Jahrgang 
31-52 (1863)
Seite
533
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Vierte Folge. 4 533

G 8 3 der Bruder verde ihr am Ziel des kleinen Ausflugs mitgetheilt flächliche, nur für den Augenblick beſtechende Bildung velchen d werden. Der Doctor ſchien die Meinung ſeiner Schwe⸗ der jetzigen jungen Welt zu ſpotten. Er ahnte nicht, ie die Mad ter ſich doch zu Herzen gezogen zu haben, er bat über V daß Cora ſich durch dieſen Spott getroffen und ver⸗ 1* Redi Tiſch ſeine Braut, heute einmal auf die Partie zu letzt fühlte, er wollte nur im Allgemeinen durch den⸗ oft ge⸗ verzichten und ihm den Nachmittag zu widmen. Dieſe ſelben bekunden, weshalb er ſich von allem und jedem 6 Dehuf Bitte, trotzdem Andreas ſie darauf gründete, daß vertrauten Umgang mit ſeinen Bekannten zurückzog. mheun dieſe hieſes ſtete Beiſammenſein mit dem Baron Cora dem Cora aber vergaß die Worte nicht, in denen ſie einen 9 Bräutigam entfremden müſſe und zudem zu bös⸗ Pfeil vermuthete, der ſie treffen ſollte und auch wirk willigen Verleumdungen leicht Veranlaſſung geben lich traf; dem eigenſinnigen Trotz nachgebend, klammerte könne, fand kein Gehör; Cora ſchlug ſie mit der Er⸗ ſie ſich jetzt um ſo feſter an den Baron, dem die klärung ab, ſie habe jetzt einmal zugeſagt und müſſe Aeußerungen des Freundes nur ein Lächeln der Ge⸗ hre Zuſage auch halten. Der junge Mann drang ringſchätzung entlockten. nicht weiter in ſie, er war zu ſchwach, der Geliebten Varwie auf ſeinem Willen zu beſtehen. Die beiden zu nähren und das Bild des Bräutigams allmählich Mädchen gingen gleich nach dem Mittagseſſen in ihr aus dem Herzen des ſchmollenden Mädchens zu ver⸗ Zimmer, um ſich reiſefertig zu machen. Cora war drängen. Einmal ſo weit, konnte es ihm nicht ſchwer ſohweigſam und in ſich gekehrt, oft hob ein tiefer fallen, ſein eignes Bild an die Stelle des Verdräng⸗ Seufzer ihren Buſen, und eine Thräne perlte in ihren ten zu ſetzen. Cora hatte lange gezögert, in die Flucht Augen, als ſie, in Begriff, die Handſchuhe anzuziehen, mit dem Baron zu willigen, es fiel ihr unſäglich an's Fenſter trat und hinausſchaute in den Garten, ſchwer, ſo ploͤtzlich und für immer mit der ganzen an den ſich ſo manche ſüße Erinnerung für ſie knüpfte. Vergangenheit zzu brechen und ihr Geſchick einem Wie ganz anders war es doch vor wenigen Monaten Manne anzuvertrauen, deſſen geheimſte Gedanken, wie uhr die N⸗) hoch geweſen! An der Seite eines geliebten Bräu⸗ ſie ſelbſt fühlte, ihr verborgen blieben. Endlich ſagte den Schmuck ligams ſchaute ſie ruhig, auf ein ungetrübtes Glück ſie zu, und der Hang nach dem Abenteuerlichen, der

arin, an oͤffntlichen Braut, er der zudem geht er as bei ihnen, , welche ihr ben trat Cora und das roſa⸗ rothgeweinten Schmuck wie⸗ in Lächeln zu ſie die Per⸗ die Worte der edererlangung

Es war dem Baron leicht geworden, den Trotz

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vertrauend, in die Zukunft, und nichts trübte den Frieden in ihrer Seele. Heute war der Friede von

ihr gewichen, und das Vertrauen auf eine glückliche

zukunft geſchwunden, ſie ſtand im Begriff, einen

Schritt zu thun, durch den ſie für immer mit der, ach ſo ſchönen, Vergangenheit brach, durch den ſie ſich

losriß von Allem, was ihr theuer geweſen war, um einem Manne zu folgen, den ſie mehr fürchtete, als liebte. Was ſie ihrem Bräutigam entfremdet und zu dem Baron hingezogen hatte, ſie wußte es ſelbſt nicht, ſeit jenem Ballabend war dies allmählich ſo gekommen, ohne daß ſie ſich Rechenſchaft ablegen

konnte über die Gründe und Urſachen dieſer Sinnes⸗ anderung.

Sie hatte dem Bräutigam gezürnt, daß er aus Beſorgniß für ihre Geſundheit ihr von einem Ver⸗ Fnügen abrieth, und an dieſen Groll anknüpfend, ziſchen dem ernſten, ſchweigſamen, aber gemüthstiefen Andreas und dem lebensluſtigen, ſtets heiteren, witzigen Baron Vergleiche gezogen, die ohne Ausnahme zu Gunſten des Letzteren ausfielen. Ihr ſtetes Beiſam⸗ mnenſein mit dem ſchmucken Officier, die anregende Unterhaltung, welche jener zu führen wußte, und der Strudel von Vergnügungen, dem ſie ſich willenlos luberließ, mußten bald zu einer Entfremdung mit dem Doctor führen, der für dergleichen keinen Sinn beſaß und ſogar die Unklugheit beging, in Gegenwart ſei⸗

ner Braut über die Vergnügungsſucht und die ober⸗

M 8 A Aℳ

ja jedem Menſchen eigen iſt, trug wohl die größte Schuld an dieſer Zuſage. Der Würfel war gefallen, ſie hatte ſich in das Loos gefunden, und ſo wollte ſie denn auch ihrem Entſchluſſe treu bleiben und Alles vermeiden, was ſie vielleicht wankend machen konnte.

Deshalb auch nahm ſie weder von Andreas noch von der Medicinalräthin Abſchied, unter dem Vor⸗ wande, der Wagen ſei ſchon läͤngſt zur Abfahrt bereit und die Geſellſchaft werde nur noch auf ſie warten, drängte ſie Wilhelmine, ſich zu beeilen, und ſchritt, als ſie die Treppe hinunterging, ohne einen Blick in das Wohnzimmer zu werfen, hinaus. Wilhelmine ſah ſich auf dem Sammelplatze vergeblich nach dem Rittmeiſter um, er hatte doch ſo feſt verſprochen, ſich einfinden zu wollen, und jetzt, als bereits der erſte Wagen abfuhr, war er noch immer nicht erſchienen. Unwillkürlich drängte ſich ihr der Verdacht auf, der Rittmeiſter liege mit dem Baron unter einer Decke, und ſeine Bewerbung ſei nur ein abgekarteter Plan, um ihre Gedanken zu beſchäftigen und ihre Aufmerk⸗ ſamkeit von Cora abzulenken. Aber nein, wenn ſie auch den Rittmeiſter erſt einmal geſehen, nur einmal mit ihm geſprochen hatte, ſie glaubte doch, ihn eines ſolchen Betrugs nicht fähig halten, ihm vielmehr ver⸗ trauen zu dürfen. Jetzt entſann ſie ſich, daß er ge⸗ ſchrieben hatte, er werde ihr am Ziele des Ausflugs nähere Mittheilungen machen, jedenfalls war er ſchon dort, oder er fand ſich ſpäter ein. Beruhigt legte