Jahrgang 
31-52 (1863)
Seite
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diges Vergnügen, er haßt es, weil er an demſelben zimmer führte, und überhaupt wollte es ihn bedünken, nicht Theil nehmen kann, wohin ſollen dieſe ſchrof⸗ als beweiſe der Officier ſich aufmerkſamer gegen die fen Gegenſätze führen? Braut des Freundes, als dem Letzteren angenehm ſein

Vierte Folge. Weſen des dieſer nicht dchen durch⸗

ter welchem e Frivolitt us oft flüch⸗ eine deſto len Gecken, in de Seele i ſie wenig Cora führd, latten Vorte autigam vor ffiier trium⸗ ph außerlich Rklagten in riſamteit mit Gereiztheit eher zu denn ſie den Pa genſinnig bei te indeß der

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! als er bemerkte,

des Tanzens an ſie gekommen war. Ich würde Sie bedauern, hob er nach Be⸗

endigung der Tour wieder an,der Mann kann für

die getäuſchte Hoffnung Erſatz ſuchen, das Weib aber muß ſein verfehltes Lebensglück duldend und ſchwei⸗ gend zu Grabe tragen und auf dem Grabhügel trauern, bis das Herz endlich unter dem Raſen Ruhe findet.

Sie beurtheilen Andreas zu hart, verſetzte Cora,

die wohl fühlte, daß ſie den Bräutigam, wenn auch

uur zum Schein, in Schutz nehmen mußte.Er hat ein gutes, edles Herz, und da mag's gar oft vorkom⸗ men, daß menſchliches Unrecht und Elend, in welches ſein Amt ihn manchmal blicken läßt, ihn ernſt und düſter ſtimmt.

Der Mann ſoll ſich beherrſchen können, erwi⸗ derte der Baron,und ich weiß, Andreas hat die Willenskraft, dies zu vollbringen. Daß er's nicht der Mühe werth hält, Ihnen gegenüber dies zu thun,

giebt mir den Beweis ſeiner Gleichgültigkeit gegen

Sie. Dieſen Vorwurf werde ich nie geltenglaſſen, unterbrach Cora ihn raſch.Es iſt unpſ er durch ſeinen Ernſt und ſein düſteres Weſen mir manche Stunde verbittert und ich ſehr oft mich im Stillen gefragt habe, ob ich mit ihm glücklich werden könne; nie aber iſt der Verdacht in meiner Seele aufge⸗ ſtiegen, daß ich ihm gleichgültig ſei, denn ich weiß, daß er mich mehr liebt als ſich ſelbſt. Der Baron zuckte die Achſeln, er wollte es für heute Abend bei dem Geſagten bewenden laſſen und ruhig abwarten, bis die verderbliche Saat aufgegangen war, welche er in das Herz des argloſen Mädchens geſäet hatte. Um in der Seele Cora's nicht einen Argwohn aufkeimen zu laſſen, der ſehr nahe lag, nahm er jetzt den Freund wieder in Schutz, ſich darauf ſtützend, daß er vielleicht dennoch ſich geirrt haben könne; dahei aber unterließ er nicht, ſein eignes Ich dem Mädchen in dem vortheilhafteſten Lichte zu zeigen, ſo daß Cora, die ihrem Bräutigam nicht verzeihen konnte, daß er ſich während des ganzen Abends ſo wenig um ſie bekümmert hatte, ein Vergleich nahe gelegt wurde, der zu Gunſten des Barons ausfallen mußte.

Als der Cotillon beendet war, trat Andreas wie⸗ der in den Ballſaal, wo die Medicinalräthin bereits zum Aufbruch trieb. Es berührte ihn unangenehm, daß der Baron Cora in's Garderobe⸗

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ſah ſchweigend zu Boden, ſie gab im Her⸗ konnte. ron Recht, der jetzt abbrach, weil die Reihe war, wie es ſchien, ebenfalls nicht bei guter Laune, und Wilhelmine ſah ihm ſo ernſt, ſo vorwurfsvoll in's Auge, daß er ſich ernſtlich beunruhigt fühlte.

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Cora empfing ihn ſchmollend, die Mutter

Du haſt einen dummen Streich gemacht, murrte

die Schweſter ihm zu, als Cora, ohne den Bräutigam zu beachten, ihre Hand auf den Arm des Officiers legte und von dieſem ſich zum Wagen führen ließ. Eine Braut verlangt mehr als jedes andre Mädchen von Seiten ihres Bräutigams Aufmerkſamkeit, und Du haſt Dich während des ganzen Abends nicht im Mindeſten um Cora bekümmert.

Cora iſt eine heitre, ſorgloſe Natur, ich wollte

ihr durch meinen Ernſt die Freude nicht verderben, erwiderte Andreas, faſt unwillig darüber, Vorwürfe hören zu müſſen, während er ſich berechtigt glaubte,

Vorwürfe machen zu dürfen.

konnte, als Cora ziehe ſeine Geſellſchaft der meinigen

Zudem unterhielt ſie ſich ſo angelegentlich mit dem Baron, während ich neben ihr ſtand, daß ich nicht anders vermuthen

vor.

Wilhelmine ſchüttelte bedenklich das Köpfchen. Ihr wollte die übertriebene Galanterie des Huſaren⸗ officiers nicht gefallen, und es wunderte ſie ſehr, daß ihr Bruder dabei ſo ruhig und unbekümmert blieb. Sie nahm keinen Anſtand, die Beſorgniß auszuſpre⸗ chen, daß der Baron, durch die Reize des ſchönen Mädchens gefeſſelt, ſich deſſelben Treubruchs ſchuldig machen könne, deſſen er einen Jugendfreund beſchul⸗ digt habe; Andreas aber wies dieſen Argwohn mit einer Entrüſtung zurück, welche nicht den leiſeſten Widerſpruch duldete. Emil von Siewers ſei ein charakterfeſter, edeldenkender Mann, der ſich nie eines ſolchen Verbrechens ſchuldig machen werde, auch ſei es ja eine unbeſtrittene Thatſache, daß dieMänner grade den Frauen, deren Bild ſie im Herzen trügen, faſt nie den Hof machten.

Die Geſchwiſter waren inzwiſchen an dem Wagen angekommen. Da derſelbe nur vierſitzig war und der Baron bereits in demſelben Platz genommen hatte, ſo beſchloß Andreas, zu Fuß den Heimweg anzutreten, und Cora fand gegen dieſen Entſchluß nicht das Ge⸗ ringſte einzuwenden. Wilhelmine ſtieg ein, und der Wagen rollte davon.

Als der junge Mann eine Viertelſtunde ſpäter in ſeiner Wohnung anlangte, fand er die Braut in Thränen. Sie überſchüttete ihn mit Vorwürfen über ſeine Gleichgültigkeit und die verletzende Kälte, wo⸗ durch ihr die Freude getrübt worden ſei, und ließ