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das Mädchen ſich in die Wagenecke zurück und hing ihren Gedanken über den Plan nach, den der Ritt⸗ meiſter zur Vereitelung der Entführung entworfen haben mochte. Cora ſaß neben dem Baron ihr gegen⸗ über, ſie ſcherzte, plauderte und lachte, und Wilhel— mine ſchien es, als wolle das bethörte, verrathene Mädchen die innere Stimme durch erzwungene Heiter⸗ keit betäuben. Sie nahm an der Unterhaltung nicht Theil, hinausſchauend auf die feierliche Winterland⸗ ſchaft, tauchte gar oft das Bild des Rittmeiſters mit den ſeelenvollen dunkeln Augen, der hohen ernſten Stirne und den edlen männlichen Zügen vor ihren Augen auf.
Das Ziel der Reiſe war im Allgemeinen ein kleines Dorf und ins Beſondere ein Gaſthof, der am Fuße eines Berges lag und wegen der reizenden, ro⸗ mantiſchen Gegend im Sommer faſt täglich von Ge⸗ ſellſchaften und Naturfreunden beſucht wurde.
Der Baron hatte ſchon für Alles Sorge getragen, die kleine Geſellſchaft fand den Kaffee bereits auf dem Tiſche und den Saal mit Kränzen und Guirlanden geſchmückt. Als Wilhelmine ausſtieg, fiel ihr Blick auf einen Hauſirer, der vor der Thüre des Gaſthauſes unter einem Baume ſaß und ihr raſch und verſtöohlen durch einen Wink zu erkennen gab, daß er mit ihr zu reden wünſche. Sie that, als habe ſie den Mann nicht bemerkt, und ſüychte, nachdem ſie im Saale Hut und Mantel abgelegt hatte, einen ſchicklichen Vorwand, die Geſellſchaft für einen Augenblick zu verlaſſen. Der Hauſirer war inzwiſchen in ein Hinterſtübchen gegangen; als das Mädchen über den Gang ſchritt, öffnete er raſch die Thüre, und Wilhelmine trat ein. Sie er⸗ kannte jetzt, nachdem der Händler die Pelzmütze und die grüne Brille abgelegt hatte, den Rittmeiſter, der vorſichtig die Thüre verſchloß, einen Blick durch das Fenſter über den Hofraum warf und dann dem Mäd⸗ chen einen Stuhl anbot.„Wir haben nicht lange Zeit,“ hob er an,„hören Sie alſo in wenigen Wor⸗ ten den Plan, welchen Siewers zur Entführung Ihrer Baſe entworfen hat. Heute Abend ſoll die Geſellſchaft erſt ſpät wieder aufbrechen, der erſte Wagen, in wel⸗ chem der Baron und Cora Platz nehmen, fährt ſo raſch ab, daß Sie nicht die Zeit finden werden, in denſelben einzuſteigen, er ſchlägt, damit kein Verdacht erregt wird, die Richtung nach der Stadt ein, verläßt aber dieſe Richtung beim erſten Kreuzwege und fährt zur nächſten Poſtſtation, wo die Extrapoſt bereits be⸗ ſtellt iſt, welche das Paar bis an die Grenze bringen ſoll. Sind die Beiden in Frankreich, ſo wird der Baron an ſeinen Vater und Ihre Mutter ſchreiben, von Erſterem die Einwilligung zur Heirath, von der Letzteren das Vermögen Cora's fordern und, je nach⸗
Novellen⸗Zeitung.
dem die Antwort des Vaters ausfällt, in die Reſidenz zurückkehren, um dort mit Ihrer Baſe ſich trauen zu laſſen. erfahren wird, kann ich nicht wiſſen, auch intereſſitt es uns weniger, dem nachzugrübeln.“
„Und was haben Sie beſchloſſen?“ fragte Wil⸗ helmine.
„Mein Erſtes, als ich dies Alles erfuhr, war, den Kutſcher aufzuſuchen, der die Beiden zur Poſt⸗ ſtation bringen ſoll. Die Drohung, daß ich ihn vom Bocke herunterſchießen würde, wenn er bei dem Schur⸗
Ob und welche Aenderungen dieſer Plan ſpäter
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kenſtreiche hülfreiche Hand leiſte, ſchüchterte ihn ein, ad
Geld und Verſprechungen thaten das Ihrige, und er erklärte ſich bereit, heute Abeénd mir die Leitung ſeiner Pferde überlaſſen zu wollen. In der Dunkelheit wird die Verwechslung nicht bemerkt werden, mein Burſche,
der mich bierher begleitet hat, nimmt neben mir auf
dem Bocke Platz, und wir beide ſind alſo ebenſo früh im Poſthauſe, wie die Flüchtlinge, die ſich eine ſolche Begleitung gewiß nicht träumen laſſen. Das Uebrige wird an Ort und Stelle ſich finden, ich gebe Ihnen mein Ehrenwort darauf, daß Ihre Baſe die Extrapoſt nicht benutzt.“
„Finden Sie meine Gegenwart in dem entſchei⸗.
denden Augenblick wünſchenswerth?“ fragte das Mädchen. „Gewiß,“ fuhr der Rittmeiſter fort.„Das ent⸗
täuſchte Mädchen muß ein Herz finden, an welches es flüchten kann. Schützen Sie gleich, ſobald die Geſell⸗
ſchaft zum Spaziergange aufbrechen will, Kopfweh oder ein plötzliches heftiges Unwohlſein vor; man wird Ihnen nicht anbieten, Sie zur Stadt zu beglei⸗ ten, ſondern gern Sie allein abfahren laſſen; beharren Sie feſt dabei, in die Stadt zurück zu wollen, und fahren Sie, wenn möglich, ohne Abſchied zu nehmen, ab, damit nichts Verdacht erregen kann; wir treffen
uns ſpäter im Poſthauſe.“— Der Rittmeiſter hatte ſich bei den letzten Worten erhoben, er öffnete jetzt
leiſe die Thüre, ſah forſchend über den Hausflur und
bat dann das Mädchen, zur Geſellſchaft zurückzukehren.
„Muth und Vertrauen!“ flüſterte er ihr zu, indem er ihr eine Karte überreichte, auf welcher der Name der Poſtſtation verzeichnet war.
Wilhelmine handelte ganz nach den Anordnungen des Rittmeiſters und fand ſchon beim Eintritt in den Saal Gelegenheit, den entworfenen Plan in’'s Werk zu ſetzen. Befragt, ob ſie ſich unwohl fühle, klagte ſie über heftiges Kopfweh und Uebelkeit und knüpfte daran die Bitte, in die Stadt zurückkehren zu dürfen.
Raſcher, als ſie vermuthet hatte, wurde dieſe Bitte
der Baron beauftragre einen Kutſcher,
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ihr gewährt, die Dame langſam in die Stadt zurückzufahren.
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