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Quantität eines farbloſen Waſſers tränkt.
gelang mir, dem Gekränkten die nöthige Aufklärung zu geben;„Du aber,“ wandte ich mich an meinen Peitſchen⸗ ſchwinger,„biſt immer noch der alte Eſel.“
„Und wirſt es bleiben,“ knurrte er im Abgehen. Alles lachte; ich machte auf leichte Art mein Geſchäft.————
Wie der Reiſende reiſt, welcher Gelegenheit er ſich be— dient, wie er den Kunden gegenüber auftritt, und aus vielen andern Kleinigkeiten kann der Geübte leicht die Größe der von Jenem vertretenen Firma ermeſſen; man lernt leicht bloße Renommage von begründetem Selbſtbewußtſein un⸗ terſcheiden. Ein einſpänniges Fuhrwerk, in Ermangelung eines Kutſchers vom Beſitzer ſelbſt geleitet, zeigte früher den Repräſentanten eines kleinern Hauſes ſicher an; hinter einem bärtigen Kutſcher, der von hohem Bock herab zwei kräftige Pferde zügelte, thronte dagegen ſicher ein Glücklicher, der ſich für vollkommen berechtigt hielt, jeden Augenblick auf die alleinſeligmachende Kraft der durch ihn offerirten Waaren einen erhärtenden Eid abzulegen. Heute fährt Erſterer dritte, Letzterer zweite Claſſe auf der Eiſenbahn. Sieht man jetzt noch einen„Einſputz“ auf verlaſſener Chauſſee von Dorf zu Dorf kleppern, ſo läßt das auf einen„Macher“ in Spirituoſen, Kirſch, Pomeranze oder Eiſenbahnliqueur ſchließen, ein mühſeliger Poſten, da mit jedem Beſuch der Genuß wenigſtens eines„Bücke dir, liebe Seele“ verbunden iſt.
Die oft ſehr unappetitlichen Kinder der geehrten Kund⸗ ſchaft werden natürlich ſtets reizend gefunden; der auf⸗ merkſame Reiſende merkt ſich ihre Namen, bringt unter Umſtänden eine Düte Backwerk mit, ſolcher Weiſe auf das Herz der Mutter wirkend, welche ihrerſeits den Ehegemahl nun bedeutet, dem charinanten Menſchen wenigſtens etwas abzukaufen.
Ddieſen und ähnlichen Kunſtgriffen bleibt der Ver⸗ treter eines renommirten Hauſes fern, er verſchmäht ſie, der Ruf der Firma würde darunter leiden; höchſtens trinkt er
Dritte Folge.
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mit dem Kunden ſelbſt ein Glas Bier, ladet ihn zu einer Flaſche Wein ein, oder iſt ganz und gar kurz in ſeinem Auftreten.
„Ich reiſe für das Haus B. Söhne,“ hatte einſt ein zu kühner Jüngling ohne weiteren Zuſatz dem Kunden entgegengeblitzt, in der ſichern Vorausſetzung, daß das ſehr viel geſagt ſei, und der alſo Angeredete unter der Wucht dieſer Worte zuſammenknicken würde, war aber juſt an den Falſchen gerathen. Die lakoniſche Erwiderung lautete nämlich:
„Kann mir ſehr egal ſein, ich reiſe nicht mit, wünſche Ihnen übrigens glückliche Reiſe.“
Nichts iſt wohl natürlicher, als daß der Reiſende nach und nach ein glänzendes Rednertalent in ſich ausbildet, ſind doch auf dieſes größtentheils die Erfolge ſeiner Thä⸗ tigkeit baſirt; er trägt es dann in das gewöhnliche Leben mit hinüber, und entwickelt oft Fähigkeiten, über ihm viel⸗ leicht nur ſehr oberflächlich bekannte Themata ein aburthei⸗ lendes Raiſonnement zu führen, die an's Erſtaunliche grenzen. Ich ſage, nicht Alle, aber Viele. Sie ſind gründliche Kunſtkenner, ſprechen ebenſo gelehrt über die vortheilhafteſte Maſt des Viehes, als ſie gern über die Dogmen der verſchiedenen Kirchen ſich in eine erſchöpfende Polemik einlaſſen, und ſind Politiker par excellence. Hier richten ſie ſich ganz nach dem augenblicklichen Bedarf, heulen und wühlen, je nachdem es verlangt wird, haben auch ſtets eine Maſſe ſtichhaltiger Gründe aufgeſpeichert und zur Hand; in dieſer Hinſicht ſind ihnen die Schlag⸗ wörter der verſchiedenen Parteizeitungen von unſchätzbarem Werthe, ſie ſchmettern damit den unſichtbaren Gegner gänzlich zu Boden, und das von Rechtswegen.
