2 —
——
2.——o
—
gewannen ihm die Herzen der Soldaten.
Fern von orientaliſcher Weichlichkeit ſcheute ſie keine Mühe und Arbeit, um ſich die höchſtmögliche körperliche Spannkraft zu verſchaffen und zu erhalten.
Sie war nicht von vollendeter Schönheit, aber von un⸗ widerſtehlicher Schönheit da, wo ſie gewinnen wollte. Ihre Unterhaltung übte einen ſinnebeſtrickenden dämoniſchen Zau⸗ ber aus. Man fühlte ſich wie von unſichtbaren Banden um⸗ ſchlungen, und der Stachel glühender verzehrender Sehnſucht blieb tief im Herzen haften. Ihr Organ war von ungewöhn⸗ lichem Wohllaute; ihre Zunge glich einem vielſaitigen Inſtru⸗ mente, das ſich jeder noch ſo fein nüancirten Stimmung ſee⸗ lenvoll anſchmiegte.
würdige Energie erwies ſie in der ſichern und ſchnellen Er⸗ lernung der verſchiedenſten und ſchwierigſten Sprachen, mit deren Genius ſie auf das Tiefſte vertraut war. Faſt mit allen Geſandten an ihrem Hofe unterhielt ſie ſich in deren Mutterſprache. Parthiſch, Syriſch, Arabiſch, Hebräiſch, Ae⸗ thiopiſch, Griechiſch und Latein ſprach ſie mit großer Gewandt⸗ heit und überraſchender Fertigkeit.
Den Grundzug ihres Charakters bildete rückſichtsloſe Herrſchſucht; galt es ihren Zwecken, ſo war ſie hart und mit⸗
Aegypter empfanden oft ſchwer den Druck ihrer durch römi⸗ ſche Waffen geſchützten Despotie, und mußten für die gering⸗ ſte Auflehnung gegen ihren Willen mit dem Leben büßen.
Sinnengenuß und Schwelgerei waren ihrem innerſten Weſen fremd und dienten ihr nur als Mittel zu ihren Zwecken.
Da die gefährliche Berührung mit den Römern un⸗ vermeidlich war, ſo faßte der kühne Geiſt der Kleopatra den Plan, mit Hülfe Roms ſelbſt ihre Macht zu erweitern und Aegypten zu einer Weltſtellung zu erheben.
Mit entſchiedenem Glück hatte ſie dieſes Ziel unter Cäſar verfolgt. Sie verdankte ihm ihre Alleinherrſchaft; er befreite ſie von ihrem Bruder Ptolemäus. Schon hatte ſie dem Cäſar einen Sohn geboren, den Cäſarion, der bei ihr in ihrer Reſidenzſtadt lebte. Cäſar ließ ſie dann ſpäter nach Rom kommen, ehrte ſie dort hoch und ließgihnſogar eine Statue ſetzen. Der Uebermuth der eer nicht ſelten die römiſchen Großen. Cäſar's To ſcheuchte die Kleopatra wieder aus Rom.
Jetzt wollte ſie ſich des unbedingteſten Einfluſſes auf Antonius verſichern.
Antonius war ein durchaus naturwüchſiger Charakter, im Gegenſatz zu Octavian(Auguſtus), in welchem die zäheſte Energie und die gewaltigſte Kraft auf das Engſte verbunden war mit einer nicht genug zu bewundernden*ſich ſtets gleich⸗ bleibenden Ruhe, kalter Beſonnenheit und abſoluter Selbſt⸗ beherrſchung. 3
Antonius, von Natur edel angelegt, beſaß eine vor⸗ treffliche volksthümliche Beredſamkeit, die auf den Legionär mächtig wirkte. Sein kräftiges, derbes, treuherziges Weſen Kein Feldherr durfte ſich einer ſo hingebenden Liebe rühmen. Aber es fehl⸗ te Antonius bei vem gänzlichen Mangel ſtrengerer innerer
Zucht und echten ſchöpferiſchen Dranges ein klarer bewußter
Lebensplan.. Kleopatra’s klarer und ſcharfer Geiſt faßte raſch den
8 Charakter des Antonius an der Wurzel.
Dem Antonius vor Allem Genuß zu verſchaffen, was ſie⸗ ſehr richtig als ſeine ſchwache Seite anerkannte, entfaltete ſie die unerſchöpflichen Hülfsquellen ihres Geiſtes. Sie ließ
leidslos bis zu gefühlloſer Grauſamkeit. Die angeſehenſten
Ihre hohe geiſtige Begabung und ihre bewunderungs⸗
1
Novellen⸗Jeitung.. 3
2
den Imperator nicht von ihrer Seite, überall hin begleitete
ſie ihn, auf die Jagd, auf den Fiſchfang, zu den Trinkgelagen, wo ſie an den kecken Scherzen und Witze betheiligte. Verkleidet durchzog ſie mit ihm in der Dunkelheit der Nacht die Straßen Alexandriens und trieb dann jeglichen Unfug.
