Vierte Folge.
Sie nicht von dieſem Feigen da!— Ich wollte ſtepublikaner ſein; ja, ich wollte es ernſt und mit Aufrichtig⸗ ſeit!— Aber könnte ich wieder von vorn anfangen, ich würde allerdings nicht die Thorbeit begehn, und Menſchen die Frei⸗ heit ſchenken wollen, die ihrer nicht würdig ſind.— Jenes Decret vom 16ten Pluvioſe— das den Erdball zu revolutio⸗
„Reden
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den berichtit niren drohte— es iſt das Werk von Pitt und Robespierre V ſchuſſes, wurden u. w.“ ahenne deportirt, Charakteriſtiſch bleibt es auch, daß Billaud nie die Auto⸗
geßdät gaaubten rität des Agenten anerkannte, während Collot einſchmeichelnd gewiß ſu ſein bis zur Niederträchtigkeit war.— eden abgegangen Als Jeannet 1795 nach Cayenne zurückkam, verwies Dieſem ſchien az er die beiden Herren aus der Stadt. Hierzu trug, außer dem enander zu tren. Haſſe gegen die alten Feinde ſeines Onkels Danton, auch din die Eitadell ihr freundſchaftlicher Briefwechſel mit Victor Hugues, damals bäde das Fieba Agent in Guadeloupe, bei. Als ſie die Stadt verließen, ſah ſſchafft und ohne man Billaud ruhig und gravitätiſch, mit freiem Blicke und igen Schweſtern feſtem Schritte, immer in einiger Entfernung von Collot gehn, die Neugierigen der nur der Gegenſtand ſeines Mitleids und Unwillens ſchien. Unter der großen Menge Menſchen, die ſie begleiteten, fehlte es nicht an Leuten, die ihnen Schimpfreden und Verwün⸗ ſchungen zuſchrieen. Billaud ſah dann mit bitterm Lächeln auf d ſchien ninlih die Menge hinab, und tändelte mit dem abgerichteten Papa⸗ , daher der eine gei, den er auf ſeinem Arme trug.—„Armes Volk!— Bürger Bilaud! Jakob!— Jakob!— Komm, lieber Jakob!“— waren die hnen völig un. einzigen Worte, die er von ſich hören ließ.— Uebrigens be⸗ jeinſt ſo viele Hielten die beiden Deportirten die Penſion von 12,000 Livres, auch manche die jedem von der Regierung zugeſichert worden war, und atten noch obendrein Quartier und Eſſen frei. Bei ihren ermiderte Bil⸗ ſo ganz verſchiedenen Charakteren lebten ſie aber in täglicher Sie, aus welchen Uneinigkeit, bis endlich Collot im Mai 1796 krank, und Bil⸗ en nichts Wider⸗ laud nach Sinamari geſchafft ward. Collot hatte beinahe zwei Jahre anfangs ſeiner Zurück⸗ h Blut erhalten berufung und nachher der Ankunft ſeiner Frau vergebens ſolche Regierung entgegengeſehn.—„Ich werde hart beſtraft!“ rief er unauf⸗ die Verantwort⸗ hörlich—„dieſe Einöde iſt eine Hölle für mich.“ Seine Ungeduld zog ihm endlich ein hitziges Fieber zu. Man ſchickte ihgg einen Arzt, der beruhigende Mittel und nur von Stunde zu Stunde ein wenig Wein mit Waſſer verſchrieb. Allein in der Nacht, wo der Wärter entweder eingeſchlafen erwiderte oder fortgegangen war, ſpringt Collot auf, ergreift eine Fla⸗ ſche ſtarken Wein und trinkt ſie in einem einzigen Zuge aus. Am andern Morgen fand ihn der Arzt in einem ſo ſchreck⸗ lichen Zuſtande, daß er ihn nach Cayenne zu bringen befahl. Die Neger hatten ihn aber kaum einige Lieues getragen, als ſie ihn ohne Weiteres in der brennenden Sonnenhitze liegen ließen, bis man ſie endlich durch die Wache zum weiteren nt, wir haben Transporte zwang. „aber wir haben„Wie iſt Ihnen?“ ſagte der Arzt. rnen Gährungen„Ich habe einen brennenden Schweiß!“ her Untergange.„Kein Wunder! Sie ſchwitzen Ihre Verbrechen aus!“— 4 Collot wendete ſich ab, zerfloß in Thränen, und rief Gott und die heilige Jungfrau an.. Ein Soldat, dem er früher den Atheismus gepredigt hatte, hielt ihm ziemlich bitter ſeine Inconſequenz vor. „Ach!“ ſeufzte der Kranke,„damals täuſchte mein
af es ſich einmal, ranken beſuchten,
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Dictatur ander⸗
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reiheit Mund mein eigenes Herz!— O Gott! Gott! Kann ich lber die Gräl, noch Verzeihung hoffen?— Geht! Geht! Holt mir einen und fuhr fort: Tröſter! Holt mir jemand, der ſich meiner erbarmen will!
