daß ich ein armſeliges Mädchen und kein Mann bin, um an Deiner Seite zu ſtehen, zu ſiegen oder zu fallen.“
Mühſam richiete Heinrich ſie wieder auf und ſprach dann:„Wunderliches Mädchen, ich bitte Dich um Gottes⸗ willen, ſei doch ruhig und zerreiße mir nicht das Herz, jetzt wo es Beſonnenheit und ruhigen Muth gilt. Gehe in Dein friedliches Forſthaus und ſtehe den Eltern bei; wir ſind nahe, wir werden Euch beſchützen.“ 3
Louiſe wurde plötzlich ruhig, als ob ein Entſchluß in ihr gereift ſei und eine Hoffnung ſich ihr gezeigt habe.
„Wir müſſen uns trennen,“ ſprach ſie,„lebe wohl, mein Heinrich; auf glückliches Wiederſehen!“
Sie reichten ſich die Hände; ſie ſagten ſich noch manches theure Wort, und Heinrich ging dann nach der Straße. Er winkte noch, ſo lange er die Eiche ſehen konnte, an der Louiſe feſt gelehnt ſtehen blieb.
Wie ihre Blicke ihn nicht mehr erreichen konnten, wandelte ſie langſam, tiefſinnend, dem vüäterlichen Hauſe zu.
V.
Den jungen Jäger begleiteten auf ſeinem Marſche manche ſchwere Gedanken; die Ereigniſſe, die ihn erwarte⸗ ten, waren dunkel und räthſelhaft. Das Förſterhaus, das ſeine Lieben umſchloß, lag auf einem gefährlichen Punkte und gab mancher Beſorgniß Raum; am meiſten beküm⸗ merte ihn aber der Gemüthszuſtand Louiſens und die ſchwere Sorge, die ſie ſich um ihn machte.— Indeſſen die Bewegung in der friſchen Morgenluft, die milden Strah⸗ len der heraufſteigenden Sonne, die Hoffnung, bald Gutes von ſeinen Cameraden zu hören, belebte wieder ſein Herz und beflügelte ſeine Schritte. Er verſuchte ein Liedchen zu ſingen, eins jener unſterblichen Kriegslieder Körner's, des edlen Jünglings, der Leier und Schwert mit gleichem Ruhm in dieſer thatenreichen Zeit handhabte.
Doch plötzlich blieb er ſtehen und horchte; es war ihm,
als ob er dieſelben Töne in einiger Ferne hörte. Er eilte vorwärts; näher und näher klang's, und als er um einen kleinen buſchigen Hügel bog, ſah er das au der Straße ge⸗ legene Wirthshaus unweit des Dorfes. Truppen hatten es beſetzt, es waren Lützower, ein Vorpoſten des anrücken⸗ den Heeres, junge muthige Jäger, die ihn mit lautem Ju⸗ bel begrüßten und willkommen hießen. Fragen beſtürmten
menhang der Dinge und über dieſe plötzliche Bewegung. Der Marſchall Davouſt, dem die unermüdlichen Ko⸗ ſaken jede Nachricht abſchnitten, hatte den Entſchluß ge⸗ faßt, einen ſeiner zuverläſſigſten Officiere, den Geueral Pechereux, mit einem Truppencorps auf das linke Elbufer zu ſeuden, um bis Magdeburg vorzurücken, feindliche Streifcorps zu vertreiben und die Lage der Dinge zu er⸗ ſpähen. Aber dieſer Plan war den Verbündeten verrathen worden, indem die Koſaken einen franzöſiſchen Officier ge⸗ fangen nahmen, bei dem man die Befehle des Marſchalls fand, die über die Unternehmung Licht gaben. Raſch faßte nunmehr der dem Marſchall gegenüberſtehende General Walmoden den Entſchluß, durch eine glänzende Waffen⸗ that den Plan der Feinde zu vereiteln, und ſo gewagt der⸗ ſelbe war, ſo hoffte er doch, daß das Glück dem Kühnen günſtig ſei. Sein Corps war, dem zahlreichen Heer Da⸗ vouſt's gegenüber, nur im Stande ſich vertheidigungsweiſe zu verhalten und mußte überdies die Schwäche der Trup⸗ pen zu maskiren ſuchen. Dennoch beſchloß Walmoden einen Angriff auf das vorgeſchobene franzöſiſche Corps, der nur mit großer Vorſicht ausgeführt werden konnte. Die Opera⸗ tionen mußten dem Marſchall geheim bleiben, weil dieſer ſonſt die Angreifenden mit Uebermacht leicht erdrückt hätte. Die Verringerung des Blokadecorps durfte daher nicht verrathen, die Linie nicht zu ſehr gelichtet werden, und Walmoden wählte daher nur einen Theil auserleſener Truppen, mit denen er raſch nach Dömitz aufbrach, die Elbe überſchritt und Streifpartien nach Lüneburg hin vor⸗
Feuilleton.
