182 Uovellen-Zeitung.[VIII. Jahrg. Nr. „Nimmer,“ ſpricht er,„ſoll man ſagen, Auf friſche Hobelſpähne acs Unſer Spiel ſei falſch geweſen,— Pſeche bnidhnen— lhi Graf, habt Ihr von meinen Schätzen Und blühn zur Zeit die Reben Hu Auch den beſten Schatz erleſen! Sei es mit Wein umlaubt! 3 d Weil Mathilde für Euch bittet, Zur Rechten und zur Linken ritel Enden wir den Handel eilig,— Legt mir vom Elferwein 5 Nehmt ſie hin in Gettes Namen,— Der vollen Flaſchen viele,— zen, Denn mein Kaiſerwort iſt heilig!“ So viel' als gehn hinein! iin wi — Das Glas nicht zu vergeſſen, bin Sefünt vom beſten Trank, dI Den ich ſo gern getrunken Zechers Teſtament. Mein S eben lang. 3 en, Und wenn ich einmal ſterbe, In eines Weinbergs Mitten ni n So legt mich in ein Faß, Da ſei mein Grab beſtellt, ann gi Darin vor Zeit gegohren Wo hoch vom Felſen ſchäumend Pge Des Weines duftig Naß. Der ſtolze Rheinſtrom fällt. hle zum In ein bemoostes, altes, Das wird in ſolchem Schooße kunge Woran die Blüthe hängt, Ein ſelig Belunis le uas Stna Die auf den ſaft'gen Dauben Dort oben blüh'n die Reben eines V Erblüht, von Wein durchtränkt. Und unten brauſt der Rhein! b 67 aben Schw .. kennt geſchi haupt . 3— gen de V Literariſche Briefe von Otto Banck. den in guen, V Der Stern von Iſola. Eine Erzählung in vier durchgebildete Werk„Unter den Ruinen“ wandelt auf je⸗ 188 V Büchern von**1 Leipzig, Kollmann. 1862. nen Bahnen, die durch Nacht zum Licht zu gelangen ſuchen. V dieſt Wie Sie aus den großen Maſſen neuer Unterhaltungs⸗ Und das eben iſt ein ſchwer wiegender, für die allge⸗in 4 werke ſehen, welche der geſchäftige Büchermarkt zu Tage meine Entwickelung folgenreicher Zug unſerer modernen üchkit fördert, befinden wir uns vorherrſchend in einer Zeitpe⸗ Literatur, daß ſich in all ihren ſtärkeren oder ſchwächeren Willig riode des hiſtoriſchen Romans, während noch vor kurzer Productionen faſt niemals mehr ein echt conſervatives it 1 Zeit die des ſocialen herrſchte. Streben, geſchweige denn eine reactionäre Denkweiſe offen⸗ oft hin Doch die neuen politiſchen Bewegungen in faſt allen bart. Der berüchtigte Roman des rauhen Hauſes„Pritis ſegen europäiſchen Landen, ſeien ſie nun offener oder verborge⸗ sicut Deus“ war eigentlich die letzte hervorragende Er⸗a 3 ner Art, haben auch wieder für die novelliſtiſchen Gemälde ſcheinung aus dem Gebiele lichtſcheuer Dämmerung, in der ind E der geſellſchaftlichen Zuſtände, für die Charakteriſirung der es Abend werden will, weil es Abend werden ſoll. S Rückſchritts⸗ und Fortſchrittsgeiſter einen neuen Aufſchwung Im Uebrigen begegnet man an allen Orten und Enden reſfen gegeben, und ganz beſonders iſt derſelbe von einigen emi- einer aufgeklärten Geſinnung, einem ſcharf accentuirten beff nenten Romanerſcheinungen gefördert worden, welche die patriotiſchen Gefühl. Es iſt wahrſcheinlich, daß dieſelben uſs inneren und äußeren Kämpfe der ſocialen Reformideen im bei manchem Schriftſteller gar nicht in ſolchem Grade aus e Gebiete der Politik und Kirche behandelten. Zu jenen er⸗ dei Herzen erwächſt, als er ſie zur Schau trägt; ja man Stun⸗ muthigenden Beiſpielen gehören beſonders die beiden um- darf annehmen, daß manche von den Köpfen, welche jetzt San fangreichen und in ihrem geiſtigen Einzelfond großartig liberal ſchreiben, vielleicht auch im entgegengeſetzten Sinne Fübri reichen Darſtellungen Karl Gutzkow's und der effectvolle wirken würden, wenn ſie es für effectvoll hielten. Aber 84 öſterreichiſche Roman„Dissolving viewst“. gerade dies vermuthen zu müſſen, iſt doppelt erfreulich, Iinn Viele ſchwächere, ja ſogar fabrikmäßig maſſenhafte Lei⸗ denn es zeigt, daß die Autoren von der Annahme erfüllt dun ſtungen ſchließen ſich dieſer Richtung an, wie z. B.„Die ſind, es laſſe ſich das große Publicum nur noch durch eine 1 Mäuner vom Leder“,„Die Ritter der Induſtrie“,„Die Anſchauung befriedigen, deren Fundament der Fortſchritt iſt. 8 Leute der Amtsſtube“,„Die Herren vom Kleeblatt“,„Das Die letzten fünfzehn Jahre der deutſchen Specialge⸗5 3 Geſpenſt der Zukunſt“,— denn es thut nichts zur Farbe ſchichte haben der erzählenden Literatur viel Vorgänge hin⸗ Pun der Tendenz, daß dieſe zwanzig oder vierundzwanzig Bände terlaſſen, welche zu mannigfaltigen ſocialen Compoſitionen Sun von ein und demſelben Verfaſſer zugleich Producte einer Stoffe und literariſche Hintergründe darbieten. Oft wa⸗ Wor fabelhaften Vielſchreiberei ſind. Auch das viel mehr geiſtig ren die Perſonen und die Facta ſelbſt ſo draſtiſch, daß ſie a
Jahrgang
27-52 (1862)
Seite
782
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