Jahrgang 
31-52 (1863)
Seite
535
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Vierte Folge.

de Reſiden Lächeln freudigen Triumphs flog über die Züge des er! tnuen un arons, er ſah dem Wagen eine Strecke nach und u Van ſpäta ging dann ins Haus zurück. Auch der Hauſirer hatte ch intereſſin gus einem Fenſter des Erdgeſchoſſes das Abfahren hes Wagens bemerkt, auch über ſeine Züge glitt ein Lächeln des Triumphs, und es war ein Glück, daß her Blick des Barons nicht auf das Antlitz jenes ſtill vor ſich hin lächelnden Mannes fiel, ſein Argwohn würde gewiß durch daſſelbe geweckt worden ſein. Aber es war auch gut, daß der Wirth vollauf zu thun hatte dei dem Schur und dem Hauſirer, der in der Schenkſtube noch immer terte ihn ein, dei dem erſten Glaſe ſaß, keine Aufmerkſamkeit ſchen⸗ drige, und et ien konnte, denn der verkappte Rittmeiſter glich in Ritung ſeiner Gang, Sprache und Haltung des Körpers zu wenig unkelheit wird ünem Hauſirer, als daß er darauf rechnen durfte, ſelbſt mein Burſche, in unbefangenes Auge auf die Dauer zu täuſchen. neben mit auf Von Zeit zu Zeit ſchaute ein gebräuntes, verwittertes ſo ebenſo früh Antlitz durch die halbgeöffnete Thüre in das Zimmer, ſich eine ſolce, um mit dem Hauſirer einige Blicke und Worte zu Das Uebrig wechſeln, ein Antlitz, bei deſſen Anblick man ſich der t gebe Ihng Bermuthung nicht erwehren konnte, daß daſſelbe der die Ennnpeß nterſten Volksclaſſe angehören müſſe. Dazu ſpiegelte iich in den glühenden Augen, welche ſtechend unter

den entſchet den buſchigen Brauen hervorblitzten, ein unverſöhn⸗ dlicher, dämoniſcher Haß, während um die dünnen,

ſugte das ſeſtgeſchloſſenen Lippen ein Zug eiſerner Energie lag. p g 8 9

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den zur Poſt⸗ 5 ich ihn vom

Es war ſchon ſpät, als die Gäſte endlich auf⸗ rachen, um den Rückweg anzutreten. Bereits vorher hatte der Hauſirer das Gaſthaus verlaſſen und den Kutſcher des erſten Wagens hinter eine Hecke geführt, wo die beiden Männer raſch und unbemerkt ihre Röcke wechſelten. Als der Baron nach ſeinem Wagen rief, öffnete der Rittmeiſter, der den Kragen ſeines Kut⸗ ſchermantels in die Höhe gerichtet hatte, ſo daß von ſeinem Geſicht wenig mehr, denn die Naſenſpitze zu ſehen war, die Thüre, ließ die Beiden einſteigen und ſchwang ſich dann auf den Bock, von welchem jenes werwitterte Antlitz mit den ſtechenden, glühenden Au⸗ gen bereits in die kalte, dunkle Mitternacht ſchaute. Die Poſtſtation war ungefähr drei Meilen ent⸗ fernt, der Rittmeiſter verſtand ſich vortrefflich auf die fuuß, Peitſche und Zügel zu regieren; mit einer ra⸗

uden Eile, welche die gerechte Beſorgniß Cora's er⸗ tegte, rollte der Wagen über die Landſtraße, und eine halbe Stunde vor dem nach der Berechnung des Ba⸗ dut tons feſtgeſetzten Zeitpunkte hielt derſelbe bereits vor n in's 1 dem Poſthauſe. Es lag in der Abſicht des Rittmei⸗ hle, lagene ſters, früher anzukommen, und er hatte, Dank der und Ausdauer der Pferde, ſeinen Zweck vollſtändig erreicht. en u w Der Bäron zog die Stirne in Falten, daß der Kut⸗ e dieſe di ſher, der doch ſeinen Lohn bereits erhalten hatte, 4 4 9 ihm in das Wartezimmer folgte; vermuthend, derſelbe nfahren. 1 9

t.Das ent⸗ an welches u d die Geſell⸗ II, Kopfweh n vor; man dt zu begler en; beharten wollen, und h zu nehmen, wir teeffen tmeiſter hatte er ffnete jebt Hausflur und urüchukehren. zu, indem et der Name det

Anordnungen gtritt in den Werk

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wolle auf ein Trinkgeld Anſpruch machen, ſtand er ſchon im Begriff, die Börſe aus der Taſche zu ziehen, als der verkappte Rittmeiſter Mantel und Mütze ab⸗ warf und ſeinem Begleiter winkte, näher zu treten.

Was ſoll dieſe Komödie? brauſte der Baron auf, in deſſen Seele ſofort die Ahnung aufſtieg, daß man ſeine Flucht mit Cora vereiteln wolle.

Einer Bethörten die Augen öffnen und Ihnen die Maske abreißen, entgegnete der Rittmeiſter ruhig. Wir wollen nicht die Motive unterſuchen, welche Sie veranlaßt haben, dieſe Dame zur Flucht aus dem Hauſe, in welchem ſie ſeit ihrer erſten Kindheit Auf⸗ nahme fand, zum Verrath an dem Bräutigam zu über⸗. reden, nur zeigen will ich dieſer Betrogenen, vor welchem Abgrunde ſie ſteht, nur einen Blick ſie wer⸗ fen laſſen in das Gewebe, welches Sie meiſterhaft zu ſpinnen verſtehen.

Und wozu dieſe Mühe? verſetzte der Baron im Tone beißenden Spotts.Fräulein Sand folgt mir freiwillig, und Niemand hat ein Recht, ſie gegen ihren Willen zurückzuhalten.

Der Rittmeiſter trat zur Seite, und jetzt erſt ſah der Baron in die glühenden Augen des Fremden, deren ſtechende Blicke ſich tief in ſeine Seele bohrten. Erdfahle Bläſſe überzog ſeine Wangen, er fühlte, daß der Boden unter ſeinen Füßen wich.

Kennt Ihr mich noch? fragte der Fremde nach einer Pauſe, die für Cora wie für den Baron gleich peinlich war.Erinnert Ihr Euch noch der ſchönen, blühenden Thereſe, die Ihr verführt, entehrt und ver⸗ laſſen habt, die Ihr in Elend und Schande ſtürztet? Sie ſtarb, und das Kind, hört Ihr, Euer Kind ruht unter dem Raſen in ihren Armen, aber ihr Bruder lebt noch, er hat Euch verfolgt, er ſteht jetzt vor Euch, um Rechenſchaft zu verlangen, Rechenſchaft und Genugthuung!

Pah, was kümmert mich Seine Schweſter! rief der Baron mit bittrem Hohn, während er ſich zwang, ſeine Faſſung zu behaupten.Wenn man Ihn an⸗ ſieht, kann man ſchon denken, was Seine Schweſter zu ihren Lebzeiten geweſen iſt!

Gleich einem gereizten Thiere der Wildniß warf der junge Burſche ſich auf ſeinen Gegner, und nur die Geiſtesgegenwart und Kraft des Rittmeiſters ret⸗ tete dieſem das Leben. Die Fauſt des jungen Man⸗ nes hatte die Gurgel des Barons feſt umklammert, und der Rittmeiſter mußte ſeine ganze Kraft aufbieten, die Beiden zu trennen.

Ich werde Dich verfolgen bis an's Ende der Welt! rief der Fremde vor Wuth bebend,zu meinen Füßen will ich Dich todt ſehen, ich habe es geſchwo⸗