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lende Stimme Louiſens:„Hülfe, Hülfe, brave Männer, zu Hülfe!“ Sie ließ ein Tuch ſeitwärts wehen; die Solda⸗ ten ſtutzten; wie ſie aber das hübſche Mädchen erblickten, riefen ſie:„Schön Mädel, belle fille,“ und luden ſie ein, herunter zu kommen, dann ſolle dem Alten nichts ge⸗ ſchehen.
Sie rief aber wieder: zu Hülfe!“
„Warte,“ ſprach der Deutſchfranzoſe,„wir wollen Dir Walddirne wohl das Maul ſtopfen!“ und er rannte zur Thür, um in das Haus zu dringen, während der Förſter ſich ihm widerſetzte.
Da ſchallte plötzlich in lockenden Tönen das Sigual⸗ horn der Lützower durch den Wald.
„Zu Hülfe, Ihr braven Jäger,
dem dunkeln Hintergrunde hervor und nahmen die Frau⸗ zoſen auf's Korn, die raſch nach ihren Gewehren griffen.
Schüſſe krachten; der Deutſchfranzoſe ließ ſein Gewehr fallen, er war getroffen. Raſch zogen ſie ſich vor den überlegenen Gegnern zurück, und die Jäger eilten vor dem Forſthaus vorüber und verfolgten ſie, um ſie völlig aus dem Walde zu vertreiben.
Das Getös verhallte bald. Louiſe eilte aus dem Hauſe und drückte den Vater an ihr Herz.—„Die kamen uns zu rechter Zeit,“ ſprach dieſer.
„O, wie ſchlug mir das Herz vor Freude,“ erwiderte Louiſe,„als ich die blanken Büchſen durch das Waldgrün blitzen ſah! Ein Glück, daß ich hoch aus dem Fenſter ſchaute; die braven Jäger wären vielleicht ſonſt ſeitwäns vorübergezogen.“
„Ach,“ ſprach die Mutter,„wie iſt mir der Schreck in alle Glieder gefahren! Das waren freche Geſellen.“
Sie ließ ſich auf die Bank nieder, und Vater und Tochter ſetzten ſich zu ihr, ihre Hände ergreifend und ſich freuend, daß das Abenteuer ſo glücklich abgelaufen ſei.
Uovellen-Zeitung.
Ein Hurrah ertönte, und die Tirailleure drangen mit angelegten Büchſen aus
Ploͤtzlich hörte man Hufſchlag; ein paar reitende Jä⸗ 9 h. 2 hlag;
ger des Lützow'ſchen Corps näherten ſich und fragten, wel⸗ chen Pfad man reiten müßte, um zunächſt auf die Straße nach Uelzen zu kommen. Der Ueberfall wurde ihunen ſchnell erzählt, und die Jäger beglückwünſchten die Familie
und beruhigten ſie zugleich, indem heute noch die ganze
Göhrde von den feindlichen Schützen gereinigt und von den verbündeten Truppen beſetzt werde.
Die erfreute Familie bat die Reiter, abzuſteigen und eine Erfriſchung zu nehmen, da die Feinde ſolche Gottlob hätten im Stich laſſen müſſen. Dankbar wurde das an⸗ genommen, denn ein ſcharfer Ritt hatte Hunger und Darſt hervorgerufen, und jungen Soldaten ſchmeckt es immer.
Der Förſter that einige Fragen über den Marſch und die Abſicht der Truppen, und der Aelteſte, in dem man durch imponirende Haltung den Führer und Unterwacht⸗ meiſter erkennen konnte, erwiderte:„Wir wollen dem Corps, das Marſchall Davouſt längs der Elbe hinauf ſendet, den Paß verlegen und wo möglich es vernichten. Morgen gibt's etwas Ernſtes; alle unſere Truppen ziehen ſich zuſammen, in der Frühe ſtehen wir dem Feinde gegen⸗ über und greifen ihn in geſchloſſenen Reihen an.“
Zornmuthig fügte er mit funkelnden Blicken hinzu: „Tod und Verderben den Schurken!“ und ſtürzte ein Glas Wein hinunter.
Den Förſter entzündete der Zorn des jungen Kriegers. Er klopfte mit lebhaften Gebehrden ihm auf die Schulter und ſprach:„Gott gebe Euren Waffen Glück und ver⸗ leihe Euch einen glorreichen Sieg, wie Ihr deren ſchon mehrere erfochten habt.“
Louiſe aber war bei dem Donnerwort des Jägers nachdenklich geworden; mit klopfendem Herzen und mit bänglicher Stimme frug ſie den Wachtmeiſter, ob er den jungen Jäger Heinrich, den ſie ihm näher bezeichnete, wohl kenne.
