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hatte man ſich nicht geſehen. Und wie Vieles war ſeitdem erlebt und erfahren worden, was jetzt Gegenſtand der Unterhaltung, der Pläne und Hoffnungen war! Die Schaar junger Männer, die ſich in Halle den Studien widmeten, war auch von der erwachten Liebe für Freiheit und Vaterland entzündet worden, und unvorſichtig, wie die Jugend iſt, waren ſie der Wachſamkeit und dem Verdacht der Franzoſen nicht entgangen. Die Meiſten hatten ſich daher, den drohenden Gefahren zu entgehen und dem Drauge ihrer Herzen Luft machen zu können, nach Breslau begeben, wohin der eutſchloſſene und patriotiſche Aufruf des preußiſchen Königs ſo viele enthuſiaſtiſche Jünglinge lockte. 1
Da herrſchte flammender Eifer und zugleich ein heiteres Leben. Kampfluſt und Rachedurſt beſeelte Alle, die ſich zu den Waffen drängten. Auch Heinrich und ſeine halliſchen Gefährten zögerten keinen Augenblick, dem preußiſch⸗ deutſchen Heere ihre Dienſte zu widmen, und es war be⸗ greiflich, daß ſie vorzugsweiſe ſich zu dem Freicorps wand⸗ ten, welches zwei tapfere und unternehmende Officiere, Lützow und Petershof, errichteten. Sein Zweck war, einen Halt und Kern zu bilden, an den ſich die begeiſterte Ju⸗ gend aller deutſchen Länder bald auſchließen, das überall anregen, zu den Waffen rufen und für den Freiheitskampf begeiſtern ſollte. Es mußte zu dem Ende Streifzüge im Rücken der franzöſiſchen Armeen unternehmen, dieſe um⸗ ſchwärmen, ihnen jeden möglichen Abbruch thun und die Begeiſterung des Volks wecken. Was Wunder, daß bei ſolcher Tendenz, unter ſolchen nicht minder begeiſterten und unternehmenden Führern, alle von Feuereifer beſeelten Jünglinge, alle Kampfluſtigen und Thatendurſtigen, alle Tollköpfe und Wagehälſe ſich zu den Fahnen des Frei⸗
Uovellen-Zeitung.
Jüngling Körner in ſeinen unſterblichen Kriegsliedern, die er Lützow's„wilder verwegener Jagd“ an den Wacht⸗ feuern ſang.
Aber die Schwerter klangen ebenſo hell und ſcharf, wie die Kriegsgeſänge; und die Geſchichte hat die Thaten dieſer herrlichen Jugend aufgezeichnet und der Nachwelt bewahrt. Sie fochten tapfer unter Dörnberg, um das bedrohte Ham⸗ burg zu retten; der Sturm verſchlug ſie dann bald hierhin, dald dorthin. Sie hatten glückliche Streifzüge und ver⸗ wegene Unternehmungen ausgeführt, ſich gefürchtet ge⸗ macht und den Feinden manchen Schaden zugefügt; und eben waren ſie im Begriff, auf einem Streifzug Leipzig zu bedrohen, da wurde ihr Plan, ja das Corps ſelbſt durch den unerwartet geſchloſſenen Waffenſtillſtand vernichtet.— Lützow erfuhr in Plauen den abgeſchloſſenen Vertrag, wornach alle zerſtreute Detachements an einem beſtimmten Tage auf dem rechten Ufer der Elbe ſein ſollten; man hatte aber nicht berechnet, daß es manchen Abtheilungen nicht möglich ſei, in dieſer kurzen Zeit die Waſſenſtillſtands⸗ linie zu erreichen. Was war daher natürlicher, gerechter und billiger, als daß man ſolche Corps, die ſich unver⸗ ſchuldet verſpätet hatten, ruhig ziehen ließ und nur die Marſchroute ihnen anwies? Das geſchah auch von deut⸗ ſchen Commandeuren, und namentlich war von Dresden ein ſächſiſcher Officier als Marſcheommiſſar in Lützow's Lager geſchickt worden.
