Jahrgang 
27-52 (1862)
Seite
793
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Nr. 50.]

Gewiſſen auch ein Meer von Thränen nicht zu rühren vermag!

Heinrich ſtimmte ihr bei. Auch er war im Innerſten bewegt, und Beide ſaßen Hand in Haud und blickten ein ander in die forſchenden Augen; da trat die Mutter aus dein Hauſe, die war immer mit ihrem Hausweſen beſchäf⸗ tigt und machte ſich nicht viel Sorgen um die Ereigniſſe des Tages, wiewohl ſie gern gute Neuigkeiten hörte und an demn Glück der Befreiung Deutſchlands herzlich Theil nahm. Indem ſie die trüben Blicke der Tochter maß, ſprach ſie kopfſchüttelnd:Nun, Kinder, Ihr habt wieder von Krieg und Politik geredet und Euch in böſe Stim⸗ mung gebracht, das ſehe ich wohl an dem Ernſte, der auf CEuren Stirnen thront. Verderbt Euch doch die ſchönen Stunden des Tages nicht mit trüben Gedanken. Kommt Zeit, kommt Rath!

Mütterchen, ſprach Heinrich, bei dem die heitere Laune gleich zurückkehrte,wenn die Welt ſo friedlich wäre, wie dies Forſthaus, dann wäre Alles gut. Es ſind aber jetzt nicht die ſchönen Tage, wo uns das Jägerhorn hin aus in den fröhlichen Wald rief; es ruft jetzt zu gar ern⸗ ſten und blutigen Thaten.

Vertrauen wir auf Gott, erwiderte Jene,der wird Alles gut machen. Jeder Tag kann unſere Hoffnungen erfüllen; trüben wir ihn nicht mit Sorgen und böſen Ahnungen. Vielleicht bringt uns heute ſchon der Vater eine gute Nachricht mit.

Kaum hatte ſie das Wort geſagt, ſo ſchlugen die Hunde im Hofe an, und Louiſe, von einer Ahnung ergriffen, rief: Ja, er kommt, er kommt, und eilte ihm entgegen. Sie führte ihn zur Laube, und er grüßte ſeine Lieben freundlich, aber ſeine Stirn war doch ernſt, und er befand ſich in einiger Bewegung und Unruhe. Man beſtürmte ihn mit Fragen; er ließ ſich ermüdet auf der Bank nieder und ſprach dann: Ich habe einen weiten Weg gemacht, war zu Dahlenberg, und habe da eine wunderliche Nachricht gehört. Es ſollen

Dritte

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franzöſiſche Truppen ſich der Elbe nähern; ja, deukt nur, ſie ſollen ſchon in ziemlicher Stärke bei Zollenſpieker den Uebergang begonnen haben.

Heinrich, von dieſer Nachricht ergriffen, ſprang auf

und rief:Wie, wirklich Bewegung über die Elbe? Hat

die Unthätigkeit endlich ein Ende? bricht Davouſt nun los mit ſeinen Schaaren? wohin? wird er auf Lüneburg rücken?

Gewiß iſt das ſein Weg, fiel der Förſter ein. Er hat was im Schilde, und unſere Göhrde liegt ihm unglüch licherweiſe vor der Naſe, da werden wir auf einen Beſuch rechnen können.

Die Mutter ſchlug klagend in ihre Hände und ſprach: O, mußten wir ſo aus unſerm Himmel geſtürzt, muß unſere ruhige Gegend auch noch von den verhaßten Feinden überzogen werden? Wer hätte das gedacht, daß Du une eine ſo böſe Nachricht brächteſt!

Ruhig, gute Mutter, erwiderte Heinrich,denke Deiner eigenen Worte, die Du uns vorhin ſagteſt. Es

kaun ja Alles gut gehen. Mich beſchäftigt nur der Gedanke:

Was wird unſer General thun? wird er ihnen Widerſtand leiſten können und wollen, oder werden wir uns zurück ziehen müſſen? Ich glaube, wir ſind nicht ſtark genug, um ihm die Spitze zu bieten. Nun, dann brauſt ja dieſer Kriegsſturm ſchnell durch Eure friedliche Heimath.

Die Neuigkeit hatte Alle in große Aufregung gebracht; mau ſprach hin und her und ſtellte dieſe und jene Vermu thung auf, da ſtürmte ein neuer Bote in die Gartenlaube, der raſche, wilde Fritz, der mit dem Ruf:Hurrah, jetzt gibt's was! ſeine Mütze ſchwenkte, dann dem Heinrich um den Hals fiel und ihn bat:O, nimm mich mit, jetzt nimm mich mit!

Tollkopf! donnerte der Förſter dazwiſchen,erſt er⸗ zähle, was Du weißt und was Du gehört haſt.

