ll. ug Ne. 51. Dritte Folge.
„dein Vonicafranzöſiſchen Scharfſchützen beſetzten alle Waldwege; ihr Gott betete, daß er die Familie retten und ihren Heinrich Fanilie ufg Lärmendes Getöſe drang immer näher zu der einſamen beſchützen möge.
die anrlcknda. Wohnung des Förſters. Dieſer ging im Zimmer auf und Die franzöſiſchen Scharfſchützen näherten ſich mit htea. ab und rieb ſich die ſorgenvolle Stirn; die Mutter weh⸗ einem sacre nom de Dieu und andern Soldatenflüchen wweraden belche klagte um ihren Fritz, den gottloſen Jungen, der ſo tolle dem Forſthaus, das ihnen ſehr angenehm in die Augen
nungen; ud ſe Streiche im Kopfe habe. Louiſe ſaß ſtill düſter am Tiſch ſtach. Es waren ihrer ein Dutzend, die ſofort einen Im⸗ : Geſprich un und hielt das verhüllte Geſicht in ihren Händen. biß forderten und frugen, ob Wein im Keller ſei; man eſinnungu und ⸗„Bald werden die Schurken hier ſein,“ ſprach der möge ihn auftragen, ſonſt werde man ihn ſelbſt zu finden kam die Dde Sörſter,„ich höre Stimmen im Walde.“ wiſſen. Ein franzöſiſcher Deutſcher aus den dem Reich
3„Gott ſei uns gnädig!“ klagte die Mutter und rang geſtohlenen Provinzen führte das Wort; keck, prahleriſch e ſich ſchnell u die Hände. und ſoldatiſch anmaßend, wie irgend ein Soldat der Armee
„Seid doch ruhig,“ ſprach Louiſe,„unſere Befreier Napoleon’s, ſtieß er verwegene Reden gegen die deutſchen ſind gewiß auch nicht fern. In ſolcher Zeit muß man Rebellen aus. gen wul Muth und Hoffnung im Herzen tragen. Der Förſter ſchwieg und ballte heimlich ſeine Fäuſte; gn. di„Du haſt immer hohe Gedanken im Kopfe,“ erwiderte die Mutter aber deckte den vor der Thür ſtehenden Tiſch, und Taggenzal die ängſtliche Frau;„es fehlte nichts, als daß Du auch, weil das Zimmer für die Gäſte zu eng war, und trug fenzaht wie Fritz, eine Büchſe nähmeſt und mit gegen die Feinde auf, was Keller und Speiſekammer vermochte. Die Sol⸗
en den Wad
bachten, auh
e N rgen de 4,—. 2 2...— u Mazn der zögeſt.“ daten ließen ſich's ſchmecken; ſie waren hungrig, wie die ger vallm Hi„Wollte Gott, daß ich ein Mann wäre!“ verſetzte Löwen.
ner trauten der dieſe,„ich würde in den Reihen der Vaterlandsvertheidiger, Der Förſter erlaubte ſich die Frage, was dieſer Zug
und nit bangen, der Rächer gegen ſchnöde Unbill dieſer Feinde gewiß nicht eigentlich zu bedeuten habe, und wohin das Corps mar⸗ fehlen. Ich freue mich, daß der brave Fritz ſo männliche ſchiren wolle. Der Deutſchfranzoſe nahm das Wort Gedaunken gehegt hat, daß er den guten Heinrich aufgeſucht und erklärte, man wolle das linke Elbufer bis Magdeburg hat; die werden uns nicht vergeſſen.“ beſetzen und von dem Lumpengeſindel reinigen, das in die elcher unſer lun⸗ Der Förſter maß die ernſte Tochter mit fragenden Freicorps geſteckt ſei. Prahleriſche Reden folgten, ver⸗ der Straße van Blicken und ſchüttelte den Kopf, dann ſprach er:„Uns aächtliche Ausdrücke gegen die deutſchen Truppen, die bald Gährde und dao Schwachen ziemt jetzt Geduld, wir müſſen unſere Gefühle Napoleon's Genie zertrümmern und zu Paareu treiben Kranpfhaft hiet im Herzen verſchließen und den Feinden höflich entgegen⸗ werde. Der Förſter konnte ſich nicht enthalten, ſeiner
e er nach lelen treten, ſouſt machen wir Uebel ärger.“ Landsleute ſich anzunehmen, und er erwähnte mit einiger umen, wenn e„Ich will keinen ſehen,“ verſetzte Louiſe,„noch weni⸗ höhniſcher Schadenfreude der Schlachten von Großbeeren hen ſic die lic⸗ ger ihnen höflich ſein.“ und Dennewitz.
und ihn beſezt Jetzt hörte man Fußtritte und Stimmen draußen. Der Da ſprangen die Soldaten auf, begrüßten ihn mit dem
ung bleiben um Förſter riß das Fenſter auf und rief:„Sie kommen dort Namen Rebell, deutſcher Spitzbube und bougre allemand. gfern Camerada des Weges vom Jagdſchloß her, es ſind Scharfſchützen!“ Der Deutſchfranzoſe war der Heftigſte, trat wild auf den Louiſe ſprang raſch fort und verſchloß ſich in ihr Förſter zu und faßte ihn vor der Bruſt.
