Jahrgang 
31-52 (1863)
Seite
485
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al in enten wurde K ge⸗ dag g, an Aus⸗ 8 auf heuks, ſollte, feier⸗ enfeſt niſſes

war n die glück aus⸗ trant⸗ aber, enden das ſche; einen ſein, inem utter

Lo⸗ ggen, dem alten iſche man⸗ d. vort,

Wilhelmine wendend, fort, während Andreas a

Platz nahm,

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Vierte Holge.

m Tiſche dergleichen noch hingehn laſſe auch ein ben, hob der Doctor an, cht ſehen Vorurtheile nicht mehr.

mein verſtorbener Gatte war der ein ſchönes Geſicht ni konnte, ohne in Verlegenheit zu gerathen, das heißt, früher in ſeinen Jugendjahren; ſpäter, nachdem er ſich einmal ein Herz gefaßt und mich heimgeführt hatte, ging's beſſer.

Mutter! warf der junge Mann bittend ein.

Laß mich ausreden, lange habe ich geſchwiegen und Deinem eignen Ermeſſen überlaſſen, ob und wann Du den Schritt thun willſt, den ich jetzt ſchon ſeit einem Jahre erwarte. Das arme Kind vergeht ſchier vor Kummer, und wer will's ihr übel nehmen, wenn ſie ſich allerlei böſe Gedanken macht und an der Auf⸗ richtigkeit Deiner Geſinnung zweifelt?

Das ſoll, das darf ſie nicht! fiel der Docto haſtig ihr in's Wort.Frage nur Wilhelmine, ich nicht längſt ſchon den Vorſatz gebegt habe, endlich einmal die Sache in's Reine zu bringen, aber wie Du auch eben bemerkteſt, mir fehlt der Muth.

Wilhelmine nickte ſchweigend und trat an's Fen⸗ um in die trübe Herbſtlandſchaft hinauszuſchauen. Die Unterhaltung ſtockte. Die Medieinalräthin ſetzte ihre unterbrochene Lectüre fort, und Andreas beſchäf⸗ tigte ſich mit dem Frühſtück, welches ihm heute gar nicht munden wollte. Endlich brach die alte Dame wieder das Schweigen.

Cora wird gleich herunterkommen, nahm ſie das Wort.Haſt Du ſchon ein Geſchenk für ſie?

Statt der Antwort zog Andreas das Ebenholz⸗ käſtchen aus der Taſche und überreichte es der Mutter, die nicht ſobald daſſelbe geöffnet hatte, als ſie auch einen Blick der böchſten Beſtürzung in das Antlitz des ſtill lächelnden Sohnes warf.Perlen? rief ſie. Kind, weißt Du nicht, daß Perlen Thränen be⸗ deuten?

Wilhelmine hatte ſich raſch umgewandt, das Wort Perlen verfehlte die Wirkung nicht, welche es auf ein neunzehnjähriges Mädchen zu üben vermag.

Pah, erwiderte Andreas achſelzuckend,wenn es wahr wäre, daß Perlen Thränen bedeuten, würden wir wohl gar keine Perlen mehr bei unſrer ſchöͤnen Welt finden.

Und noch dazu weiße! fuhr die Mutter ſeuf⸗ zend fort.Weiße Perlen an einem ſo hohen Feſt⸗

tage!. Aber wer wird ſo hartnäckig an dieſem thörich⸗ ten Aberglauben hängen! verſetzte Wilhelmine, welche inzwiſchen den Schmuck angelegt hatte und, vor den Spiegel tretend, ſich mit ſichtlichem Wohlgefallen be⸗ trachtete.

Früher, vor einigen Jahrzehnten,

ſolcher Haſenfuß,

ſter,

warf einen Blick des Vorwurfs au geiſt, der mit kaltblütiger Ruhe d unſichtbaren Schickſals leugnete. liche Lehren auf der Hochſchule eingeſogen, ſie, und der Ton ihrer Stimme klang gereizt, llte nach dem, was ich bis gehört habe, nicht wundern, Gottes leugneteſt. Wenn Du einma fahrungen biſt wie ich, ſem ungläubigen Spott urtheile hinweggehn un r reden:Es giebt viele

ſo

ob Erde, men läßt.

den Hang zum Ue dreas gemeſſen,

angethan, den Aberglau heute würde er vielleicht nicht ſo ſprechen. auch, daß der Satz nur eine Satire auf die damalige mangelhafte Schulweisheit ſein ſ er damit nur andeuten, daß die tur noch nicht zum hundertſten

Du ſiehſt alſo, wie wenig ſtichhaltig Dein Citat iſt.

rungen, fiel die Medicinalräthin ihm in die Rede. Aber was nützt es,

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n, ja auch daran glau⸗ heute aber gelten dieſe

Die Medicinalräthin legte das Buch hin und f den kühnen Frei⸗ as Walten eines Du haſt verderb⸗ erwiderte mich jetzt aus Deinem Munde wenn Du das Daſein l ſo reich an Er⸗ wirſt Du nicht mehr mit die⸗ über jene ſogenannten Vor⸗ d mit jenem großen Manne Dinge zwiſchen Himmel und von denen die Schulweisheit ſich nichts träu⸗ Dieſe Worte beweiſen nur, daß Shakeſpeare bernatürlichen theilte, erwiderte An⸗ freilich, ſeine Zeit war ganz dazu ben zu wecken und zu nähren, Möglich

ollte; vielleicht wollte Geheimniſſe der Na⸗ Theile erforſcht ſeien.

Um ſo mehr beweiſen meine eignen Erfah⸗

* ſie Dir mittheile, Du wirſt ihnen keinen Glauben ſchenken, oder ſie auf die natürlichſte Weiſe auszulegen ſuchen.

Gauz gewiß! entgegnete der junge Mann feſt. Furcht und Glauben beſitzen eine größere Macht, als man ihnen zugeſtehen möchte; was man Fügung des Schickſals nennt, möchte ich in den meiſten Fällen als die Folgen der Furcht oder des Glaubens be⸗

zeichnen. Zum Beiſpiel? fragte Wilhelmine, welche den

Schmuck wieder in das Käſtchen gelegt hatte und dem Geſpräche jetzt ihre Aufmerkſamkeit zuwend Zum Beiſpiel, Jemand tritt an eine itag eine Reiſe an, was ja auch Unglück bringen ſoll Natürlich! warf die Mutter ein. Nun wohl, der Reiſende glaubt an die Wahr⸗

konnte man liche oder unglückliche ſein muß?

heit dieſer Behauptung, fuhr Andreas fort,er kann aber die Abreiſe nicht bis zum folgenden Tag ver⸗ ſchieben, wird er nicht beſtändig in Angſt vor dem bevorſtehenden Unglück ſchweben? Wird er nicht end⸗ lich feſt daran glauben, daß ſeine Reiſe eine vergeb⸗

Was hat dieſe