Jahrgang 
27-52 (1862)
Seite
788
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788 begreiflicher Unthätigkeit, die nur dadurch ſich erklären läßt, daß die ihn ſtets umſchwärmenden Koſaken ihm alle Nachrichten von der Stärke und Stellung ſeiner Gegner verſchloſſen und hinderten, vermied auch der Marſchall den Angriff und hielt ſich in ſeiner feſten Stellung hinter der Stecknitz, beobachtet von W almodens Truppen, die bereit waren, ſich jeder Diverſion, die etwa eine Entſen⸗ dung und Verbindung mit Magdeburg zum Zweck hatte, mit aller Kraft zu widerſetzen.

So waren nun Tage bänglicher Stille und quälender Ungewißheit eingetreten. Tauſendfältige Gerüchte durch⸗ kreuzten ſich, wie es in Kriegszeiten zu geſchehen pflegt. Dumpfe Erwartung lag auf allen Gemüthern; jeder Morgen koynte Kanonendonner, Schlachten, Siege brin⸗ gen, aber Niemand wußte, wo ſich die Wetter entladen würden, was man zu hoffen oder zu fürchten habe, was der große Kriegsplan dieſer unermeßlichen Heere ſei, die um die Herrſchaft der Welt, um Sieg oder Untergang jetzt zu kämpfen kühn entſchloſſen waren.

Der Förſter Hermann, ein kräftiger norddeutſcher Mann, der, im Walde aufgewachſen, ſtets ruhig und friedlich in der Freiheit der ſchönen Natur Bergluft und Waldesfriſche geathmet, auch ſich um die Händel der Welt wenig bekümmert hatte, war jetzt ergriffen von dem allge⸗ meinen Enthuſiasmus, und eine Beweglichkeit und Unruhe hatte ihn gefaßt, daß es ihm in ſeinem Waldrevier faſt zu eng und unheimlich wurde. Er wäre ſelbſt noch gern mit in's Feld gezogen, und würde auch mit der guten Büchſe ſeinen Mann nicht verfehlt haben, wenn ihn nicht ſeine Vorgeſetzten für unabkömmlich erklärt hätten. So mußte er daheim bleiben; aber ſeine Wünſche und Hoffnungen, ſeine Gedanken und Phantaſien waren immer bei dem vaterländiſchen Heere, ſein Herz ſchmachtete ſtets nach gu⸗ ten Nachrichten, und da die für ihn erreichbaren Zeitungen meiſt mit den lügenhaften Darſtellungen der Franzoſen

Uovellen⸗ Zeitung.

ihm mögliche Weiſe nach der wahren Lage der Dinge. Er ging deßhalb fleißig hinaus in die benachbarten Orte, um Neuigkeiten zu erfahren, die ſein Herz erſehnte; er unter⸗ hielt ſich mit Wanderern auf der Heerſtraße, die er aus⸗ frug und aus deren verworrenen Erzählungen und Ge⸗ wehhen er ſich oft täuſchende Phantasmagorien zuſammen⸗ etzte.

Oft ſchüttelte die treue Hausfrau den Kopf über die allzugroße Theilnahme ihres Mannes an den Kriegshän⸗ deln, die ihn faſt den ganzen Tag allein beſchäftigten und ihr in dem ruhigen Gauge ihres häuslichen Lebens ſtörend waren. Aber mit Enthuſiasmus ſchloß ſich die blühende Tochter Louiſe den Geſinnungen ihres Vaters an: ſie harrte immer mit Ungeduld der Heimkehr deſſelben, und die Neuigkeiten, die er mitbrachte, wurden dann weitläufig verhaudelt.