Verwirrung an kleines Dachſtübchen, wo ſie auf ihre Kniee fiel und zu Da ertönte aus dem Dachfenſter des Hauſes die gel⸗ er Sclaht. d
—— oiger die Perrücke des Schuldners nicht beanſpruchen, wenn der⸗ ein längliches und weißes Geſicht, aber voll Runzeln, kleine das alles vern⸗ ſelbe nur eine beſitze. ſchwarze, liebliche Augen, eine etwas gebogene Naſe, zuſammen⸗
3 4 welche dieſ. Aelian erzählt von einer Frau, ſie habe eine Perrücke mit gedrückte Lippen, ſchwarze Zähne(vom Zuckereſſen). Sie trug nner wan einem Haarbuſche getragen. Ohrgehänge von großen Edelſteinen, blondes, aber falſches Haar Namne meina Hannibal beſaß mehrere Perrücken, um ſich unkenntlich zu und darauf eine kleine goldene Krone. Ihr Buſen war bloß, was Hättm l habel machen. Wir ſehen alſo, daß ſie überall verbreitet waren, bei den vornehmen Engländerinnen ein Zeichen der Jungfrau⸗ überfalln 3 Das weibliche Geſchlecht in Rom trug falſche Haare, und ſchaft iſt, denn die Verheiratheten bedecken den Buſen. Um den
m beliebteſten waren die blonden Perrücken, welche aus Deutſch⸗ Hals hing ein goldenes Halsband, die Hände waren mager, ihre aand geholt wurden. Geſtalt mittelgroß, ihr Gang majeſtätiſch, ihre Rede lieblich. Es Während des Mittelalters finden wir die Perrücke über war der Saal prächtig ausgeſtattet mit Decken und mit Heu be⸗ Guropa ſo verbreitet, daß Heinrich I. von England(Beauclerk) ſtreut, wie es in England üͤblich iſt.“ dieſelben zu Anfang des 12. Jahrhunderts verbot. Der Mönch Das 17. Jahrhundert brachte die Mode der großen Staats⸗ Zonaras klagt zu derſelben Zeit darüber, daß die Chriſten im perrücken, welche nicht nur von Erwachſenen, ſondern auch von Orient ſich die Haupthaare abſcheeren ließen, um Perrücken zu Kindern getragen wurden und bis 6 Ducaten koſteten. Der fran⸗ fragen, und daß vorzüglich die Männer ihre Haare blond oder zöſiſche Lakai Friedrich's I. von Preußen. Savigny, liquidirte für goldgelb färbten. Im Anfange des 16. Jahrhunderts wurden in eine„ſilherfarb blonde, lange ſpaniſche Perrücke 15 Thaler, für Deutſchland Perrücken gemacht, aber die Männer ſchämten ſich den Schneider Louis einen hellbraunen Bart(barbe cendrée) ſoch, dieſelben öffentlich zu tragen, denn Herzog Johann von 16 Groſchen und für den Kurfürſten vom März bis Auguſt 1699 Sachſen ſchrieb 1518 an ſeinen Schöſſer in Coburg:„Unſer Be⸗ fünf hellbraune Perrücken à 15 Thaler.“*— gehr iſt, Du wolleſt Uns ein hübſch gemacht Haar auf das Beſte 1698 wurde in Berlin eine Perrückenſteuer eingeführt, die ſu Nürnberg beſtellen, doch insgeheim, alſo, daß nicht gemerkt erſt von Friedrich Wilhelm I. aufgehoben wurde, der die Perrücke werde, daß man ſolches unvermerkt auf ein Haupt möge auf⸗ ins Feuer warf. Friedrich II. trug ſchon von ſeinem 40. Jahre ſetzen.“ 3 an falſche Seitenhaare; im höheren Alter, wo er auf den Kopf⸗ Moyſon erzählt in einer Reiſebeſchreibung vom Jahre 1598, putz weniger Acht gab, kam es vor, daß die Haartour, wenn er häß die engliſchen Jungfrauen der Kälte wegen Kappen von fal⸗ grüßte, am Hute hängen blieb. 1 3 ſchen Haaren trügen, und die Königin Eliſabeth trug noch in Joſeph II. ſchaffte die ſpaniſchen Perrücken ab, die man faſt
hrem 65. Jahre eine blonde Perrücke. Er beſchreibt die Erſcheinung ein Jahrhundert lang in Wien getragen. 9. San tieſer Königin alſo:
„Die Königin war, wie man ſagt, 65 Jahre alt, hattee