Alerandria wurde von ihr umgeſchaffen zu einem Zau⸗ berpalaſt. Sie ſtiftete einen beſonderen Club unter dem Namen der„Unnachahmlichen“, deſſen Zweck war, den Begriff der Zeit fortzuſcheuchen und durch ſtets neue und raffinirte Genüſſe jeder Ermattung des Antonius ſtets vorzubeugen. Nur zu ſehr wurde dies erreicht, aber den innerſten Lebens⸗ nerv lähmte der zu gewaltige Wogenſchlag bacchantiſcher Luſt.
Kleopatra trachtete innerlich danach, römiſche Kaiſerin zu werden, denn ihr höchſter Schwur war der:„So wahr ich künftig auf dem Capitol Recht ſprechen werde.“
Wir übergehen hier das Leben in Aegypten ganz kurz, welches erſt in rechtem Glanze anbrach, nachdem Antonius ſeine erſte Frau Fulvia an den Folgen der Eiferſucht verlo⸗ ren und die Schweſter des Octavian, Octavia, geheirathet hatte, die ihn zwar als ein edeles hochſinniges Weib vorüber⸗ gehend feſſelte, bald aber wieder von Kleopatra verdrängt ward. Antonius ging zum zweiten Male nach Aegypten, das er ſeiner neuen Heirath wegen verlaſſen hatte, und nun ſchim⸗ merte bald eine verſilberte Bühne auf dem Markte von Alexandrien, auf der ſich zwei goldene Throne befanden. Auf dem einen derſelben ſaß Antonius, die goldene Tiara auf dem Haupte, den perſiſchen Säbel zur Seite, auf dem andern thronte Kleopatra im Gewande der Göttin Iſis. An den Seiten waren niedrige Throne, worauf Cäſarion und die drei Kinder ſaßen, welche Kleopatra von Antonius hatte. Hier vertheilte Antonius Provinzen.
Endlich ging aus all dieſem Unweſen die große Kata⸗ ſtrophe hervor, in welcher ſich Octavian und Antonius gegen— ſeitig überwarfen, und von Seiten Roms erfolgte die Kriegs⸗ erklärung an die Kleopatra.„Sie habe durch Liebestränke die Sinne des Antonius verwirrt und ihn durch ihre Künſte vermocht zur Verletzung der heiligſten Pflichten und zur Verſchenkung römiſchen Staatseigenthums an ſie und ihre Baſtardkinder.“
Antonius ſchickte nun ſeiner Frau einen Scheidebrief, mit dem Befehle ſeine Wohnung zu verlaſſen. Jetzt mußte Octavia folgen, die faſt jede Kränkung erduldet, und ſie verließ unter heißen Thränen das Haus ihres Gemahls.
Hierauf vermählte ſich Antonius mit der Kleopatra, wie das deutlich aus einer Stelle eines Briefes erhellt, in dem Antonius an Octavian ſchreibt:„Kleopatra iſt meine Frau.“
Der Stolz der Königin wurde jetzt maßlos, denn ſie hegte die ſichere Erwartung, daß ihr Held in dieſem Kriege Sieger bleiben würde. Doch die Schickſale fügten ſich wun⸗ derbar, und wir werden dabei ihren Charakter von einer eigen⸗ thümlichen Seite kennen lernen.
Octavian hatte der Kleopatra alſo den Krieg angekün⸗ digt, und trotz aller beſſeren Rathſchläge wollte ſich die Königin an dem Kampfe betheiligen, und zwar ſollte er zu Waſſer auf⸗ genommen werden, obgleich gerade darin Octavian im Vor⸗ theil und in der Uebung war, während Antonius die Kraft eines geprüften Landheeres für ſich hatte.
Aber vergebens aller Rath; Kleopatra, die wirklich viel Schiffe ſtellte und 20 Millionen Thaler zum Kriege zahlte, wollte dieſen zur See, und ſo geſchah es.
Der Tag von Actium, der 2. September 31 v. Chr. Geb. erſchien. Am Mittag um 12 Uhr begann im Meerbuſen die Schlacht.
Als grioner resind ſchszig ſcch”
halten un Scärittt vurde wuber
ſeinem
A Feldhe bei die Tod u für all
Schiff Auger lich ſandte währe dump er der Köniy wolle Mere bringer
Spitze mit de Knech auch nicht verbre
Pelop ihnen
d nachd wider
gleic zu mit Sir Ank


