Novellen⸗Zeitung.
g! lbe, er werde in Folge der Verblutung ſterben, zer es wurde ſofort eine Aderpreſſe angelegt und gem Bluten Einhalt gethan. Zwei Stunden lang war ſein Puls faſt nicht bemerkbar. Als er ſich etwas er⸗ holt hatte, hielten vier Aerzte eine Conſultation und ſie fanden die Amputation des linken Armes für un⸗ umgänglich nothwendig, zu der denn auch mit ſeiner Zuſtimmung ſofort geſchritten wurde und die er unter dem Einfluſſe von Chloroform ſehr gut aushielt. Sonntag Morgens ſchlief er, und es ging in jeder Hinſicht recht gut mit ihm. Er ließ ſeine Gattin zu ſich rufen, mit der er ſich längere Zeit unterhielt. Montags wurde er nach Chancellor's Houſe geſchafft, wo er ſich bis Mittwoch ſo wohl befand, daß er ſelbſt auf ſeine Wiederherſtellung rechnete, doch von Don⸗ nerstag an verſchlimmerte ſich ſein Zuſtand, und ſeine Kräfte nahmen ſichtbar ab. Es ſtellte ſich Delirium ein, wo er ſich dann auf dem Schlachtfelde zu befin⸗ den glaubte und anordnete, daß dem General Hill der Befehl überbracht werden ſollte, ſich für das Treffen bereit zu machen. Sonntags am 10. Mai, ſeinem Sterbetage, ſprach er ſelbſt mit Ruhe von ſei— nem bevorſtehenden Tode und bedauerte nur, daß ſeine Verwundung ihn verhindert habe, ſeinen Plan gänzlich auszuführen und ſeinen Sieg zu vollenden. Er ſtarb mit frommer Ergebung und hatte einen ſanften Tod.
So war das Ende dieſes Mannes, deſſen krie⸗ geriſche Laufbahn nur kurz war, deſſen Name aber in den Annalen dieſes Bruderkampfes fortleben wird. Jackſon hat ſich um die Conföderation große Verdienſte erworben, und die Leere, welche ſein Tod in ihren Reihen läßt, wird nicht leicht ausgefüllt werden. Wenn auch das Bundesheer an jenem verhängniß⸗ vollen Tage eine in ihren Folgen wichtige Niederlage erlitt, ſo war der Verluſt, den die Conföderirten durch Jackſon's Tod erlitten, doch noch viel größer. General Jackſon wog mehr als ein Heer auf. Sein Leichnam wurde nach Richmond geſchafft, wo ſeine Beerdigung ſo feierlich war und unter der allgemeinen Theilnahme ſtattfand, wie ihm mit vollem Rechte gebührte.
Die intereſſante und merkwürdige Phyſiognomie dieſes amerikaniſchen Generals hatte ſich in der Mitte der Siege und Ehren nicht verändert. Er war der⸗ ſelbe kalte und praktiſche Mann wie in der frühern Zeit ſeines Lebens geblieben. Jackſon wollte Alles ſelbſt ſehen; im Dienſte war er hart und er litt keine Trägheit um ſich her. Auch wurde er im Anfang des Krieges von ſeinem Generalſtabe gehaßt, doch der Einfluß eines höhern Geiſtes hatte dieſe Vorurtheile gegen ihn bald verſchwinden laſſen; er war das Idol ſeiner Soldaten und Officiere geworden, und Alle
ſetzten ein Vertrauen in ihn, dem er zur Hälfte ſeine Erfolge zu verdanken hatte. Um ſo härter iſt für die Conföderation der Verluſt dieſes Mannes, für den ſich unter ihren Generalen noch kein Erſatz gefunden
hat, vielleicht auch nicht finden wird, denn die zum Feldherrn gebornen Männer, deren perſön⸗ licher Muth, Kaltblütigkeit, Unerſchrockenheit und
raſcher Ueberblick ſich keinen Augenblick verleugnen darf und die mit dieſen Eigenſchaften zugleich das ſtrategiſche Talent vereinigen müſſen, alle Vortheile eines Terrains und alle Fehler ihres Gegners für ſich ausbeuten zu können, ſind bekanntlich überall ſelten, und daß Nordamerika daran beſonders großen Mangel leidet, hat ſich ſeit 27 Monaten nur allzu deutlich herausgeſtellt. C.
Literariſche Briefe von Otto Banck.
Ruſſiſche Revue von Dr. Wilhelm Wolf⸗ ſohn. Die große Dame von W. A. Wonliarliarſki, aus dem Ruſſiſchen von A. von Arndt. Bromberg, Roskowski. 1863.
Sie ſehen täglich neue Werke, die uns aus einem großen Nachbarlande dargebracht werden. Es iſt die ruſſiſche Literatur, welche den deutſchen Ueberſetzungs⸗ federn Arbeit in Fülle bietet, obgleich jene Literatur ſelbſt noch jung und arm iſt.
Arm in Bezug auf Maſſe und auf Vollendung, keineswegs in Bezug auf Talente und zwar ſolche, die uns vielleicht deswegen beachtenswerther und hoff⸗ nungsvoller erſcheinen, weil ihre Fähigkeiten bei dem mangelhaften Zuſtande ruſſiſcher Cultur, die keine ſelbſtſtändige Entwickelung hat und haben kann, in um ſo hellern Licht erſcheinen.
Wenn Sie die Produete ſolcher Talente betrach⸗ ten, ſo werden Sie daran jene Freude empfinden, die ſich unſer beim Anblick der guten effectvollen Farben⸗ ſkizze eines Malers bemächtigt. Das Unfertige, Wer⸗ dende erregt ſtets unſere ſchönſten Erwartungen, denn als ein unausgeführtes nur angedeutetes Werk zeigt es die Markſteine und Grenzlinien noch nicht, über welche die Flugkraft ſeines Schöpfers nicht hinaus kann. Er lacht uns freundlich an, wie ein holdes Kindergeſicht, dem wir gern die Entwickelung eines Apollokopfes prophezeien, und verſpricht die kühnſten Thaten, ohne ſelbſt zu wiſſen, wie viel es davon ein⸗ halten kann. Schön und angenehm iſt es, ſich mit Vertrauen ſolchen Zuſagen hinzugeben, und ſelbſt die Enttäuſchung macht dieſes liebenswürdige Gefühl nicht wett.
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