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Vierte Solge.
etwas ſpäteren Periode ſeines Lebens erhaltenes Bildniß zeugt zugleich von ungewöhnlicher männlicher Schönheit. Große braune Augen, von dunklen Augenbraunen kühn überwölbt, ſchauten trotz des eigentlich mehr ſtrengen Zuſchnitts des gan⸗ zen Geſichts mit einer gewiſſen lachenden Dreiſtigkeit in die Welt hinaus. Die feine gebogene Naſe näherte ſich dem griechiſchen Typus, wie auch die ins Gelblich ſpielende Farbe der Haut eine Beimiſchung ſüdlichen Bluts verrieth. Im Jahre 1775 galt Alexei Petrowitſch in St. Petersburg für einen der ſchönſten Männer und war geſucht in der Geſell— ſchaft. Auch an einem gewiſſen Grad von dem, was man damals Bildung nannte, ſcheint es ihm nicht gefehlt zu ha⸗ ben— wenigſtens lag der Inſtinct dafür in ihm, denn eine nicht unanſehnliche Sammlung guter Bilder und ſeltener Münzen aus ſeinem Nachlaß iſt noch heute in den Händen ſeiner Erben. Er war heftig bis zum Jähzorn, heißt es von ihm in einem Briefe, aber gutmüthig in hohem Grade; man konnte ihm nicht gram ſein, wenn er auch bisweilen mit Wort und That dreinſchlug, denn mit Wort und That wußte er auch wieder zu helfen, wo ſich ihm eine Gelegenheit darbot.
Der erſte Zeitpunkt ſeines Lebens, über den wir ins Einzelne gehende Notizen beſitzen, iſt der ſeiner Vermählung.
Unter der großen Zahl der Häuſer die dem liebens⸗ würdigen Alexei offen ſtanden, war auch das der Familie K. Der Name thut hier nichts zur Sache, heimnißvollen Buchſtaben nur die Erläuterung hinzu, daß er von dem Kaiſer Alexander I. mit einer Grafenkrone geſchmückt wurde und daß die Familie noch heute zu den angeſehenſten Rußlands gehört. Häufiger als ſonſtwo in den Salons der Großen war Alexei in dem Palaſt des Großwürdenträgers K. zu finden: die Tochter des Hauſes, Agrippina, zog ihn mächtig an. Ohne blendende Schönheit war das junge Mäd⸗ chen von ganz eigenthümlichem Liebreiz: man fühlt ſich un⸗ willkürlich von Wehmuth beſchlichen bei dem Anblick ihres Bildes, ſo Schmerz und Kummer ahnend ſchaut das große blaue Auge daraus hervor. Weder Puder noch Stumpfnäs— chen ſind im Stande dieſen Eindruck zu verſcheuchen, und die nach der Mode der Zeit unter der Bruſt beginnende Taille mit den ſenkrechten, unſern heutigen Schönheitsbegriffen wi⸗ derſprechenden Linien, die an beiden Seiten hinablaufen, ent⸗ locken kein Lächeln in dem Conterfei der lieblichen melancho⸗ liſchen Agrippina.*
Als der feurige Alexei an einem Vormittage dreiſt mit ſeinem Heirathsantrage vor den Vater ſeiner Auserwählten trat, wurde er als Freier trocken abgewieſen. Wie lange er nach dieſer Demüthigung getobt haben mag, iſt uns unbe⸗ kannt, aber die Begebenheiten nahmen bald den Gang, den er ihnen geben wollte. Den erſten Act bildeten ſehr reichliche Prügel, die er ſeiner Dienerſchaft eigenhändig adminiſtrirte; darauf folgte eine Vertheilung eben ſo reichlicher Geſchenke, von den freundlichſten, herzlichſten Worten begleitet, ſo daß die Geprügelten ihre Beulen und blauen Flecken vergaßen, und gleich wieder bereit waren ſeinen Befehlen blind zu ge— horchen. Unſer Held muß bei ſolchen Gelegenheiten eine deneidenswerthe Eloquenz an den Tag gelegt haben, denn das Hausgeſinde hing bis in das ſpäteſte Alter des Herrn mit einer Liebe an ihm, die durch den einfachen Wechſel von Miß⸗ handlungen und Trinkgeldern nicht leicht zu erklären wäre.
Nachdem alſo der Sturm ſich gelegt, den jedes momen⸗ tane Mißlingen eines Vorſatzes hervorrief, verſammelte Ale⸗ xei ſeine zahlreichen Diener und erzählte ihnen in freund⸗ ſchaftlichen Ausdrücken, warum er ihnen ſo übel mitgeſpielt und welche wichtige Rolle er ihnen jetzt zugedacht. Ein Qpe⸗
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rationsplan wurde gemeinſchaftlich ausgearbeitet, und ſchon am Abend deſſelben Tages die Ausführung eingeleitet.