1 ſeine lne Schenke mir Ruhe, gütiger Gott!“— So brachte man ihn in nach dem ſclä⸗ das Hospital nach Cayenne, wo er unter den fürchterlichſten
Verzuckungen, und indem er Ströme von Blut und Eiter von
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ſich ſpie, am 7. Junius 1796 zum Entſetzen aller Umſtehen⸗ den verſchied.
Jeannet erhielt dieſe Nachricht beim Billard.
„Man ſoll ihn begraben, er ſoll mehr Ehre haben als ein Hund!“ ſagte er lachend und ſtieß nach ſeinem Ball.
Da das Begräbniß an einem Feiertage vor ſich ging, eilten die Neger je eher je lieber auf den Tanzplatz zu kom— nen, und ſcharrten den Leichnam nur zur Hälfte ein, ſo daß er nach einigen Tagen von den Schakals gefreſſen ward.
Die drei Wünſche.
Das Figaro Programme ſagt:
Die folgende hübſche Geſchichte iſt uns von einer der excentriſchſten Perſönlichkeiten, die wir je gekannt, erzählt worden.
Letzten Herbſt, ſagte uns Herr X., war ich auf meinem Landgute in.... und während ich im Park ſpazieren ging und eine Cigarre rauchte, hörte ich, daß von dreien meiner Leute mein Name und der meiner Frau mit einer gewiſſen Aufregung ausgeſprochen wurde. Ich ſtellte mich in den Schatten einer jungen Hagebuche, horchte und vernahm fol⸗ genden Dialog:
„Ich,“ ſagte der Kutſcher,„möchte in meiner Taſche die Summe haben, welche unſer Herr täglich zu verzehren hat.“
„Ich,“ ſagte der Kammerdiener,„möchte einmal an ſeiner Tafel diniren.“
„Und ich,“ ſagte der Gärtner, welcher natürlich in ſeiner Eigenſchaft als Gärtner poetiſcher als die beiden Andern war, „möchte ſeine Gemahlin einmal umarmen.“
Ich bog die Blätter zurück und wurde ihnen ſichtbar. „Meine Freunde,“ ſagte ich zu ihnen mit Lächeln, das von guter Vorbedeutung für ſie war,„der Zufall hat mich zum Zeugen Eurer Wünſche gemacht, und ich willige in die Ver⸗ wirklichung derſelben ein. Salomon, mein tägliches Ein⸗ kommen beträgt in runder Zahl 400 Franken. Nimm dieſe zwanzig Louisdor; ſie ſind Dein. Peter, geh und mache Toilette; Du wirſt heute mit mir diniren. Was Dich betrifft, Antoine...“
Der galante Gärtner zitterte an allen Gliedern; ich be⸗ eilte mich, ihn mit den Worten zu beruhigen:
„Dein Wunſch, mein guter Antoine, iſt ein Zeuge Dei⸗ nes vortrefflichen Geſchmacks und er beweiſt mir, daß Deine Inſtincte viel zarter ſind, als die Deiner Cameraden. Um zehn Uhr wird meine Gattin an dieſer Stelle ſein, die, wie Du weißt, ihr Lieblingsſpaziergang iſt. Da die Abende bereits kühl ſind, ſo wird ſie ſich in den Cachemirburnus ge⸗ hüllt haben, den ſie geſtern trug. Sei liebenswürdig und beſonders benimm Dich klug, damit Madame Antoine nichts davon merkt, denn man verſichert, ſie ſei ein Panther, wenn ſie eiferſüchtig werde.“. 5
Ich entfernte mich ruhigen Schritts.
Als man zum Diner ſchellte, mußte ich den Meiſter Peter ſuchen und mit Gewalt in mein Speiſezimmer führen laſſen, wo ich ihm drohete, ihn an ſeinen Stuhl anbinden zu laſſen. Endlich ergab er ſich drein, ſich zu ſetzen. Zu keiner Zeit, ich ſchwöre es Ihnen, habe ich fröhlicher dinirt.
„Und der Gärtner?“ fragte ich;„ſollte der närriſche Kerl wirklich das Glück gehabt haben...... 3
„Der Gärtner umarmte Madame Antoine, die mit dem erwähnten Burnus bekleidet war, 5
und zum Tauſch für ſeinen Kuß empfing er das furchtbarſte, volltönendſte Paar Ohrfei⸗


