Jahrgang 
27-52 (1862)
Seite
829
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theuer bleiben, nicht bloß als Erzeugniſſe eines durchaus poetiſch⸗reinen Gemüthes, ſondern auch als Manifeſtation edler Manneskraft und echter deutſcher Denkungsart.

Seinen Platz in der Literaturgeſchichte, den er für ſtete Zeiten behaupten wird, kann man am beſten beſtim⸗ men, wenn man in ihm die Spitze jener ſogenannten ſchwäbiſchen Dichterſchule erblickt, die den Uebergang von den Romantikern zu der ſpäteren Periode vermittelt, inſo⸗ fern ſie mit den Traditionen und Anſchauungen der erſte⸗ ren noch nicht vollſtändig gebrochen hatte, doch aber auch ſchon neue Tendenzen verfolgte. Goethe ſprach in ſeinen ältlichen Reflexionen von einem poetiſchen Bettlermantel, mit dem politiſche Dichter ihre Blöße bedecken müßten. Goethe hat auf ſeiner reich beſaiteten Leier eben nicht den Ton gefunden, den die Heldenkämpfer des Vaterlandes anſchlugen; er hatte ſich mit ſeinen Gefühlen in den fernen Orient geflüchtet, als unſere patriotiſchen Tyrtäusſänger mitten unter Schwerterklang zur Harfe griffen.

Daß Uhland nicht überfloß in Verſen und Rhythmen, iſt eben ſeine gehaltene Kraft, und ſelbſt ſeine Schweigſam⸗ keit iſt edler als der Wortſchwall Vieler. Auch in ſeinem Schweigen liegt ein Groll, der poetiſcher ſpricht, als manche redneriſche Lyrik. Er hat oft ſchweigen müſſen aus Unmuth und im Anblick des verſagten Glückes, das unſerer Nation verkümmert wurde. Zwei Mal hat er be⸗ ſcheiden, aber feſt, ſelbſt Ordensſchmuck, den ihm begeiſterte deutſche Fürſten darboten, ablehnen müſſen, weil die herrſchende Partei die Genoſſen ſeiner Meinung verfolgte und kränkte. Bei Nationalfeſten aber ſollte nie ein Lied von Uhland fehlen, am weuigſten das zum Angedenken an die Leipziger Völkerſchlacht geſungene:

Wenn heut ein Geiſt herniederſtiege, . Zugleich ein Sänger und ein Held!

Unter den Dichtungen, die bei Uhland's feierlichem Begräbniß geſprochen wurden, iſt wohl die nachfolgende Ode von J. G. Fiſcher die ſchönſte:

4 Dritte Folge.

Heilige Stätten ſind es, wo der Fußtritt

Hoher Menſchen gewandelt; aber eine

Iſt die heiligſte; wo um ihre Aſche Dankend die Nation ſich ſammelt;

Wo in den Markſtein, welcher eines großen Lebens Grenze beſchließt, die Weltgeſchichte Einen Namen gegraben, deſſengleichen

3 Nur in Jahrhunderten einer aufſteht.

Heute auch dir, du ſonnenheller Name,

Wies die Stätte der Geiſt, der dich geſendet,

Deinem Volke zu zeigen, welch ein Segen Eines erprobten Mannes Kraft iſt.

Und wir empfinden ganz den Meiſterſegen

Mit den Tauſenden allen, welche ferne

Dieſes ſeltenen Tages mit uns gedenken, . Dankend wie wir dem ſelt'nen Todten.

Wenige Augenblicke und wir ſcheiden,

Deinem Schlummer allein dich überlaſſend;

Aber deines begeiſterten Volkes Herz wird Stärkung an deinem Grabe ſuchen.

Weinende Jungfrau'n, denen deine Harfe

Gold'ne Lieder in's Herz klang, werden kommen

Die Gelüdde zu löſen, die ſie deiner Frauengeſtalten Vorbild ſchwuren.

Aber an euch, ihr deutſchen Muſenſöhne,

Die die Fackel vor Uhland's Namen ſchwingen,

Wird ſein Mahnen ergehn, und vom Pokal euch Rufen zum ernſten Männerkampfe

Jünger des Lieds, auch ihr, ihr kommt und lernet,

Welche Lieder und Thaten eurem Volke

Perlen gelten, die echten Werths gewiß ſind, Kommet und lernt's an dieſem Grabe.

Drängen doch die ſich ſelbſt zur Fahne, denen

Keine Ader von ſeinem Geiſt geworden,

Weil ſie hörten, wie hell der Schild erglänze Ueber dem Grab des Patrioten.

Miscellen. V

Eine gute Jdee.

In einer der letzten Schlachten in Nordamerika wurde der rechte Arm des Generals Howard von einer Kugel zerſchmettert und mußte oberhalb des Elbogens amputirt werden. Als er in einer Sänfte nach dem Lazareth getragen wurde, begegnete ihm der General Kearney, der im mexicaniſchen Kriege ſeinen linken Arm verloren hatte.General, ſagte Howard,ich will Ihnen einen vortheilhaften Vorſchlag machen; laſſen Sie uns künftig unſere Handſchuhe zuſammen kaufen! C.

Sechs wichtige Regeln.

Die ausgezeichnete Mrs. Fry drang in ihren Schriften auf die ſtrenge Befolgung der folgenden Regeln: 1

1. Verliere nie Deine Zeit; ich halte die Zeit nicht für ver⸗ loren, die man jeden Tag auf ſeine Erholung und Aufbeiterung verwendet, aber man muß ſich gewöhnen, immer beſchäftigt zu ſein.. 4

2. Erlaube Dir nie die geringſte Abweichung von der Wahr⸗

heit.

3. Sage nie irgend etwas Böſes von einer Perſon, wenn Du nichts Gutes von ihr zu ſagen weißt; ſprich nicht bloß menſchen⸗ freundlich, ſondern fühle auch ſo. 11

Sei nie zornig oder unfreundlich gegen irgend Je⸗ manden.

5. Befriedige nie die Sucht nach unnöthigem Luxus.

6. Thue Alles mit Bedacht; und wenn Dein Pfad, recht zu handeln, ſchwierig iſt, ſo ſetze Dein Vertrauen allein in die Macht, welche im Stande iſt Dir Beiſtand zu leiſten, und ſtrenge Deine eigenen Kräfte an, ſo weit dieſelben reichen. C.

Mannigfaltiges.

Die Bewohner Kordofans ſind friedlicher Natur, und die Leidenſchaft der Liebe iſt das Einzige, was die Jünglinge Kordo⸗ fans zu einem Duell bringen kann, welches eben ſo eigenthüm⸗ licher als unſchädlicher Natur iſt, und gerade in Rückſicht auf die Waffe auch für unſere Duellanten oft paſſender wäre, als die Piſtole. Gerathen zwei Kordofaner wegen eines Mädchens in Streit, ſo entkleiden ſie ſich. Jeder nimmt eine Peitſche von Nil⸗ pferdleder in die Hand, und auf ein gegebenes Zeichen führt der Herausgeforderte den erſten Streich. Der Forderndo antwortet,

Streich fällt auf Streich, nur der Kopf muß verſchont werden; Beulen ſchwellen auf, Wunden bluten.

Endlich wirft der Eine oder der Andere vor Schmerz die Peitſche weg; damit endet das Duell, und der Sieger erhält das Mädchen. Dieſe Art der Duelle hat für den Glücklichen den Vortheil, daß er gegen den Pantoffel abgehärtet iſt. 5 5.