Das vierte Glied der Familie war der jugendliche Sohn Fritz, noch nicht 17 Jahr alt; aber ſtark und kräf⸗ tig aufgeſchoſſen, wie ein echter Waidmannsſohn. Er hielt ſich immer in der Begleitung des Vaters und, flink wie ein Reh, machte er oft weitere Streifzüge und freute ſich, wenn er etwas Gutes gehört und zu überbringen hatte.

beſeelt, für den wir jetzt keinen Begriff mehr haben. Eine Vaterlandsliebe, eine Kampfluſt war in dieſen Jünglingen erwacht, die man als ſicheres Pfand des endlichen Sieges betrachten konnte. Von frühſter Kindheit an hatten ſie von dem Drucke, der Schande und Schmach gehört, die die Franzoſen über das deutſche Vaterland gebracht; ſie hatten ſelbſt ſo viel Niederſchlagendes erlebt, waren in den Schulen von der Geſchichte einſtiger Größe, Würde und Macht Deutſchlands belehrt und dafür entzündet worden, hatten von den Alten ſo viele Klagen über die Tyrannei des Despoten, über das Unglück und die Unterdrückung deutſcher Zuſtände gehört, daß ihre innerſten Gefühle des

und ihrer Freunde gefüllt waren, ſo forſchte er auf jede

Zornes, des Haſſes und todesmuthiger Kampfluſt waren

Feuilleton.

O5.

Für Weltreiſende.

Das Nöthigſte, was es für dieſelben gibt: über den Charakter des Gaſthauſes zu ſchreiben, iſt bis jetzt faſt niemals in intereſ⸗ ſanter Weiſe geſchehen. Um ſo mehr Verdienſt hat ein ſehr unter⸗ baltendes Capitel von Trollop, aus dem wir hier die leſenswerthe⸗ ſten Einzelheiten mit freier Auswahl gekürzt aneinandereihen. Der unparteiiſche Engländer ſagt:

Von allen Hotels, die ich kenne, ſind meiner Meinung nach die in der Schweiz die beſten. Meinem Dafürhalten nach muß in einem Hötel namentlich Folgendes zu finden ſein? ein reinliches Schlafgemach mit einem guten und reinen Bett und zugleich mit

viel Waſſer; gute, wohl zugerichtete Speiſen, die zu paſſenden

Stunden ſervirt werden, welche gelegentlich ſich ausdehnen laſſen müſſen; trinkbare Weine; raſche Bedienung; nicht über⸗ mäßig hohe Rechnungen, freundliche Geſichter und Mangel an allen üblen Gerüchen. Viele Reiſende wünſchen noch mehr als dies, erwarten eine ausgezeichnete Küche, ausgeſuchte Weine, un⸗

terthänige Bedienung und zugleich die äußerſte Wohlfeilheit. Nur

unerfahrene Reiſende können dies verlangen, ſolche, die erſt die Lehrlingszeit im Hötelleben anfingen, vielleicht niemals Meiſter

im Reiſen werden und niemals das, was ſie billigerweiſe hoffen dürfen, von dem unterſcheiden lernen,

was ſie nie erreichen und finden werden.

Die Gaſthäuſer in Tyrol ſind, ſo weit ich ſie kenne, die bil⸗ ligſten und gewähren dem Reiſenden das Erforderliche für die Hälfte und für weniger als die Hälfte des Preiſes, welcher in der Schweiz gezahlt werden muß. Die andere Hälfte freilich wird durch Geſtank und Unreinlichkeit verdorben. Wenn die Reiſenden noch zahlreicher über Tyrol ſich ergießen, werden die Preiſe auch dort höchſt wahrſcheinlich ſteigen, und wir wollen hoffen, daß die ſo erhöheten Preiſe auch Beſen, Scheuerbürſten und andere derar⸗ tige Reinigungswerkzeuge mitbringen. 1

Die Gaſthäuſer in Norditalien ſind ſehr gut und die italieni⸗ ſchen Wirthshäuſer überhaupt, ſo weit ich ſie kenne, um Vieles beſſer als ihr Ruf. Die Italiener ſind freundliche, höfliche Leute, die für den Reiſenden wenigſtens thun, was ſie können, und zwar ſehr bereitwillig. Der unachtſame Reiſende wird vielleicht hier und da über das Ohr gehauen. Wenn er der Landesſprache un kundig iſt, muthet man ihm vielleicht zu, mehr zu zahlen, als dem, der die Sprache ſpricht und nach der italieniſchen Sitte über den Preis handelt. Ich beſtreite und bezweifle es nicht, daß es auch mein

Die damalige Jugend war ja von einem Enthuſiasmus

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