Jahrgang 
27-52 (1862)
Seite
823
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Nr. 52.]

Kampf ſchritt, den raſchen Entſchluß gefaßt, ihm zu folgen, das Geſchick des Tages mit ihm zu theilen, ihn zu be wachen, zu pflegen, oder für ihn zu ſterben. Sie hatte unter den im Hauſe gebliebenen Sachen Heinrich's einen Jägeranzug gefunden, ſich ſchnell umgewandelt und, mit einer Büchſe ihres Vaters heimlich entfliehend, ſich unter die Jäger Lützow's gemiſcht. Ihre Augen hatten immer den Geliebten geſucht; ſie hatte ſich, wie ſie ihn gefunden, in ſeiner Nähe gehalten und war ſo Zeugin der ihm dro⸗ henden Gefahr geworden. Aber ihre zitternden Hände waren des Gewehrs nicht mehr mächtig, wie ſie den Reiter anſprengen ſah; ſie konnte ſich nur auf den Geliebten wer⸗ fen, um den Todesſtreich aufzufangen. Aber Fritz hatte ſich in Beider Nähe gehalten, die Theuren überraſcht und mit ſeinem wilden Jugendmuth und ſeiner männlichen Entſchloſſenheit ſie gerettet.

Angſtvoll war Louiſe um den jungen Jäger, um ihren Heinrich beſchäftigt; ſie hatte ſeine Wunde verbunden und das Blut geſtillt; da erwachte er aus ſeiner Ohnmacht, und Alles dünkte ihm ein Traum. Er betrachtete das vor ihm knieende Mädchen, dem die Locken unter der Jäger⸗ mütze ſich gelöſt hatten und in jungfräulicher Fülle herabwallten, mit tiefer Empfindung. Thränen der Freude, des Glücks, der Rührung rollten über ſeine Wangen. Er drückte ihr die Hand und ſprach:Louiſe, was haſt Du gethan! wie kann ich Dir das vergelten!

Ach, verzeihe mir nur, erwiderte Jene,verzeihe mir, daß ich Dir folgte und Haus und Eltern verlaſſen habe. Aber ich kounte nicht anders, ich konnte Dich nicht allein in der Gefahr wiſſen; es zog mich mit unſichtbarer Gewalt in Deine Nähe. O, wie hat mir das Herz ge⸗ ſchlagen, wie habe ich gebebt, wie wechſelten Angſt, Furcht, Scham und Verwirrung in meiner Seele, und wie wäre Alles vergebens geweſen, wenn uns nicht der Himmel das friſche entſchloſſene Jugendherz unſers Fritz zu Schutz und Hülfe geſchickt hätte!

Dritte Folge.

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Ja, rief Heinrich,der ſchleuderte den Blitz auf unſern Feind, ohne ſeine Kugel erlagen wir den Säbelhie ben. Wo iſt der herrliche Junge mit der tapfern Fauſt, mit dem männlichen Herzen?

Er richtete ſich auf und blickte um ſich, da ſprengte Fritz auf dem erbeuteten Pferde heran und begrüßte ſie mit lautem Jubel.

Herab, Bruder, rief Heinrich,herab vom Perd, daß ich Dich an mein brüderliches Herz drücken, Dir mit tau⸗ ſend Küſſen danken kann!

Habe keine Zeit, erwiderte der junge Rolaud; ſuchte Dir einen Wundarzt, der gleich da ſein wird. Der Sieg iſt unſer, das hörſt Du an dem fernen Rollen der Kanonenſchüſſe. Alles iſt gut gegangen; eine Wunde heilt bald, das Leben ſoll noch friſch brauſen. Jetzt muß ich den lieben Eltern die Botſchaft bringen; ich kann mir ihre

Angſt und Sorge denken.

Und er ſprengte nach dem Walde; die Staunenden konuten ihm nur ſchweigend nachblicken. Aber raſchen Schrittes kam ein Wundarzt mit Gehülfen heran und un terſuchte ſchnell die Wunde, während Louiſe ihn ängſtlich bediente.

Der Schuß iſt durch's Fleiſch gegangen, ſprach der geſchäftige Arzt,keine Arterie verletzt; eine gute Wunde, möchte ich keine ſchlimmere zu verbinden haben! Er heftete und verband, und gab einige Vorſchriften, dann eilte er davon und wünſchte Glück zur baldigen Heilung.

