Jahrgang 
31-52 (1863)
Seite
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Vierte Folge.

glaube, keine Seele war in den Häuſern geblieben. Die Dunkelheit nahm nun raſch zu, und das Rufen nach Booten, das Schelten und Schreien Derjenigen, die keinen Platz finden konnten, ja ein heftiger Streit, der auszubrechen drohte, als einreicher Mann von Hamburg meinen Vetter als Comité⸗Mitglied zwin⸗ gen wollte, ihm einen Platz zu verſchaffen, ſonſt werde er den ſeinen nehmen, das Einſchreiten von vier Lootſen, die, meines Vetters Partei ergreifend, Lynch⸗ geſetz ausübten und den Hamburger in Windeseile davon trugen; ferner das Plätſchern des Waſſers, die Unſicherheit des Einſteigens bei der großen Dunkel⸗ heit dies Alles hatte etwas Unheimliches.

Unſer Boot, das des Comité's, folgte gleich dem mit vollen Lampen erleuchteten Signalboot mit Muſik. Alle andern Boote waren dunkel, und man hörte nur den Schlag der vielen Ruder, ſonſt keinen Laut. Him⸗ mel und Meer und Fels Alles in Nacht gehüllt.

Durch eine kleine Intrigue war es mir gelungen, nicht an der Seite des Hauptmanns zu ſitzen, ja ich vergaß bald, daß er im Boote, daß er in der Welt ſei.

Um den Eindruck zu erhöhen, ward erſt die dunkle

Seite der Inſel umſchifft, was wohl eine halbe Stunde währte. Die Finſterniß war total. Da ertönte Ka⸗ nonendonner, auf den Wellen leiſe verhallend, und Ra⸗ keten ſtiegen zum Himmel auf, uns lichte bunte Sterne herniederſendend, dann war wieder völlige Nacht. Wie mit einem Zauberſchlag tauchte nun aus den Fluthen eine in rothem Lichte ſchimmernde Grotte auf, in der Kobolde, mit langen Zipfelmützen geſchmückt, ihr Weſen trieben, mit ihren Schatten tanzend, die bald winzig klein zuſammenſchrumpfend, bald zu Rie⸗ ſen anſchwellend, an den Felſenwänden ſpielten je nachdem ſie ſich der Flamme näherten oder ſich von ihr entfernten. Das Licht erblaßte, die Schatten wurden immer nebelhafter, und dann verſank Alles wieder in Nacht. lautes Jauchzen des Beifalls! Leiſe wiegten uns Kähne in der Nacht.

Da mit einem Mal drang unſer Blick in die Tiefe einer Höhle, wo von grünem Licht geiſterhaft beleuchtet eine alte Hexe den Teufelsbrei rührte; Ei⸗ dechſen, Schlangen und Kröten ſuchten dem Keſſel zu entrinnen. Nun ſtimmte ſie einen heiſern, ſchrillen Geſang an, der das Schauerliche noch erhöhte, ſchwang mit einem Schrei den Kochlöffel hoch in der Luft, ließ ihn über ihren greiſen Kopf kreiſen und ſtieß dann mit einer ſolchen Wuth in den Keſſel, daß er umſtürzte und die züngelnden Flammen und Alles ward wieder Finſterniß!

Leiſe wiegten uns die Kähne in der Nacht.

gewiſſe, fürchtend den Moment zu verlieren, wo die Nacht neuen Zauber gebären möchte!

wie eine Muſchel gebildete Grotte, in welcher ver⸗ führeriſch, in weißem, durchſichtigem Gewande, den Schilfkranz im Haar, mit Korallen geſchmückt, Aphro⸗ dite ſchlummernd von uns belauſcht ward. In ſüßen, allmählich verhallenden Weiſen erklang Muſik. Auch dieſes Bild verſchwand.

von den Felſen, ihren feurigen Wegmit lautem Zi⸗ ſchen im Meer verlierend, Sonnen brannten auf den Höhen, feurige Schlangen drangen bis in die Tiefen der Höhlen; das Auge dann dort, prächtiges Schauſpiel, als die ganze mächtige Fels⸗ wand in rothen Flammen den ganzen Fels benden Koloß erhebend einen Augenblick, ein Kanonenſchuß und plötzlich ſtand ein brennendes Kriegsſchiff mitten auf dem Meere, jeder Maſt, jedes Segel, jedes Seil brennend an den dunkeln Horizont zeichnend ein Schrei des Ent⸗

Doch von den Booten erhob ſich warf die chen, glatten Meereswellen, auf die auch die Venus

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Keiner ſprach ein Wort. Jeder ſtarrte in's Un⸗

Nun erhellte ſich in roſenfarbenem Schimmer eine

Leiſe wiegten uns die Kähne in der Nacht. Raketen ſauſten in die Lüfte, Schwärmer ſtürzten

konnte kaum folgen, dann hier, immer neue Wunder aber welch ein

bengaliſchen Feuers daſtand zu einem lichten, himmelanſtre⸗ ! Dann Nacht, doch nur für

ſetzens entrang ſich meiner Bruſt doch das nicht endenwollende Jauchzen des Entzückens, das Beifall⸗ klatſchen der begeiſterten Zuſchauer ließ auch mich mit freudigem Entzücken das wahrhaft prächtige Schau⸗ ſpiel betrachten, anſtaunen. Nun die Kunſt zu Ende, trat die Natur wieder in ihre Rechte. Der Himmel, um den wir uns gar nicht bekümmert, geht's doch oft ſo, wenn die irdiſchen Freuden über⸗ wiegend wollte nun auch ſein Licht leuchten laſſen, hatte den dunkeln Vorhang weggezogen, all ſeine Stern⸗ lein angezündet und ſchickte gerade den Mond heraus, als das brennende Schiff verſchwand. Der Mond ſeine hellſten ſilbernen Strahlen auf die wei⸗

ihren Schein geſchickt. Die Wellen hatten ſich mit tauſend und tauſend Diamanten geſchmückt, den ſüßen Buhlen zu empfangen. Auch wir Menſchenkinder ſpiel⸗ ten mit den Wellen, tauchten die Hände hinein und ließen die diamantenen Tropfen an den Fingern ſprü⸗ hen, denn auch das Meer folgte dem Himmel und leuchtete. Und dann war das Spiel aus!

Beim Ausſteigen drückte mir der Hauptmann raſch einen Brief in die Hand. Ehe ich mich beſin⸗ nen konnte, war er verſchwunden. Ich rief ihm nach, doch er hörte mich nicht. Ich wollte keinen Brief, ahnte ich doch den Inhalt. Sollte ich ihm den Brief unerbrochen zurückſchicken? Wie durfte ich