Bekannt iſt wohl die Anekdote, wie ein Engländer zu Ehren der Cerrito contra Tanzvirtuoſität der Fanny Elsler unzählige Duelle focht und in dem letzten ſterbend bekannte, daß er keine von Beiden je geſehen habe. Aehn⸗
wenig Leſer haben, nur auf Andeutungen beſchränken können. So auch hier. Lohmann hat ſich ſchon früher durch ein gewiſſes Beſtreben für die Reform alter das Drama betreffender Vorur⸗ theile bemerkbar gemacht und zwar, beiläufig bemerkt, nicht ohne manche Kühnheit gegen feſtgeſtellte äſthetiſche Anſichten.
Er gibt hier ſechs nicht mehr neue, aber zum Theil über⸗ arbeitete Bühnenſtücke:„Eſſex“;„der Eiferer“;„Virginia“; „der Schmied in Ruhla“;„Strafford“ und„Cromwell“. Wenn wir die Behandlung der Form oft eine ſehr freie nennen, ſo wollen wir im Allgemeinen nicht mit dem Verfaſſer über ſeine Ideen von den dramatiſchen Berechtigungen ſtreiten. Der Erfolg
ſionen von factiſcher Realität ſcheiden zu helfen. Wohl aber ſei die Wärme anerkannt, mit welcher ſich der Autor ſeiner Miſſion hingegeben hat,— eine erfreuliche Thatſache, die günſtige Reſul⸗ tate bei jeglicher Bethätigung hebt und Irrthümer mildert. Die treffliche Ausſtattung dieſer Bände wird den Leſern Ueberſicht und Kenntnißnahme vom Dargebotenen erleichtern. O. B.
Miscellen.
Mannigſaltiges.
Ein jüngſt aus Schanghai(in China) nach Paris zurückge⸗ kehrter Kaufmann hat eine chineſiſche Erfindung mitgebracht, die vſelleicht auch in Europa Anklang findet. Dieſe teufliſche Erfin⸗- dung beſteht in der Anfertigung eines Papiers, deſſen Dauer man willkürlich dadurch beſtimmen kann, daß man es mit einer gewiſſen Wird das Waſſer auf
das in Rede ſtehende Papier, das von Seide oder Reis iſt, ge⸗ goſſen, ſo dringt es in alle Poren des Papiers ein, und nichts ver⸗ räth ſeine Anweſenheit, als der Umſtand, daß das Papier nach ſechs Tagen, einem Monat oder zu jeder beliebigen Friſt ſich völlig aufgelöſt hat. Auf dieſem Papier, das ſich in Nichts von jedem andern unterſcheidet, ſchreiben die liſtigen,Chineſen ihre Ge⸗ löbniſſe und Verträge, deren Dauer alſo davon abhängt, ob ſie mehr oder weniger von dem magiſchen Waſſer, das ſie„Tinte der Klugheit“ nennen, angewandt haben. 6.
Die Mutter der Gebrüder Rothſchild wohnte bekanntlich trotz des immer höher ſteigenden Glanzes und Reichthums ihrer Söhne bis an ihr Ende in dem Judengäßchen zu Frankfurt, wo ſie geboren worden, und erreichte ein ungemein hobes Alter. Auch ſie war eine echte Geldmenſchennatur, die ſich bis zum letzten Augenblick nicht verleugnete, und befand ſich bis wenige Augen⸗ blicke vor ihrem Tode im vollen Beſitz ihrer Geiſteskräfte.
In ihrem 98. Jahre ward ſie gefährlich krank. Ihre Familie glaubte faſt mit Gewißheit, daß die Greiſin ſich von dieſem Krankenlager nicht wieder erheben werde, und ihre Söhne eilten herbei, um ihre letzten Wünſche und Segnungen zu vernehmen.
„Ihr glaubt wohl, ich ſterbe?“ ſagte die Mutter der Bör⸗ ſenkönige lächelnd.„Ich bin ja noch nicht 98, und ich werde doch Euch und Eurem Geſchäft nicht die Schande anthun, unter pari
zu ſterben!“
Scie hielt auch Wort, denn ſie lebte nach Vollendung dieſes ihres 98. Lebensjahres noch zwei Jahr und drei Monake; und das Papier ihres Lebens ſchloß ſomit mit 100 ¼. 9.