Louiſe fühlte ſich bei ſeinen Worten glücklich; der heiße angſtvolle Tag war überſtanden, der Sieg gewiß, die Wunde ohne Gefahr, und die Hoffnung, ihren Geliebten dadurch auf längere Zeit in der ſtillen Waldwohnung vor größeren Gefahren ſicher zu wiſſen, beglückte das liebende Mädchen. Sie führte ihren theuren Heinrich zu einem Baum, unter deſſen Schatten ſie ſich niederließen. Es war ein ſtiller, ruhiger Abend geworden; in der Ferne rollten

daß London nicht nur die Hauptſtadt vom europäiſchen England, ſondern von einem Colonialreiche iſt, aus dem jährlich Tauſende von Familien zurückkommen, die keinen Familienſitz in England haben und es daher bei weitem leichter und wohlfeiler finden, ſich in London niederzulaſſen, wo für Bedürfniſſe aller Art geſorgt iſt, wie nirgends in der Welt. So entſtand vor einigen Jahren ein neues ‚uartier ſehr ſchöner Straßen nördlich vom Park von Ken⸗ ſington, das den Namen Kleinaſien erhielt, weil es größtentheils von ehemaligen Officieren und Beamten von Indien bewohnt wurde, und in einem anderen neuen Quartier, das gegen Hammer⸗ ſmith hin gebaut worden war und ſich vor Kurzem bevölkerte, waren faſt alle Häuſer von aus Auſtralien zurückgekommenen Coloniſten gekauft worden. Es macht der engliſchen Selbſtverwal⸗ tung die groͤßte Ehre, daß für das Bedürfniß einer ſo zunehmenden Bevölkerung auf die natürlichſte Art und wie von ſelbſt geſorgt wird, ohne daß die Regierung oder ſelbſt die locale Municipalität ſich darein miſcht. Wenn man bedenkt, mit welcher Gewaltthätig⸗ keit und Verſchwendung in Paris, mit welcher Langſamkeit und Schwerfälligkeir in Wien für eine unendlich kleinere Ausdehnung der Stadt geſorgt wird, ſo erſtaunt man, zu ſehen, wie in London⸗ die Dinge faſt wie durch ein Naturgeſetz vor ſich gehen und aus dem Boden zu wachſen ſcheinen und überall neue Quartiere entſte⸗ hen, die mit Waſſer, Gas und Allem verſehen werden, und wie die Größe der Operationen einen Menſchenverſtand und eine Leichtig⸗ keit dabei eingeführt hat, welche die Regierungsweisheit jener ſchreibſeligen und viel geplagten Städte gänzlich zu Schanden machen. Denn das Reſultat iſt, daß in London der Bau der Häu⸗ ſer dem Bedürfniſſe eher vorangeht, daß Jeder in den neuen Quar⸗

tieren leicht ſeinen Mitteln und Bedürfniſſen angemeſſene Wohnung

findet, daß die Straßen ſchöner ſind, als ſonſt irgendwo, und daß trotz der ſchwierigen Verhältniſſe des Grundbeſitzes die Wohnun⸗ gen in London wohlfeiler ſind, als in jeder anderen großen Stadt. Der Miethzins koſtet in London in dem größeren Theile der Stadt (mit Ausnahme der City) nur die Hälfte von dem, was er in Paris und Wien(nicht nur in der innern Stadt, ſondern auch in den zu⸗ gänglicheren Theilen der Vorſtädte von Wien) koſtet, während die Häuſer bequemer und geſunder ſind, als in dieſen beiden Städten.

. 6. Aus der Geſchichte.

Aus Napoleons Leben.

Unmittelbar nach der zu Fontainebleau erfolgten Thronent⸗ ſagung, in dem Augenblick, wo Napoleon ganz allein ſtand, wo auf den Verluſt aller Täuſchungen der höchſten Gewalt das bittere Gefühl folgte, ſich von Denen verlaſſen zu ſehen, welche ihm Alles verdankten, in dem Moment, heißt es allgemein, hat Napoleon ge⸗ ſchwankt, ob er durch einen Selbſtmord ſein Leben enden, oder noch länger das Schickſal verſuchen ſolle, welches er ſo oft ſieg⸗ reich bezwungen hatte.

Der Senat, welchen Napoleon an blinden Gehorſam gewöhnt hatte, willigte in ſeine Abſetzung. Erſchüttert durch die Muthlo⸗ ſigkeit ſeiner alten Waffengefährten, zu Boden gedrückt durch den Abfall ſeines älteſten Freundes, betrogen in ſeinen Neigungen und Hoffnungen, ſah er die Menſchen in ihrer wahren Geſtalt.

Seit einigen Tagen, erzählt ein Augenzeuge,ſchien ihn ein geheimes Vorhaben zu beſchäftigen. Sein Geiſt lebte nur in