Jahrgang 
31-52 (1863)
Seite
487
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ScS

Vierte

ſtehſt zu ſchwarz, Mutter, erwiderte ſie ſanft,wes⸗ halb ſoll das Herz ſchon im Voraus ſich ängſtigen, daß ein Wechſel in ſeinem Glücke eintreten könne?

Die Medicinalräthin ſchüttelte wehmüthig ihr ſilberweißes Haupt.Ich bleibe dabei, Perlen be⸗ deuten Thränen, flüſterte ſie vor ſich hin;Gott gebe,

daß meine Prophezeiung ſich nicht erfülle! (Fortſetzung folgt.)

Grottenbeleuchtung auf

Der Tag der Helgoland.

Eine Stizze von B. Lucas.

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(Schluß.)

An ein Lagern auf der

Meeres durfte heute nicht gedacht werden,

Wind erhob ſich ſchon zu ſtarken Stößen.

Düne am Rande des denn der Und es Wind

Folge. 487 ſich als längliches, abgerundetes Plateau über der Waſſerfläche, 4 Mal ſo lang als hoch erſcheinend, während die umkränzenden Häuſer wie Nürnberger Spielſachen ausſehen, von Kindeshand aufgebaut.

Das Beleuchtungs⸗Comité hielt Sitzung:Des ungünſtigen Wetters halber kann heute keine Grotten beleuchtung ſtattfinden, war des Pudels Kern der Berathung! Ein Trommelſchläger durchzog die Inſel, mit heiſerer Stimme die Hiobspoſt verkündend. Ich war recht verſtimmt hatte ich mich doch wahrhaft kindlich oder kindiſch auf das Schauſpiel gefreut; ein Schauſpiel, von dem ich geträumt, ehe ich noch die Inſel kannte. Doch mit dem Himmel iſt nicht zu rechten.

Ich haſſe die grünen Tiſche, mag es beſonders nicht, daß Damen ſpielen, und dennoch hatte ich mir nach dem Grundſatz:der Zweck heiligt das Mittel, vorgenommen, am letzten Morgen zu ſpielen, um die Möglichkeit zu gewinnen, meinen Lieben daheim ein Geſchenk mitbringen zu können, denn meine Caſſe litt an der Krankheit der meiſten Mädchencaſſen, an per⸗ manenter Schwindſucht.

iſt ſo ſchön, mit aufgelöſtem Haar, in dem der ſein Weſen treibt, auf dem elaſtiſchen Boden zu lie⸗ gen, nach ſchönen Steinen und Muſcheln zu ſuchen, die vom Seewaſſer feucht in der Sonne wie Edel⸗ ſteine glänzen, und ganz ernſt nach einem Stein mit einem Kreuz zu ſuchen, der ja Glück bringen ſoll, und dann in einem ſüßen dolce far niente dem Kom⸗ men und Gehen der Wellen zuzuſehen! Die eine kommt weich und breit, die andere majeſtätiſch und hoch, die wieder hüpfend und leicht einer Gazelle gleich, dann eine raſch und kühn, die Füße ſtreifend, geefolgt von einer ſo eilig, daß man ein zweites Bad nehmen würde, ſpränge man nicht raſch auf. Doch wer könnte ſie alle beſchreiben in Form, Weſen und Farbe? Ja, das Meer iſt oft ſo ſchwarz, als habe die Nacht ſich darin gebettet, und dann wie⸗ der ſo licht, ſo goldig und klar, als müſſe es auch der Sonne gleich leuchten, dann wie des Himmels Azur ſo blau und übergehend in alle Tinten von Braun und Grün und Violett, daß oft Farbeneffecte entſtehen, die, würden ſie von eines Künſtlers Hand auf die Leinwand geheftet, uns ein mitleidiges Lä⸗ cheln abzwingen würden mit dem Ausrufe:So kann Waſſer nie ſein.

Heute beeilten ſich Alle die Düne zu verlaſſen, und ſo auch wir. Der Wind trieb uns raſch der 11I Inſel zu. Es war 11 Uhr. Helgoland, vom Meere AI aus geſehen, entbehrt des Großartigen und Impo⸗

6 ſanten. Der Fels ſteigt nicht ſchroff und ſchwindelnd hoch,

4 wie meine Phantaſie ihn gedacht, ſondern er erhebt

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geſtehen, ſchlafend, träumte mir von dem ſtehenden Ereigniß des Spielens: ich ſtehe am grünen Tiſch, ruft da klopft meine Couſine an die Thüre und drängt zur Eile. Ich kleide mich an, und wir gehen in den Spielſaal. Hier fanden wir nur Wenige verſammelt, Spieler von Profeſſion, denn Andere widmen dieſer veredeln⸗ den Leidenſchaft nur den Abend.

ler auf den ihm angewieſenen Platz, als ſchon das Seize des Croupiers erſcholl und ich den Einſatz ſechsunddreißigfach erhielt. Ich erſchrak vor all dem durch Nichts verdienten Gold und ſcheute mich

nehmen, ja that es erſt, als man mich darauf auf⸗ merkſam machte. Dieſe Sache iſt Gaanaeeißer

Nach dem Bade ausruhend, oder ich will es nur mir bevor⸗

will ſetzen, als gerade der CroupierSeize

Da war es aus mit dem Traum.

Soll ich für Dich pointiren? frug mein Vetter. Jd.

Welche Nummer? Seize, antwortete ich, und kaum rollt der Tha⸗

es zu

Der Hauptmann von Bonn, unſer ſteter Beg der auch aus Princip nie ſpielte, bat mich nun, da das Glück mir günſtig ſei, ihm eine Nummer zu ſagen, auf die er 1 Thaler ſetzen ſolle. Ich ſagteDix, und ſiehe da,Dix gewann. Der Hauptmann, in Dankſagungen für mich, vergaß das Einziehen des Geldes, das ſtehen blieb. Wieder kreiſte die Kugel, und wieder erklangDix aus dem Munde des Crou⸗ piers, und der Hauptmann hatte aus Unachtſamkeit über 1000 Thaler gewonnen. Raſch verließ ich den