Aber Napoleon und ſeine Frauzoſen, wohl erkennend die Gefährlichkeit und Schädlichkeit dieſes begeiſterten Corps, das ſeine Pläne der Volksunterdrückung und Un⸗ terjochung ſo kühn vurchkreuzte, hatte ſeinen Untergang be⸗ ſchloſſen, und man ſuchte es noch hinterliſtig zu betrügen und in die Falle zu locken. Der heuchleriſche Vorwand,
corps, in die Reihen von Lützow's verwegenen Jägern drängten. In ihrem Lager ſchäumte und brauſte das Leben voll Jugenvmuth und Todesverachtung, und den Geiſt dieſer Heldeuſchaar belebte und vereinigte der edle
daß es den Waffenſtillſtand geweigert und gebrochen habe, erläuterte den rohen Zuruf des franzöſiſchen Commandiren⸗ den:„Waffenſtillſtand für Alle; nur nicht für ſie!“ den er den edlen Lützowern entgegendonnerte. Deutſche Truppen,
einzelnen kleinen Tiſche, meiſt in ziemlicher Entfernung von Licht und Wärme, aber gewöhnlich in ſtarkem Zuge; oder er geſtattet ſich den Luxus eines Privatzimmers und verſucht es, Troſt auf einem alten Roßhaarſopha zu finden, dafür zahlt er dann täglich 7 Shill. (2 Thlr. 10 Ngr.). Sein Schlafzimmer iſt nicht ſo eingerichtet, daß er daſſelbe als Wohnzimmer benutzen könnte. In keiner der beiden Arten zu leben kann der Reiſende ſich behaglich fühlen, und deßhalb hält er ſich ſo wenig in einem Gaſthofe auf, als es die Umſtände ſeines Geſchäftes oder ſeines Vergnügens nur immer er⸗ lauben wollen. Ich zweifle, daß irgend etwas, das zu einem guten Gaſthauſe gehört, in Vollkommenheit in irgend einem unſerer eng⸗ liſchen„weißen Roſſe“ u. ſ. w. gefunden werden kann, wenn auch der Mangel daran nicht ſo jammervoll bedrückend ſein mag, wie hier und da in anderen Ländern. Die Schlafzimmer ſind mehr ärmlich als ſchmuzig. Durch Extrabezahlung an die Bedienung bekommt man hier und da reichlich Waſchwaſſer. Die Speiſen ſind niemals gut, gewöhnlich aber doch eßbar, und man kann ſie haben, wann man ſie wünſcht. Die Weine ſind faſt immer ſchlecht, aber der Reiſende kann ſich wenigſtens am Biere entſchädigen. Die Be⸗ dienung iſt gut, vorausgeſetzt, daß man gut dafür zahlt. Die Preiſe ſind meiſt zu hoch, und leider werden ſie von Jahr zu Jahr
höher. Von freundlichen Geſichtern iſt gar nicht die Rede, man
müßte denn beſonders dafür bezahlen, und was übele Gerüche be⸗ trifft, ſo will ich weiter nichts ſagen, als daß häufig Verbeſſerungen wünſchenswerth und zweckmäßig wären. Ein engli iſt mit einem Worte fur den einzelnen Reiſenden die Verwirklichung der troſtloſeſten Oede. Man entſchuldigt dies damit, daß Englän⸗
der und Engländerinnen Gaſthäuſer in ihrem eigenen Lande ſelten
beſuchen.
ſches Gaſthaus
Das amerikaniſche Gaſthaus unterſcheidet ſich von allen denen, die ich genannt habe, und iſt eine ganz eigenthümliche Anſtalt, etwas für ſich allein Stehendes. Die Hotels in Amerika ſind um Vieles
größer und zahlreicher, als in anderen Ländern. Man findet ſie in allen Städten, ja ich möchte ſagen, in allen Dörfern. In England und auf dem europäiſchen Feſtlande fehlen ſie an den anerkannten Reiſeſtrecken und in Handels⸗ und ſonſt wichtigen Städten nicht. An unbeſuchten Strecken und in Dörfern gibt es wohl auch kleine Wirthshäuſer, in welchen der unerwartete Reiſende Obdach erhalten kann, Gäſte aus der Nachbarſchaft ihre Abend⸗ pfeife rauchen und ihr Bier oder ihren Wein trinken. In Amerika dagegen iſt das erſte Zeichen einer beginnenden Anſiedelung ein Hotel von fünf Stockwerken Höhe mit einem Bureau, einer Schenk⸗ ſtube, einem Wartezimmer, drei Geſellſchaftszimmern für Herren, zwei Geſellſchaftszimmern für Damen, einem Eingange für Damen und zweihundert Schlafzimmern. 4 Alle dieſe Häuſer werden natürlich mit der Abſicht auf Ge⸗ winn gebaut, und man darf wohl annehmen, daß in jedem Falle die Erbauer und Urheber der Speculation eine Art Berechnung über die Zahl der wohl zu erwartenden Gäſte angeſtellt haben. Woher ſollen die Leute kommen, für welche die zweihundert Schlaf⸗ zimmer eingerichtet ſind? Wer ſoll für die prächtigen S die zahlreichen Ruheſtühle in den Damengeſellſchaftszimmern be⸗ zahlen? In allen anderen Ländern würde ſich die Erwartung nur auf Reiſende erſtrecken, auf Fremde, die in die Gegend kommen, darin zu wohnen. Das Hötel ſelbſt ſoll die Bevölkerung ſchaffen, wie es die Eiſenbahnen thun. Bei uns in Europa laufen die Eiſenbahnen zu den Städten; in den Vereinigten Staaten wandern die Städte zu den Eiſenbahnen. Ebenſo iſt es mit den Hötels.
[VIII. Jahrg.
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