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ner Schweſter in's Wort, wie mich ſelbſt und bin überzeugt, täuſchen wird.“
„Vielleicht iſt er mit dem Rittmeiſter verfeindet,“ warf die alte Dame ein.
„Ich weiß dies nicht,“ fuhr Wilhelmine fort, „aber gleichviel, mag der Baron ihn loben oder vor ihm warnen, auf die Ausſage dieſes Mannes werde ich nichts geben. Offen geſprochen, Andreas, begreife ich nicht, daß Du ſo arglos und ohne Rückſicht auf die öffentliche Meinung zu nehmen, Cora ſtets in Geſellſchaft des Barons an allen Vergnügungen und Feſtlichkeiten theilnehmen läßt, während Du ſelbſt bei Deinen Patienten weilſt. Siewers iſt ein Lebemann, er verſteht's, bei den Damen ſich einzuſchmeicheln, und ich befürchte, ſeine ritterliche Galanterie, ſeine zuvor⸗ kommende Aufmerkſamkeit und ſein treffender Witz gefallen Cora beſſer, als Dein ſchweigſamer Ernſt.“
„ich kenne ihn ſo genau daß er uns nicht
„Ich muß Wilhelmine vollkommen Recht geben,“ verſetzte die Medicinalräthin, bedenklich den Kopf ſchüttelnd.„Wenn ich auch an dem Herzen Cora's nicht zweifele und feſt auf die Ehrenhaftigkeit Deines Freundes vertraue, ſo kann es doch weder mir noch Dir gleichgültig ſein, was die Leute zu dem Allen ſagen.“
„Ich kümmere mich wenig um das Gerede der Leute,“ entgegnete Andreas gelaſſen,„ſchon damals bei Gelegenheit meiner Verlobung hätte ich oft genug Veranlaſſung gehabt, mich über das Gewäſch der müßigen Zungen zu ärgern, wenn dergleichen Redens⸗ arten mich zu ſtören vermöchten. Mich freut's, daß der Baron ſich meiner Braut annimmt, und ich muß dem Freunde dieſen Dienſt hoch anrechnen. Eine Befürchtung oder gar einen Verdacht zu hegen, wäre thöricht, Wilhelmine begleitet ja ſtets die Beiden, daß ich dies nicht thue, wird Niemand mir verdenken, meine Pflicht nimmt mich ganz in Anſpruch.“
„Du magſt ſagen, was Du wllſtt, ſeit jenem Ballabende iſt nicht Alles mehr zwiſchen Euch beiden ſo, wie es ſein ſollte,“ nahm Wilhelmine ernſt das Wort.„Wollteſt Du Dir nur die Mühe geben, Deine Braut aufmerkſam zu beobachten, ſo würdeſt Du dies ſelbſt finden.“
Andreas griff achſelzuckend zu Hut und Stock. „Bei jungen Mädchen wechſelt die Laune im Hand⸗ umdrehen,“ erwiderte er,„heute Sturm, morgen Son⸗ nenſchein, ich müßte mir manhes graue Haar wachſen laſſen, wollte ich mir um jede Laune Cora's Sorge machen.“
„Gebe der Himmel, daß er das Vertrauen, wel⸗ ches er in ſeinen Freund ſetzt, nicht einmal bitter be⸗
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Novellen⸗Jeitung.
reuen muß,“ hob Wilhelmine an, als der Bruder hinausgegangen war.
Der eindringliche, ernſte Ton, in welchem das Mädchen dieſe Worte ſprach, beunruhigte die Medi⸗ cinalräthin in hohem Grade.„Du baſt mir oft ge⸗ ſagt, ich ſehe zu ſchwarz in die Zukunft,“ verſepte ſie nach einer kurzen Pauſe,„heute muß ich Dir dieſen Vorwurf machen. Ich finde nichts Beſonderes darin, wenn Cora in Begleitung des Barons an öffentlichen Vergnügungen Theil nimmt, ſie iſt Braut, er der Jugendfreund ihres Bräutigams, und zudem geht er ja auch nie mit ihr allein, Du biſt ſtets bei ihnen.“
Wilhelmine drängte die Erwiderung, welche ihr auf der Lippe ſchwebte, zurück, denn eben trat Cora ein. Sie war bleich und angegriffen, und das roſa⸗ farbne Atlaskleid wollte ſchlecht zu ihren rothgeweinten Augen paſſen. Die Nachricht, daß der Schmuck wie⸗ dergefunden ſei, vermochte ihr kaum ein Lächeln zu entlocken; wie in Gedanken verſunken ließ ſie die Per⸗ len durch die Hand gleiten,
Glück wünſchte, zu hören.
„Du biſt ja ſchon früh geputzt,“¹ fuhr die Me— dieinalräthin fort, als das Mädchen den Schmuck wieder hingelegt hatte,„haſt Du heute etwas Beſon⸗ deres vor?“
„Eine Landpartie,“ entgegnete Cora unbefangen, „wir wollen gleich nach Tiſch aufbrechen.“
„Mir iſt von dieſem Ausflug nichts bekannt,“ nahm Wilhelmine das Wort, der es nicht entging, daß die Unbefangenheit und Ruhe der Baſe erzwun⸗ gen war. „O, habe ich vergeſſen, Dir's zu ſagen?“ fuhr Cora fort,„der Baron hat die Partie arrangirt und mich beauftragt, Dich dazu einzuladen; ich hoffe, Du nimmſt mir meine Vergeßlichkeit nicht übel und be⸗ gleiteſt mich.“
Wilhelmine fühlte ſich in hohem Grade veun⸗ ruhigt, die Ahnung, daß dieſe Landpartie der Ent⸗ führung zum Deckmantel dienen ſolle, tauchte plötzlich in ihrer Seele auf, ſie gab ihre Zuſage an demſelben Theil nehmen zu wollen und eilte in ihr Zimmer, um raſch einige Zeilen an den Rittmeiſter zu ſchreiben und ihm ihre Vermuthungen mitzutheilen.
5.
Der Rittmeiſter war inzwiſchen nicht müßig ge⸗ weſen. Wilhelmine hatte eben die Feder ergriffen, um an ihn zu ſchreiben, als ſie einen Brief von ihm empfing. Dieſer Brief enthielt nur die kurze Auf⸗
forderung, daß Wilhelmine ſich unter allen Umſtänden der heutigen Landpartie anſchließen ſolle, das Weitere
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ohne auf die Worte der Tante, welche ihr zu der ungehofften Wiedererlangung
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