem vor ihrem geiſtigen Auge auf.

ren am Guate Neue ehuneſer, die Du gemordet haſt!

Der Baron ſuchte ſeine innere Angſt unter einem Lächeln bittren Hohns zu verbergen.Ich trage keine Schuld an dem Tode Eurer Schweſter, entgegnete er,ſie mußte ſelbſt wiſſen, daß es Thorheit war, an eine Heirath mit dem Baron von Siewers zu den⸗ ken. Ihnen aber, Herr Rittmeiſter, bin ich zu großem Dank verpflichtet, daß Sie dieſen Tollhäusler hierher gebracht haben.

Ich traf ihn geſtern Abend auf der Landſtraße, als ich von meinem Commando zurückkehrte. Er er⸗ zählte mir, daß er vom Grabe ſeiner Schweſter komme und eine heilige Miſſion in unſrer Garniſon zu er⸗ füllen habe. Als ich heute Morgen die näheren Um⸗ ſtände erfuhr und gleichzeitig die Nachricht von Ihrem ſauberen Vorhaben erhielt, faßte ich den Entſchluß

Ich gratulire Ihnen zu der Belohnung, fiel der Baron ſarkaſtiſch ihm in's Wort,aus eigenem Antriebe werden Sie den Schritt nicht unternommen haben, ich weiß, Uneigennützigkeit iſt Ihre Sache nicht.

Ständen Sie noch im Regiment, würden Sie mir mit dem Degen in der Hand für dieſe Worte Rechenſchaft geben, fuhr der Rittmeiſter, ohne ſich zu ereifern, fort,mit einem Civiliſten ſchlage ich mich wegen einer ſolchen Lappalie nicht.

Die Töne des Pt thorns erklangen in dieſem Augenblick unter den Fenſtern des Wartezimmers. Der Baron bot Cora den Arm, doch dieſe wies ihn entrüſtet zurück. Dank der imponirenden Ruhe des Rittmeiſters, welche ſie mehr überzeugt hatte, als die wilde Gereiztheit des Fremden, war der Zauber, der ihre Seele gefeſſelt hielt, plötzlich gewichen, ſie blickte hinunter in den klaffenden Abgrund, der vor ihren Füßen lag, ſah hinter ſich das lachende Thal voll Blüthen und Sonnenſchein, welches für immer zu ver⸗ laſſen ſie im Begriff ſtand, und das halb vergeſſene Bild des Bräutigams tauchte wieder farbenfriſch wie Der erkünſtelte Groll war geſchwunden, die alte Liebe zog wieder triumphirend in das verödete Herz ein, und mit Ab⸗ ſcheu wandte ſie ſich von dem Manne ab, der auf Blumenpfaden ſie an den Abgrund geführt hatte. Jetzt erſt lag ſeine Seele offen vor ihren Blicken, und ſie dankte dem Himmel, daß er ihr noch früh⸗ zeitig genug die Augen geöffnet hatte.Gehen Sie, mein Herr, wandte ſie ſich zu dem Baron, der dieſe Weigerung nicht erwartet hatte und zähneknirſchend, mit geballten Fäuſten, gleich einem ertappten Verbre⸗ cher vor dem zürnenden Mädchen ſtand,wir Beide haben nichts miteinander gemein; möge der Himmel

5³⁶

Novellen⸗Zeitung.

mir verzeihen, daß ich durch Ihre glatten Worte mich bethören ließ!

Der Baron bezeigte im erſten Augenblick Luft, das Mädchen mit Gewalt in den Wagen zu ſchleppen, aber die drohende Haltung des Rittmeiſters, der nun die Fauſt, welche den Arm des Fremden umklammerte, zu öffnen brauchte, um ein lichen Feind auf ihn zu hetzen, bewog ihn dieſes Vor⸗ haben fallen zu laſſen. Er ging. In demſelben Augen⸗ blick, in welchem er das Zimmer verließ, um in den Poſtwagen zu ſteigen, wurde eine an re geöffnet, und Wilhelmine trat ein, an deren Bruſt Cora ein Aſyl fand. E 3

Der Rittmeiſter ließ, als der Wagen abgefahren war, den jungen Mann los, und dieſer eilte ohne Zögern hinaus, um der Extrapoſt zu folgen. Nach

chen.Andreas! ſchluchzte ſie. zeihen?

Er wird! entgegnete Wilhelmine.Darum ſei getroſt und denke, das Schickſal habe Dich nur prüfen wollen.

Und wie habe ich die Probe beſtanden? ver⸗ ſetzte das weinende Mädchen.Ohne den Beiſtand dieſes wackeren Mannes

Er iſt mein Bräutigam, ſiel Wilhelmine ihr in's Wort,er wird Dein Geheimniß bewahren.

Der Rittmeiſter hatte nicht erwartet, das Jawort vor Ablauf der Bedentkzeit ſchon zu erhalten, um ſo freudiger überraſchte es ihn jetzt, er umarmte das er⸗ glühende Mädchen und drückte einen Kuß auf ihre Lippen.Säumen wir jetzt nicht länger, verſetzte er,vor Mitternacht werden wir ſchwerlich in die Stadt zurückkommen. Ihre Angehörigen ſind gewiß jetzt ſchon in großen Sorgen um Sie.

Ja, fahren wir zurück, nahm Cora das Wort, und ihre Stimme klang feſt und entſchieden,ich will

Wird er mir ver⸗

ſeiner Liebe noch werth bin!

Der Dotctor ſchüttelte ernſt und bedenklich das

Ereigniſſe des vergangenen Abends erzählte; in ſeinen

heiligſten Gefühlen gekränkt, wies er jede Annäherung

barſch und rauh zurück. Er wollte von der Treuloſen nichts mehr wiſſen, die ſo ſchwer an ſeiner Liebe ge⸗ frevelt hatte.

Cora konnte die Gründe ihres Bräutigams nur

dann, wenn ſie wußte, daß Andreas ausgegangen war, ſtieg ſie hinunter in das Wohnzimmer, um vor der

erbitterten, unverſöhn⸗en

einer langen peinlichen Pauſe erhob Cora das Köpf⸗

Andreas Alles mittheilen, er mag entſcheiden, ob ich

Haupt, als Wilhelmine ihm am nächſten Morgen die

ehren; um ſeinen Zorn nicht zu reizen, blieb ſie wäh⸗ rend der erſten Wochen in ihrem Zimmer und nur

ute, d uſch Net alle kreſter 11l hewege a Unrech Schul Sera nic act öffn in den 2 ediegene annte, v. e Verge zericht; ſten G lund Cor⸗

2 verſt eommer ad den in and mit zer i ſileich die ſein ſie ſegange vuch d ſieß de rund di ehdffnu nedde, ſ gefe dem nicht dem das räͤthi wie and nicht ſſtaun Sräh Line Stur vot d rgrif hende d, in Perle ierlor ein

Ah

2