Aleſchka, der erſte Kammerdiener, ein Muſter der Vor⸗ zimmereleganz, war ſchon ſeit Monaten der erklärte Anbeter der erſten Kammerjungfer im Kſchen Hauſe. Dieſem wurde ein Brief an Fräulein Agrippina anvertraut. Das merk⸗ würdige Document hat ſich bis auf den heutigen Tag im Familien⸗Archiv erhalten, und liefert den Beweis, daß die parfümirten, roſenrothen Billets noch nicht in der Mode wa⸗ ren; es iſt ein ziemlich großes Blatt in Quart, auf dem in langen, ſteifen, aber ſehr deutlichen Buchſtaben Folgendes in ruſſiſcher Sprache zu leſen iſt:„Liebe Freundin Agrippina Pawlowna, ich habe heute früh um Deine Hand gebeten, und Dein Vater hat mich zur Thür hinausgewieſen. Wenn Du mich liebſt, ſo komm Donnerstag Abend um 11 Uhr an das Hausthor, das zur Wladimirſtraße führt; ich bringe Dich nach Pakrowo, und wir laſſen uns trauen. Dein Freund Alexei Petrowitſch, Garde⸗Hauptmann.“
Ohne auf das geringſte Hinderniß zu ſtoßen, fanden ſich die beiden Liebenden auf der Straße, als noch der letzte Schlag der ſcheidenden elften Stunde durch die Luft hallte. Es war eine dunkle, ſchneidend kalte Novembernacht; aber der Schuee kam mit ſeinem Weiß der höchſt ſpärlichen Straßenbeleuchtung der damaligen Zeit zu Hülfe, und die Fliehenden erreichten in wenigen Minuten den Schlitten, der an der nächſten Ecke ihrer harrte. Als ſie den Schlagbaum hinter ſich hatten,
wurde der Riemen gelöſt, der in der Stadt der Glocke an dem Geſpann die Zunge feſſelte, und mit der Eile des Stur⸗ mes jagten die Pferde auf der endloſen Ebene dahin. In dem Dorfe Pakrowo waren alle Vorbereitungen ſchon getrof⸗ fen; der Geiſtliche wartete in der matterleuchteten Dorfkirche — zwei Zeugen, deren Namen die Geſchichte nicht aufgezeich⸗ net, ſtanden bereit, und nach einer halben Stunde war Agrip⸗ pina Alexei's Frau. Keine polizeilichen Nachforſchungen ſtörten die Freuden der jungen Ehe, obgleich die Spur der Entflohe⸗ nen gewiß leicht zu entdecken geweſen wäre, und Alexei und Agrippina ſchlugen nach Ablauf der Urlaubszeit Alexei's den Rückweg in die kaiſerliche Reſidenz ein, mit der feſten Ueber⸗ zeugung, die väterliche Nachſicht würde, dem nicht mehr zu andernden Factum gegenüber, Gnade für Recht ergehen laſſen. Die Enttäuſchung erfolgte bald. Der alte K. war nur mit Mühe zu beſänftigen geweſen, als er die Entführung ſeiner Tochter erfuhr, die er im erſten Augenblick hatte auf allen Landſtraßen verfolgen laſſen wollen; nur um ſeinen Namen zu ſchonen, waren alle Gewaltſchritte unterblieben. Als aber Agrippina an die Thür ihres Vaters klopfte, wurde ſie ſtreng zurückgewieſen, und ſtatt der erwarteten Verzeihung ward ihr die Nachricht: ſie ſei gerichtlich enterbt.
Wie ſehr die junge Frau ihren Mann lieben mußte, bewies ſchon der leichtſinnige Schritt, zu dem ſie ſich ent⸗ ſchloſſen; ſie ſuchte alſo in der Liebe Troſt für die väterliche
Strenge. Alexei ſeinerſeits war nicht der Mann, ſich die Enterbung ſeiner Frau zu Herzen zu nehmen: er machte ſich gar nichts daraus. Die Neuvermählten blieben in Peters⸗ burg. Ob die Ehe in den erſten Jahren eine leidlich glück⸗ liche war, iſt unbekannt— wir wollen es hoffen.
Achtzehn bis neunzehn Jahre übergehen wir mit Still⸗ ſchweigen in unſerer Stizze. Agrippina erzählte nie etwas aus dieſer Periode und überließ es ihren wenigen Freunden, ihre Thränen und Seufzer zu deuten.
Alexei Petrowitſch war unterdeß Brigadier geworden und mit den ruſſiſchen Truppen nach Polen marſchirt. An einem hiſtoriſch denkwürdigen Tage finden wir ihn wieder.
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