Jahrgang 
27-52 (1862)
Seite
813
Einzelbild herunterladen

ll Jan

unbeträchtliche t changirte von ct wehmüthigen em Haupt zu tef in der peinlichen Aufbruch, gaber ekommen; hart⸗ ſich ungeheuer ihn denn wohl tlaſſen mußten,

Nathhausuhr vom Faſſe her⸗ taton zugebracht,

Naho aoiſſ Nachegeiſter an,

1 5 ahl zu d

geu, Kerle wären, und erſtorbenen Ver⸗ ag zu halten, ein

Du den letzten t eines gelinden

ich ſogar mehrere

ein gewiſſer R. ein edler Com⸗ Seite hatte, er⸗ l und Seife. Naäten, ſpeiſte 1, wenn er ſelbſt von dieſem Got leß er nic llich in meinet 21 nnangenehmen ſchen. Eine Unel⸗ nuld, krank, wit el

Aach New⸗Otleant * evorher eint

1

di Jriti⸗

ld d. . mochte muüben halt

em Rechle

Angewohnheit, ſelten oder nie im Beſitz von Baarem zu ſein Clam⸗Dalles war ſein getreuer Rittmeiſter war er ein ganz prächtiger Kerl, dieſe Anſicht hatten alle Putz⸗ macherinnen und Blumiſtinnen. Auf der Reiſe lebte er flott, hatte, merkwürdig zu ſagen, faſt in jeder Stadt eine Couſine, wohlverſtanden, von guter Familie, ſonſt wär's kein Kunſtſtück geweſen. Wie es ihm in den meiſten Fällen eigentlich gelang, den nahen Verwandtſchaftsgrad ſo glück⸗ lich zu entdecken, iſt mir bis heute ein Räthſel geblieben; nie aber habe ich gefunden, daß ſeine Couſinen nicht hübſch oder gar häßlich geweſen wären; Alle ſchöne, kräftige Ge⸗ ſtalten, hatten auch eine gewiſſe Familienähnlichkeit, den ſchmachtenden Blick, und ſchwärmten ohne Ausnahme für blondes, lockiges Haar, wie er es trug.

Für mich, der ich zeitlebens etwas launiger und kritt⸗ liger Natur geweſen bin, legte er ſtets die nachſichtigſte, aufmerkſamſte Neigung mit beſonderem Nachdruck an den Tag. Er hüllte meinen lebendigen Leichnam in dichte Wolken betäubenden Weihrauchs, poſaunte das Lob meiner unvergleichlichen Coulanz und Nobleſſe in aller Herren Länder, entdeckte eine Unmaſſe Vorzüge an mir, deren ich mir ſelbſt noch nicht bewußt geworden war. Er machte mich gern mit ſeinen zahlreichen Couſinen bekannt, nament⸗ lich wenn er das Glück gehabt hatte, deren zwei in einer Stadt zu entdecken, in welchem Falle der gute Menſch nie ohne mich eine Spazierfahrt oder Schlittenpartie mit den jungen Damen machen wollte.

Schade, die dicke Freundſchaft hatte auf einmal ihr Ende erreicht, als ich zeitweilig in die Lage kam, ſeine Hülfe in Anſpruch zu nehmen. Da hatte er nicht Worte genug für meine leichtſinnige Lebensweiſe, fand keine Aus⸗ drücke für meine ſchauderöſe Verſchwendung, und von einem coulanten, noblen Menſchen wurde ich ohne jedwede Stufenfolge zu einem liederlichen Subject degradirt.

Mir ſind ſpäter auf meinem Lebenswege noch manche ſolcher Jammerprinzen begegnet, von keinem hat mich aber

ein ähnlicher Temperaturwechſel ſo geſchmerzt, wie von ihm.

Die Reiſenden pflegen bei Erzählung von Liebesaben⸗ teuern ihrer Phantaſie ſelten Zügel anzulegen, oder bei gegenſeitigen geſchäftlichen Mittheilungen ihre Worte abzu⸗ wägen; ſie lieben runde Zahlen, hinten mit mehreren Nullen, und gehen beim Aufſchneiden fundamentaliter zu Werke; ſie verfolgen dabei ein gewiſſes Princip und be⸗ treiben es mit einer heimlichen, dem Laien nicht zu erklä⸗ rende Tendenz.

Wenn alſo auf dieſem Felde ein Individuum durch ſeine Groteskleiſtungen beſonders hervorragt, Audere mit Lügen förmlich zu überfirniſſen vermag, ſo muß er Erkleck⸗ liches leiſten, und das war bei Freund B. der Fall.

