Jahrgang 
27-52 (1862)
Seite
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Neuigkeiten zu erfahren, und die Mutter war mit ihrem

Hausweſen beſchäftigt. Jene waren allein ſitzen geblieben im trauten Geſpräche, das ſich ſehr bald wieder auf die

Begebenheiten und Erwartungen des Tages richtete, die

damals faſt ausſchließlich alle Herzen erfüllten. Bald hegte man ſichere Hoffuungen, bald drückte wieder Unge⸗

wißheit und die Berechnung der Machtanſtrengungen und

der Feldherrntalente des gehaßten und gefürchteten Fein⸗ des wie Gewitterſchwüle auf Gemüth und Herz⸗ freute man ſich der glorreichen Siege bei Großbeeren und Dennewitz; aber die Hauptarmee der Alliirten war bei Dresden zurückgeſchlagen und ſtand ſeitdem nur in Ver⸗

theidigungslinie, als ob ſie keinen Schlag mehr wagen Das beunruhigte die muthigen Jugendherzen, die

dürfe. nur immer kühn drauf ſchlagen wollten und die vorſich⸗ tigen, wohlerwogenen Feldzugpläne der Lenker des Kriegs nicht kannten.

Auch unſere jungen Freunde konnten das Zögern,

dieſe bänglich erſcheinende Vorſicht nicht begreifen; aber Heinrich erinnerte doch daran, daß man bei einem ſo

übermächtigen Gegner nicht Alles auf ein Spiel ſetzen, daß man ſeine Macht allmählich brechen und dann den Hauptſchlag vollführen müßte, der das Gebäude der Welt⸗ herrſchaft und Tyrannei über den Haufen werfe.

glorreichen Thaten an der Katzbach, hei Culm und Nollen⸗ dorf ſchon gewonnen ſei, während die Hauptarmee in un⸗ geſchwächter Kraft feſt gerüſtet ſtehe und dem unbiegſamen

Gegner die drohenden Wetter zeige, die von den böhmi⸗

ſchen Gebirgen herab bald in die Thäler der Elbe ſteigen würden. Louiſe wallte freudig auf und ſprach:So glaubſt Du wirklich, mein Heinrich, daß es gut gehen wird? Gewiß, erwiderte dieſer,betrachte nur unſere herr⸗ lichen verbündeten Heere, die Kraft und den Willen ihrer Führer, den Enthuſiasmus, den die bereits errungenen

Uovellen-Zeitung.

Zwar

Und er erinnerte daran, wie viel durch jene Siege und durch die

[VIII. Jahrg.

Siege erweckt haben, den Drang der Völker nach Befrei⸗ Rung von den Sclavenfeſſeln Frankreichs, den patriotiſchen Muth und die Kampfluſt, die die ganze Jugend Deutſch⸗ lands beſeelt. Es muß, es muß das große Werk des Be⸗ freiungskampfes gelingen.

Aber der Feind, ſprach Jene bedenklich,hat noch ſo große Mittel; noch iſt er Herr ſo vieler Völker, die ihm jedes Opfer bringen müſſen; noch kämpfen deutſche Heeres⸗ maſſen in ſeinen Reihen.

Beim erſten Hauptſchlage, verſetzte Heinrich,wer⸗ den ſie von ihm fallen und das Racheſchwert gegen ihn kehren. Er wird nie wieder die deutſche Jugend für ſeine Eroberungskriege zur Schlachtbank führen.

Louiſe ergriff mit Wärme ſeine Hand und ſprach: O Heinrich, möchteſt Du wahr reden! Muth und Ban⸗ gen, Zorn und Schmerz wechſeln ſo oft in meiner Bruſt, wenn ich bedenke, wie viele blutige Opfer es noch koſten wird, bis wir das Ziel erreichen. O Heinrich, welche Angſt ergreift mich oft, wenn ich an Dich denke, der Du auch Dein Leben wagſt, wenn ich denke, daß Du dort ver⸗ wundet auf dem Schlachtfelde lageſt, ſo viel dulden mußteſt, nur mühſam den größten Gefahren entgingſt, und ich ſo fern von Dir war, nichts für Dich thun konnte! ich nur wenigſtens in Deiner Nähe, ſtets um Dich ſein, Dich zu pflegen, für Dich zu ſorgen!

Sei ruhig, meine theure Louiſe, ſprach Jener mit inniger Rührung,und vertraue auf Gott; Deine Liebe, Deine ſüßen Wünſche und Gebete begleiten mich ſtets, und hülfreiche Hände, milde Herzen finden ſich wieder, ſo wie ich auch dort ſie fand. Gott wird mich ferner beſchützen und Dir erhalten.

