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Vierte Folge. 491
Feuilleton.
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Züge aus dem Leben der Kleopatra. ſich. Sie war fälſchlich beſchuldigt, den Caſſius bei ſeinen
— Rüſtungen gegen die Triumvirn unterſtützt zu haben, und ſollte
Die Geſchichte erzählt uns leider nicht immer ſo ſpeciell, dafür jetzt zur Rechenſchaft gezogen werden.
als es wünſchenswerth wäre, von den intereſſanteſten Per⸗ Die Königin, von dem Charakter des Antonius unter⸗ ſonen und Begebenheiten der Vergangenheit, und es verdient richtet, trug kein Bedenken, der Aufforderung Folge zu lei⸗ um ſo mehr Dank und möglichſte Verbreitung, wenn neuere ſten. Sie wußte, daß es ſich um die Exiſtenz ihres Reiches Sachkundige mit Fleiß und Quellenkunde über feſſelnde Ge⸗ handelte, und ſie beſchloß, um ſich dasſelbe zu erhalten und ſtalten zuſammentragen, was man Merkwürdiges von ihnen die Macht Aegyptens zu erweitern, kein Mittel unverſucht zu
weiß. laſſen.
So giebt Dr. Woltersdorf über die ägyptiſche Kleopatra Sie erſchien mit unermeßlichen Schätzen verſehen. viel Anziehendes zum Beſten, dem wir hier Einiges in zu- Ihr Schiff, reich vergoldet an den Seitenwänden und getrie⸗ ſammengezogener Form entlehnen wollen.— ben von kunſtvoll mit Silber belegten Rudern, fuhr den Fluß
Bekanntlich war Antonius vom Schickſal, oder beſſer Cydnus nach Tarſus hinauf. 8
geſagt, von ſeinen Leidenſchaften dazu auserſehen, das hi⸗ Die Königin lag unter einem goldgewirkten Baldachin; ſtoriſche Trauerſpiel der berühmten Schönheit mit dieſer zu zur Seite ſtanden Liebesgötter, die ihr Kühlung zufächelten. Ende zu ſpielen. Die ſchönſten Mädchen, in dem Gewande von Nereiden und
Nachdem Brutus und Caſſius nach der Schlacht bei Grazien, ſtanden am Ruderwerk und am Steuer. Wunder⸗ Philippi beſiegt waren und ſich ſelbſt den Tod gegeben hat⸗ volles und koſtbares Räucherwerk ſchwängerte weithin die Luft ten, gehörte die römiſche Welt ihren Siegern, Octavian(dem mit balſamiſchen Düften. ſpätern Kaiſer Auguſtus) und Antonius, groß durch ſein Feld⸗ Ganz Tarſus verließ auf das Gerücht von der Ankunft herrntalent.— der Königin die Stadt. Aphrodite hieß es, die Göttin
Während der Erſtere in Italien blieb und die Verhältniſſe der Anmuth und Schönheit, nahe ſich, um den neuen Bacchus, ordnete, der dritte Triumvir, Lepidus, eine einflußloſe Con⸗ der jetzt in Aſien walte, zu beſuchen. ſulthätigkeit in Afrika übernahm, ging Antonius nach Aſien. Antonius, der auf öffentlichem Markt auf ſeinem Tri⸗ Er wollte dort treue und abgefallene Parteien belohnen bunale ſaß, wurde ploͤtzlich verlaſſen von der ihn umgeben⸗ und beſtrafen und ſich für einen großen Feldzug gegen die den Menge, welche die Neugier hinauslockte zu dem ſeltenen Parther vorbereiten. 1 Schauſpiele.
Sein Marſch durch Aſien glich einem bacchantiſchen Endlich ſchickte er einen ſeiner Lictoren zur Königin und Feſtaufzuge. Flöten⸗ und Citherſpieler, Tänzer und Sänger, ließ ſie einladen zum Gaſtmahl. Sie erwiderte, Antonius Mimen und Schauſpieler bildeten des Triumvirs nächſte möge lieber zu ihr kommen.
Umgebung; die lange ertragenen Anſtrengungen und Mühen Der Triumvir gab nach und erſchien mit einem glän⸗ wichen den wildeſten Orgien, der zügelloſeſten Luſt. zenden Gefolge. Kleopatra entfaltete einen nie geſehenen
Der neue Bacchus, wie ſich Antonius gern nennen Reichthum, verbunden mit ausgeſuchteſter Eleganz. Man ließ, war zwar Vielen ein Gott der Freude und Wonne; bettete ſich oſenlagern, die von den feinſten Geweben
aber Millionen der unglücklichen Aſiaten wurden durch die bedeckt wa wunderſame magiſche in tauſendfältigen ihnen nach Willkür auferlegten unerſchwinglichen Con⸗ Reflexen ſich nde Glanz der Lichter, die berauſchenden tributionen aufs Furchtbarſte gequält. Der Wohlſtand die⸗ Klänge der Muſik, das koſtbarſte Tafelgeſchirr, die ſeltenſten ſer von der Natur ſo geſegneten Länder wurde auf Jahre Speiſen und feurigſten Weine, dargereicht von den ſchönſten vernichtet. in Jugendfülle prangenden Orientalinnen: Alles dies wirkte
Die Laune des Antonius entſchied nicht ſelten nicht nur bezaubernd auf die Sinne der Römer. Nach der Beendigung über das Glück Einzelner, ſondern auch ganzer Städte und des Mahles beſchenkte Kleopatra das ſämmtliche Gefolge des Reiche; Schmeichler beſaßen ſein Ohr, wer dem Sinnenge⸗ Antonius. nuß die meiſte Nahrung zu bieten verſtand, wurde über⸗ Die Cinen erhielten das mit funkelnden Edelſteinen ſchwenglich belohnt. Ing der Trunkenheit ſprach der Trium⸗ beſetzte Service, Anderen ſchenkte ſie reich vergoldete Rüſtun⸗
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ut angeſehener Aſiaten dem elende- gen und Waffen, für Andere ſtanden herrliche Zelter, pracht⸗
ſten Menſchen zu. voll gezäumt, bereit, noch Andere erhielten die auserleſenſten Könige und Königinnen drängten ſich an ihn heran, Sklaven und Sklavinnen.
wetteiferten mit Geſchenken und buhlten um die Gunſt des Die märchenhaften Wunder des Orients ſchienen plötz⸗
allmächtigen Feldherrn. lich verwandelt in ſichtbare Wirklichkeit.
Glänzend feierte die Stadt Epheſus ſeine Ankunft. Antonius ward von dem Liebreiz der jungen Königin Männer und Frauen, Jünglinge und Jungfrauen bildeten ſo gewonnen, daß es dieſer gelang, ihn mit ſich nach Alexan⸗ einen impoſanten Zug von Satyrn und Bacchantinnen; mit dria, der durch ihre Schönheit und ihre Pflege griechiſcher Kränzen und Epheu auf dem Haupte und in den Locken, mit Wiſſenſchaft glänzenden Hauptſtadt ihres Landes, hinüber zu Thyrſusſtab, Pſalter und Saitenſpiel in der Hand, zog man führen, obgleich die dringendſten Geſchäfte ſeine Anweſenheit ihm huldigend entgegen. in andern Provinzen erheiſchten.
Als Antonius auf ſeinem Marſche nach Tarſus, der Kleopatra hatte von der Natur einen herrlichen Körper Hauptſtadt Ciliciens, gekommen war, entbot er die damals zur Mitgift erhalten, den ſie auf das Sorgfältigſte auszubil⸗ achtundzwanzigjährige Königin Aegyptens, Kleopatra, zu den bemüht war, 4
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