Viel nicht, aber genug, um auf etwas Wichtiges zu ſchließen, erwiderte Fritz.Ich komme von Danneberg,

zu ſein ſcheinen, als den Gäſten des Hauſes und ein Schlaf⸗ zimmer mit Einrichtungen, die durchſchnittlich jedenfalls ſo gut ſind, als in den Hôtels in Curopa. Der Wein iſt in dieſen Häu⸗ ſern theuer, ſo wie überdies ſchlecht. Der gewöhnliche Preis be trägt zwei Dollars die Flaſche. Die Amerikaner ſelbſt trinken ſelten Wein zu Mittag in dieſen Hôtels. Wenn⸗ ſie es thun, trin⸗ ken ſie Champagner; ihr eigentliches Trinken beſorgen ſie beſon⸗ ders am Schenktiſche, gewöhnlich vor Tiſche und zu ſehr nledrigem Preiſe.Ein Trank, es mag ſein was es will, koſtet jedesmal einen Dime(5 Ngr.). Die weibliche Dienerſchaft in amerikaniſchen⸗ Hotels iſt im det, Snen höchſt unangenehm, unhöflich, frech, ſchmutzig, langſam zum Verzweifeln, aber auf das Stehlen, glaube ich, läßt ſie ſich nicht ein. 3 Nicht ein einziges Mal habe ich in einem amerikantſchen Hotel behaglich gegeſſen, nicht ein einziges Mal⸗ bin ich von dem Früh⸗ ſtücke oder dem Mittagseſſen mit dem Gefühle der Befriedigung aufgeſtanden, das man in einem civiliſirten Lande, in welchem eine Kochkunſt herrſcht, in ſolchen Augenblicken empfinden ſollte. Genug bekam ich, geſund war ich auch und ich bin dankbar dafür, aber dieſe Dankbarkeit iſt eine Sache für ſich und betrifft nicht die eigentliche Frage. Im Nothfalle kann ich auch Dinge eſſen, die meiner Zunge nicht ſehr gefallen, und ich klage nicht, aber ich glaube auch, daß es ſich mit den Grundſätzen eines vorgeſchrittenen Chri⸗ ſtenthums verträgt, wohlſchmeckende Speiſen vorzuziehen. In einem amerikaniſchen Hôtel konnte ich ſolche niemals erhalten. Alle Eſſenszeiten in ſolchen Häuſern waren für mich Zeiten einer hochſt unangenehmen Pflicht, und in dem Augenblicke, in welchem ich dieſe Zeilen in dem Hoôtel ſchreibe, das ich noch bewohne, ſehne ich mich nach einer engliſchen Schöpſenkeule.

Die Art des Eſſens iſt folgende. Es werden gewiſſe Fütte rungsſtunden genannt, und ſie umfaſſen beinahe den ganzen Tag Frühſtück von ſechs bis zehn Uhr. Mittagstiſch von ein bis fünf Uhr. Wenn der Gaſt zu einer dieſer Stunden erſcheint, ſo wirde er zu einem Sitze geleitet und er bekommt einen Zettel mit dem Namen aller Speiſen, die ihm zur Auswahl dargeboten werden. Das Verzeichniß iſt unglaublich und höchſt unnöthig lang. Dann ſieht man in den Zügen deſſen, welcher in einem amerikaniſchen Hötel lebt, während er das Programm der nachfolgenden Auffüh⸗ rung ſtudirt, die Sorge ſich davſtellen. Bei Männern geht es wohl unbeachtet vorüber, bei jungen Mädchen aber iſt die Sache ſehens⸗ werth, wenn auch nichi gerade ſehr anziehend. Dieſes ſorgſame Studiren, das wiederholte Leſen des Speiſezettels und endlich die deutlich ausgeſprochene Wahl!Gekochtes Schöpſenfleiſch mir Kapernſauce, Entenbraten, Wildpret⸗Haché, Kartoffelmuß, Spi nat mit Eiern, gedämpfte Liebesäpfel. Ja, und Kellner etwas squash! In dem Tone, in welchem dieſer Befehl gegeben wird, liegt keine falſche Scham, kein Wunſch nach leiſem Flüſtern. Das Eſſen wird mit der feſten Beſtimmtheit einer amerikaniſchen Hel⸗ din befohlen; binnen fünf Minuten erſcheinen alle die kleinen Teller auf einmal, und die Dame ſitzt mitten unter ihrem Banquet

Wie bald und wie ſehr lernte ich dieſe kleinen Teller und ihren fettigen Inhalt haſſen! In einem Londoner Speiſehauſe ſind die Dinge oftmals nicht gerade zierlich und appetitlich, aber das Fleiſch liegt auf einem Teller und man ſieht es in eßbarer Geſtalt vor ſich. In den amerikaniſchen Hôtels wird es auf kleinen ovalen Tellern gebracht und ſchwimmt in Fett. Fleiſchbrühe iſt etwas, das man in ſolchen Hoôtels nicht kennt, und Fett vertritt die Stelle. Es iſt greifbares, unverhülltes Fett in Stroͤmen, nicht etwa Fett,