Jahrgang 
31-52 (1863)
Seite
519
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92 dätt Die⸗ er h nich Braut! en ſo!

he Beide jſt en. Wilhel. ten ungehört, atade ihrer, Freundin ſie he ihr in dem vohte. Eine 1 vorhanden, Treueſchwur G verſtanden, und das Bild aus demſelben ging jetzt nur von Verznü⸗ zuhalten, und rung zwiſchen 1, dh fum te ein Bruch Dies Alles des Dockors & Wildelwine ald ſcon ſit

mehrmaliger Nühe, welche twar ſpurlos muthen, daß ihn im Aus⸗ lange zu pei⸗ g ſich eiumal f böte. Auf Hiin den Ver⸗ noch einnal en Etſctz ver eude und ds nenofftier mi

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Vierte machte aus dieſem allerdings gerechten Vorwurf kein Hehl, und der Rittmeiſter gab zu, daß er denſelben verdient habe.Hören Sie mich an, und Sie wer⸗ den finden, daß ich nicht ſo ſchuldig bin, wie Sie glauben, verſetzte er.Ich wußte, daß der Schmuck Ihrer Fräulein Couſine zugehört, und hätte ihn noch an demſelben Abend zurückgebracht, wenn nicht bereits Mitternacht vorüber geweſen wäre. Am nächſten Mor⸗ gen mußte ich einen Marſch antreten, der mich auf drei Monate von hier entfernte; mir blieb nicht die Zeit, vor dem Abmarſch perſönlich hier vorzuſprechen, deshalb ſchrieb ich einige Zeilen des Inhalts, daß der Schmuck gefunden worden ſei und ſeiner Zeit zurückgebracht werden ſolle, und übergab dieſes Billet einem Huſaren mit dem Befehl, Ihnen daſſelbe zuzu⸗ ſtellen. Geſtern Abend nun bei meiner Rückkehr fügte es der Zufall, daß jener Huſar mir am Thore be⸗ gehnete; ich fragte ihn, ob er derzeit meinen Befehl ollzogen habe, und erhielt zu meiner Beſtürzung die Antwort, daß er die Adreſſe nicht habe entziffern koönnen und deshalb das Billet liegen geblieben ſei. Und weshalb ſandten Sie nicht den Schmuck durch einen Ihrer Freunde an uns zurück? fragte Wilhelmine, deren Erſtaunen mit jeder Minute wuchs. Dieſer Weg wäre ja der einfachſte geweſen.

Allerdings! fiel der Rittmeiſter ihr in's Wort, triftige Gründe aber bewogen mich, perſönlich und zwar Ihnen den Schmuck zu übergeben. Ich will offen zu Ihnen reden und hoffe, daß Sie meine Gründe gelten laſſen. An jenem Abende ſah ich Sie, und ſeit dieſem Augenblick war Ihr Bild meinem Herzen unauslöſchlich eingeprägt. Jene geheime, räth⸗ ſelhafte Sympathie, welche ſo oft in das Schickſal des Menſchen eingreift, feſſelte mein ganzes Denken an Sie, eine neue Bahn eröffnete ſich meinem Blick, Sie waren das Ziel, welches ich erreichen wollte und mußte. Ich beobachtete Sie aus der Ferne, knüpfte mit Ihrem Bruder eine Unterhaltung an, velche hauptſächlich Sie betraf, und fand zu meiner Freude, daß Ihr Charakter ganz mit dem meinigen überein⸗ ſtimmt. Fragen Sie nicht, weshalb ich nicht an

jenem Abend ſchon mich Ihnen näherte; es möge

Ihnen genügen, wenn ich Ihnen ſage, daß unter denen, welche Sie umſchwärmten, Einer ſich befand, deſſen frivolem Spott ich in jenem Augenblick mich nicht ausſetzen wollte. Er wich nicht von Ihrer Seite, deshalb mußte ich darauf verzichten, noch an demſelben Abende Ihre Bekanntſchaft zu machen. Die Anſchau⸗ ungsweiſe jenes Mannes, die Frivolität, mit welcher

t ſer über den Ernſt des Lebens und alles Gute und 1 Schone hinweggeht, verletzt mich jedesmal, ſo oft ich

doch es wird Sie wenig intereſſiren, wie ich über

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Leute denke, welche Ihnen fern ſtehen. Als ich den Schmuck fand und die Entdeckung machte, daß er der⸗ ſelbe war, welchen Ihre Fräulein Couſine auf dem Balle getragen hatte, erkannte ich hierin einen Finger⸗

zeig des Schickſals, ich beſchloß, denſelben Ihnen per⸗ 2

ſonlich zurückzubringen und bei dieſer Gelegenheit ohne Rückhalt Ihnen zu ſagen, was mein Herz bewegt.

Wilhelmine ſenkte erröthend die Wimpern, ſie konnte ſich nicht verhehlen, daß das männliche, be⸗ ſcheidene Auftreten des Rittmeiſters ihr gefiel. Der Officier, durch das Schweigen ermuthigt, ergriff die Hand des bebenden Mädchens und bat es, ihm eine aufrichtige Antwort auf ſeinen Antrag zu geben, er wolle ihr gern Bedenkzeit gönnen, damit ſie vorher über ihn Erkundigungen einziehen könne.

Sie werden ſelbſt finden, daß Ihr unerwarteter Antrag mich überraſchen und in Verlegenheit ſetzen muß, erwiderte Wilhelmine nach einer kurzen Pauſe, indem ſie dem Rittmeiſter ruhig und feſt in's Auge blickte;ich ſehe Sie heute zum erſten Mal, Sie ken nen mich ebenfalls nicht näher, und es bedarf zu einem ſolchen Schritt gewiß einer langen reiflichen Ueberlegung; deshalb laſſen Sie mir Bedenkzeit, geben Sie mir Gelegenheit, Sie näher kennen zu lernen, und am Schluſſe der Friſt will ich Ihnen offen und ohne Rückhalt Antwort geben.

Es ſei, verſetzte der Rittmeiſter,ſetzen wir den Tag der Entſcheidung auf nächſten Sonntag feſt. Er reichte dem Mädchen die Hand und erhob ſich.

Noch Eins! bat Wilhelmine, als der Officier ſich entfernen wollte.Iſt jener Herr, deſſen Denk⸗ weiſe Sie mit der Ihrigen nicht in Einklang bringen können, der Baron von Siewers?

Der Rittmeiſter nickte bejahend.Er iſt ein Freund Ihres Bruders, wie ich bemerkt zu haben glaube. Ich habe ſeinen Charakter kennen gelernt und freue mich, daß er ſelbſt um ſeinen Abſchied ein⸗ gekommen iſt.

Er verläßt das Regiment? fragte Wilhelmine erſtaunt, indem ſie durch eine Handbewegung den Rittmeiſter einlud, wieder Platz zu nehmen.Und weshalb? Sind die Gründe, welche ihn zum Abſchied bewegen, Ihnen bekannt?

Nur durch Hörenſagen, fuhr der Officier fort. Ob und was von dem Gerüchte wahr iſt, wage ich nicht zu beſtimmen, da ich, wie Sie wiſſen, gleich nach⸗ dem das Regiment hier eingerückt war, die Stadt ver⸗ ließ und erſt geſtern Abend zurückkehrte, alſo aus eigner Auſchauung kein Urtheil darüber abgeben kann. Man ſagt, der Baron habe hier eine Liaiſon mit einer jungen, ſchönen und reichen Dame angeknüpft und ſei geſonnen, dieſe Dame, natürlich mit ihrem Wiln weit

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