Und doch, verſetzte Louiſe, mit einem inneren Kampfe von Wehmuth und Zorn,kehrt ſo mancher Bru⸗ V der, Freund, Geliebter nimmer zurück, und die Zurückge⸗ bliebenen können nicht einmal auf ſeinem Grabhügel Thränen weinen. O, Fluch dem Welteroberer, deſſen

ponirendes Ausſehen vom außen und eine gewiſſe würdige Hal⸗

tung im Innern ſind weſentlicher als Comfort oder Höklichkeit. Wie ein Hötel ſonſt ſein mag, armſelig, gemein darf es nicht ſein.

Die Hötels ſind immer nach einem Plane gebaut, der nach den Begriffen eines Europäers unnöthig raumverſchwenderiſch iſt. Gar nicht ſelten nehmen den größeren Theil des Erdgeſchoſſes Zimmer und Räume ein, die dem Hauſe gar nichts einbringen. Der Reiſende tritt durch die vordere Thüre in eine große Halle und findet darin meiſt eine Menge Perſonen, die nichts thun, auf Seſ⸗ ſeln oder Sopha's umherſitzen, leiſe ſprechen und die Zeit verbrin⸗ gen, als wäre der Ort ein öffentliches Ruhelocal. So iſt es aber auch. Die Anweſenden, darauf kann man wetten, ſind nicht zur Hälfte Gäſte des Hauſes. Ich will dem Ankommenden nun folgen, wenn er nach demBureau geht. Jedes Höôtel hat einBureau,

Office genannt. Wollte man dies einen Schankraum(bar) nennen, wie ich es nur zu oft gethan habe, ſo würde man einen beklagens⸗ werthen Irrthum begehen. Der Schankraum befindet ſich anderswo

und iſt ausſchließlich für das Trinken beſtimmt. In das Bureau, ein langes, offenes Comptoir, geht der Gaſt und hier ſchreibt er ſich in ein Buch ein. Dieſes Einſchreiben war für mich immer ein Augenblick des Leidens, den ich niemals mit Gleichmuth zu beſte⸗ hen vermochte. Iſt der Name eingeſchrieben und die Fruge nach Aufnahme geſtellt, ſo tritt mindeſtens ein halb Dutzend Neugie⸗

riger hinzu, lieſt den eingeſchriebenen Namen und hört zu, was man weiter ſagt und verlangt. Sie horchen ſehr aufmerkſam, ſprechen den Namen bedächtig aus, der große Mann hinter dem

Gilter aber ſcheint auf den Ankommenden nicht zu hören und zu achten. Sein Schickſal erfährt der Reiſende nie ſofort. Hat man ſeine Frau oder eine andere Dame bei ſich(das WortLady wird

Einem in den amerikaniſchen Höôtels ſo unleidlich und unausſteh⸗ lich gemacht, daß es mir unmöglich iſt, mich deſſelben zu bedienen), ſo muß ſie in ein Damen⸗Wartezimmer geführt werden, und da bleibt ſie in großartigem Elend und Bekümmerniß, bis der große Mann hinter dem Comptoirgitter über ihr Schickſal entſchieden hat. Ich bin nie im Stande geweſen, das Geheimniß dieſes Zö⸗ gerns zu ergründen. Ich habe es immer gleich gefunden, ob ich allein oder mit mehreren, in eigenem Wagen u. ſ, w. kam. Der große Mann hörte meine Frage ſchweigend an, ohne eine Miene zu verziehen, und ſetzte dabei meiſt ſeine Converſation mit einem der herumbummelnden Freunde fort, welcher vielleicht gleichzeitig nach meinem Namen in dem Buche ſieht Die Damen⸗Geſellſchafts⸗ zimmer ſind eine traurige Einöde. Selbſt die Amerikanerinnen machen keinen Gebrauch von denſelben. Gewöhnlich iſt ein ſolches Zimmer leer, oder es befindet ſich darin irgend eine vergeſſene un⸗ glückliche, ältliche Jungfrau, welche dem Jammer⸗Piano, das da ſteht, ohrangreifende Töne entlockt.

Die Preiſe in dieſen Hötels ſind in der ganzen union ſtets dieſelben, d. h. zwei und einen halben Dollar täglich. Dafür be⸗ kommt man ein Schlafzimmer und ſo viele Mahlzeiten, als der Gaſt einzunehmen im Stande iſt. Das iſt der Preis für eigent⸗ liche Reiſende. Für die, welche Monate dableiben, beträgt der Preis, wie ich gehört habe, nur die Hälfte. Zehn Shill.(3 Thlr. 10 Ngr.) täglich beſtreiten alſo Alles, was man braucht, die Be⸗ dienung mit eingeſchloſſen. Zum Lobe dieſer Hötels muß geſagt werden, daß der Reiſende ſeine Ausgaben im Voraus genau be⸗ rechnen kann. Für 2 ½ Dollars hat er ſehr viel Eſſen, ſehr viel Bedienung, die Benutzung der Leſe⸗ und Nauchzimmer welche indeß ebenfalls dem Publicum im Allgemeinen ebenſo zugängig

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