„Gewiß,“ antwortete dieſer,„ein braver Junge und mein guter Freund! Er iſt mit einem detachirten Com⸗
Zur Länder⸗ und Völkerkunde. Pritiſch Columbia und die goldfelder daſelbſt. 1 Ein vom 3. September aus Victoria auf der Vancouver⸗ inſel datirtes Schreiben von einem Correſpondenten, für deſſen Unparteilichkeit und ſtrenge Wahrheitsliebe ſich die Redaction des „Spectator“, in welchem Journal dieſes Schreiben veröffentlicht wird, verbürgt, verdient in weitern Kreiſen bekannt zu werden, weil es neben der Lichtſeite jener an Gold ſo reichen Gegend die
Schattenſeite nicht unbeachtet läßt und hervorhebt, mit welchen
Schwierigkeiten die Goldgräber dort zu kämpfen haben. Wir hal⸗ ten es um ſo mehr für unſere Pflicht, dieſes Schreiben mitzuthei⸗ len, weil wir früher hier die Berichte des Timescorreſpondenten über den Gegenſtand zur Kenntniß unſerer Leſer gebracht haben. Daſſelbe lautet:
„Seitdem ich hier geweſen bin, habe ich Tauſende von Gold⸗ gräbern aus Cariboo zurückkehren ſeben, die nicht bloß in ihren Hoffnungen getäuſcht, ſondern zu Grunde gerichtet und halb ver⸗ hungert waren. Im vorigen Frühjahr begaben ſich gegen 5000 Perſonen nach Cariboo, und von dieſen ſind wenigſtens 3000 zu⸗ rückgekommen. Es gibt in Cariboo einige wenige reiche Claims (die an einzelne Perſonen oder Geſellſchaften verkauften Bezirke von einer gewiſſen Größe in der Goldgegend), die täglich für einige hundert Pfund Sterling Gold liefern, und die glücklichen Leute, die in dem Beſitz derſelben ſich befinden, gelangen durch ſie zu einem großen Vermögen. Dagegen iſt die Anzahl der Claims, die ſich bezahlt machen, und eben ſo die Ausdehnung des Gebiets, worin reiche Goldfelder zu finden ſind, weit kleiner, als man ſie anfangs dargeſtellt hat. Es unterliegt keinem Iweifel, daßtdie
Goldgräber, ſobald erſt die Straßen hergeſtellt ſind, im Stande ſein werden, im Lande weiter vorzudringen und neue Ausſichten aufzuſuchen, und daß es ihnen gelingen wird, neue ergiebige Gold⸗ gruben zu entdecken, aber für jetzt kann das nicht geſchehen.
Die Gegend am Fluſſe Frazer hinauf iſt ſehr ſchwer zu be⸗ reiſen; in der That kann ſich Jemand, der nicht das Land beſucht hat, gar keine richtige Idee von den Schwierigkeiten, die damil verbunden ſind, bilden. Lebensmittel müſſen auf dem Rücken von Maulthieren dahin geſchafft werden, und ſo kann man ſich leicht vorſtellen, zu welchem hohen Preiſe dieſelben nur in Cariboo zu haben ſind. Ich bin nicht im Stande, Ihnen die letzten Preiſe der⸗ ſelben mitzutheilen, aber Nägel, von denen man hier das Pfund
mit 3 Pence bezahlt, koſten dort das Pfund 16 Schillinge, ſind
demnach 64 mal ſo theuer als hier. Daraus können Sie ſich eine Idee machen, wie theuer der Lebensunterhalt dort ſein muß, und in der That mußte derjenige, welcher dieſes Jahr ſich mit einiger Ausſicht auf Erfolg nach Cariboo begeben wollte, ein Capitaliſt
ſein; denn er mußte berückſichtigen, daß er ſich wenigſtens einen Monat lang umſehen mußte,
ehe er einen gute Claim erlangen konnte, und dann vergeht auch noch einige Zeit, ehe er wirklich Gold findet. Sobald die Straßen bergeſtellt ſind, wird ſich das
Alles viel beſſer geſtalten, und wie ich vernehme, ſo iſt die ſichere Ausſicht vorhanden, daß die Straße bis Quesneli noch in dieſem Herbſte fertig hergeſtellt wird, ſo daß dann Lebensmittel zu Wagen bis in eine Entfernung von 50 engliſchen Meilen von den Gold⸗ feldern geſchafft werden können, und alsdann werden manche
Claims bearbeitet werdei, die ſich bei den jetzigen enormen Preiſen der Lebensmittel nicht bezahlt machen. Von den Goldgräbern, die
zurückgekehrt ſind, ſagen manche, Cariboo ſei ein elend fehlge⸗
[VIII. Jahrg.
läc Ha den ſchle nich