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Eine Menſchenjagd auf Borneo.
Aus St. John’'s Lebensbildern von Borneo theilt neben an⸗ dern merkwürdigen Charakter⸗ und Naturgemälden Dr. Peſchel auch einen jener mörderiſchen Züge mit, welche einzelne Stämme gegen einander zu unternehmen pflegen.
Ein ſchönes Sternenlicht funkelt auf uns hernieder, erzählt
St. John; unſere Zelte ſind auf einem breiten Kiesgrund aufge⸗
ſchlagen, und die Leute haben einen großen Haufen Holz geſam⸗ e 8 Die meiſten von uns ſitzen um daſſelbe herum, und wir unterhalten uns wie
melt, um ein freudiges Feuer damit zu unterhalten.
immer über das Thema— wie weit die Kayanen entfernt ſind. Die heutige Hütte hatte das Ausſehen, als ob ſie erſt kürzlich be⸗ nutzt worden; wenn wir aber angegriffen werden ſollten, ſo wird es, wie ich hoffe, noch bei Tag geſchehen. Die Unterhaltung fing an zu ſtocken, als wir plötzlich einen Vogel zu unſerer Rechten
drei Rufe ausſtoßen hörten.„Ah,“ rief Japer,„dies iſt ein gutes
Zeichen,“ und augenblicklich kam er wieder auf die Kopfjagd und die Vorzeichen zu ſprechen. Ich will hier zur Erläuterung jenes Brauchs eine Geſchichte einſchalten. mit derſelbe ausgeübt wird, berührt mich ſtets auf's Schmerzlichſte.
Die kalte Gräßlichkeit, wo⸗
Japer erzählt ſie als Erläuterung verſchiedener Vorzeichen. Ich will verſuchen, ſie mit ſeinen eigenen Worten zu geben, ſo lange ſie mir noch in meinen Ohren klingen..
Ich bin, ſagte er, mit allen den verſchiedenen Vögeln bekannt, an welche die Pakatanen Glauben haben. Hört ihr dieſen Gras⸗ hüpfer?— er iſt auf der rechten Seite und iſt ein Zeichen guten würden wir, zu welcher Stunde der Nacht es auch wäre, augen⸗ blicklich unſere Hütte verlaſſen und einen neuen Ruheplatz ſuchen, oder wir würden dafür zu büßen haben. Wenn der Vorbedeu⸗
die Cameraden, und er bekam nun Licht über den Zuſam⸗
ausſ feind Cette gehör vorge 4 er die undJ eiſten ſucht
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Kamp. reitend nen Sieh und
Göhr
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Auff
Glücks. Wenn drei oder vier ihre Stimme zuſammen hören ließen,
tungsvogel über uns fliegt von der Seite her, von wo wir eben
angekommen, ſo iſt es ein gutes Zeichen; der Vogel ſagt uns: wir ſollen zu unſerm letzten Nachtruheplatze zurück, wie entfernt er auch ſein möge. Ihr kennt jenen Vogel, welcher drei Rufe hat?
Wenn er ſich zur Rechten hören läßt, bedeutet es Glück; und ebenſo, läßt er ſeine Stimme zur Linken hören, wenn man den Feinden nahe iſt, ſo freut es ihn, ſie uns als Beute zu überliefern. Ruft er:„Trik! trik!“ ſo bedeutet dies: Tod denen, die weitel⸗ gehen.
lam eintrat.
Ich will auch erzählen, was mir begegnete, ſeit ich in den Ieeu
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