B. ſetzte in jeder Hinſicht das Geſchäft Münchhauſen's, ſeligen Angedenkens, mit ungeſchwächten Mitteln fort, ja, hätte dieſem noch 47 Points und ein Doublé vorgeben können. Seinem Stubencameraden hatte er ſo häufig und von ſo hohen Salairzulagen geſprochen, daß derſelbe das jährliche Einkommen B.'s auf das eines engliſchen Mini⸗ ſters berechnen konnte, Reiſeſpeſen extra; der Calculation ſeiner Collegen nach mußte er ungefähr zwei Dutzend ver⸗ heiratheter Schweſtern haben, ſo oft hatte er ſich unter dem Vorwande des entſprechenden Familienfeſtes Urlaub erbe⸗ ten; er log en gros und en detail, wie's kam.

Ich muß bei dieſer Gelegenheit des Ausdruckes eines meiner alten Freunde, des ſeligen V., gedenken, der mir eines Tages, als ſich ſein Prinzipal und der Chef eines concurrirenden Hauſes über den Umfang ihrer Geſchäfte gegenſeitig gehörig angedampft hatten, in ſeiner trockenen Weiſe ruhig ſagte:SJa, ja, meiner kanu's ſchon gut, doch blieb er mit ſeinen Lügen immer noch auf dem Continente, der Andere aber log export.

Der Ausdruck kann ſeine präciſe Anwendung nur in dem einen Falle finden, doch halte ich ihn für ſo ſchön, daß ich ihn auch auf B. anwenden möchte; in der That, er log

Miseellen. Victor Hugo's Artheil über die Pariſer.

Der Pariſer iſt für den Franzoſen, was der Athenienſer für den Griechen iſt: Niemand ſchläft geſünder als er; Niemand iſt offener leichtſinnig und müßig als er; Niemand kann einen An⸗ ſpruch darauf machen, ſo gut zu vergeſſen als er, aber man darf ihm nicht vertrauen; er eignet ſich für jede Art von Nachläſſigkeit, doch ſobald Ruhm zu erwerben iſt, ſo wird er wegen jeder Art von Heftigkeit bewundert. Man gebe ihm eine Lanze, und er wird einenzehnten Auguſt machen; man gebe ihm eine Muskete, und man wirdAuſterlitz haben. Er iſt die Stütze Napoleon's und das Hülfsmittel Danton's. Wenn das Vaterland in Gefahr iſt, ſo tritt er als Soldat in's Heer ein; iſt die Freiheit gefährdet, ſo reißt er das Straßenpflaſter auf. Sein Haar, voller Zorn, iſt epiſch, ſeine Blouſe nimmt die Falten des Chlamys(zur National⸗ tracht der alten Griechen gehörend) an. Nimm Dich vor ihm in Acht; denn aus der erſten Grenetalſtraße, an die er kommt, wird er die caudiniſchen Päſſe machen. Wenn die Stunde ertönt, ſo

wächſt dieſer Vorſtädter, der kleine Mann blickt in einer ſchreck⸗ lichen Weiſe, ſein Athem wird ein Sturm, und aus ſeiner ſchwachen Bruſt ſchießt ein Windſtoß hervor, ſtark genug die Alpen umzu⸗ reißen. Nur mit Hülfe der Pariſer Vorſtädter, die ſich mit den Händen vereinigten, eroberte die Revolution Europa. Er ſingt und das ergötzt ihn; das Verhältniß zu ſeinem Geſang iſt ſeine Natur; ſo lange er nur die Carmagnole anſtimmt, wird er bloß Ludwig XVI. vom Throne ſtürzen; aber man laſſe ihn die Mar⸗ ſeillaiſe ſingen, und er wird die Welt befreien. C.

Mannigſaltiges.

Im vorigen Jahre ſtarb in Paris, arm und vergeſſen, ein Künſtler, der die glanzvollſten Tage geſehen hatte und mit Ruhm und Gold überſchüttet worden war, Alexander Boucher, der Pa⸗ ganini ſeiner Zeit. Es wäre zu wünſchen, er hätte Memoiren ge⸗ ſchrieben, denn er war mit vielen berühmten Männern und Frauen zuſammengekommen und kannte eine Menge Anekdoten von den Höfen, an die ihn ſeine Kunſtreiſen geführt hatten. Er war ſogar der Freund der beiden ſpaniſchen Prinzen Ferdinand und Don Carlos geweſen. Der erſtere, ſpäter König Ferdinand VII., be⸗ ſchäftigte ſich viel mit Muſik und glaubte auch, ein Virtuos auf der Violine zu ſein. Er ließ ſich ſogar in Hofgeſellſchaften hören, aber wie? Er ſtellte ſich mit Boucher hinter einen Schirm; Boucher ſpielte da, und wenn die Verſammelten dann recht lebhaft klatſchten, trat Ferdinand hinter dem Schirme hervor, dankbar⸗ ſich verbeugend. Der Vater des Prinzen, Karl IV., welcher den Virtuoſen auch gern hatte und dabei ein großer Jagdfreund war, ließ Boucher einen beſondern Jagdanzug machen: auf dem Rocke ſah man die ſieben Noten in Gold eingeſtickt. Bei jeder könig⸗ lichen Jagd mußte der Geiger in dieſer wunderlichen Uniform er⸗ ſcheinen. 5.