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7 Bei ſeinem
Nr. 49.] Fragonard kam nicht zu Worten; er murmelte bittere Ver⸗ wünſchungen gegen alle Weiber zwiſchen ſeinen Zähnen, aber er hatte nicht den Muth, Hand an dieſe Frau zu
Dritte Folge.
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friedenheit kam der Künſtler deunoch nicht, ja, er beant⸗ wortete nicht einmal ihren Brief. Fragonard hatte den letzteren wohl erhalten, aber er
legen, die ſein innerſtes Gefühl ſo tief empörte, warf ihr hatte mehr Charakter, als man ihm bei ſeiner bisherigen
den Schlüſſel zu der geheimen Treppe vor die ſtürzte wie ein Raſender hinaus in die Nacht.
Als die Guimard, die nicht weniger aufgebracht als ihr bisheriger Freund geweſen war, am andern Morgen erwachte, fiel es ihr doch ein, daß ſie übereilt gehandelt habe. Wir wollen nicht behaupten, daß ein der wahren Liebe nur ähnliches Gefühl für Fragonard in ihr vorge⸗ herrſcht habe, aber die Entſchiedenheit, mit der er ſich von ihr gewandt hatte, verletzte ihre Eitelkeit, und ſie glaubte keinen höhern Triumph feiern zu können, als weun er frei⸗ willig wieder zu ihr zurückkehren und ſie um Verzeihung bitten würde; ſich der Macht ihrer Reize wohl bewußt, weifelte ſie keinen Augenblick, daß dies geſchehen werde. Wer ſollte denn auch die Fresken in ihrem Saale vollen⸗ den, nachdem ein Fragonard daran gearbeitet hatte?
Die ſchöne Frau war alſo gewiß, daß ſie würde ver⸗ zeihen können; die Eiferſucht, die der Meiſter an den Tag
gelegt hatte, fing ihr ſogar ſehr ſchmeichelhaft zu werden
an. Sie machte an dieſem Morgen eine ſehr verführe⸗ riſche Toilette und wartete, leiſe lächelnd, auf ihren alten Freund.
Aber der Tag verging, und Fragonard war nicht ge⸗ tommen. Die Dame wurde unruhig; ſie überlegte, ob ſie der Schüchternheit ihres alten Anbeters— denn ohne Zweifel hielt ihn nur die Furcht vor ihrem Zorne ab, ſie um Verzeihung zu bitten,— nicht durch ein Billetchen zu Hülfe kommen ſolle.
Auch der zweite Tag verging, ohne Fragonard's Be⸗ ſuch mit ſich zu bringen, und am nächſten Morgen ſchrieb die Guimard in aller Freundſchaft an ihn und ſuchte dabei das Vorgekommene als etwas recht Scherzhaftes zu behan⸗ deln. Aber zu ihrem Staunen und ihrer großen Unzu⸗
Füße und
unſinnigen Liebe hätte zutrauen ſollen. So heiß ſeine Leidenſchaft für die Tänzerin geweſen war, ſo ſehr ſie ihn Monate lang hatte verblenden können, die Entdeckung, die er gemacht und die ihn aus all ſeinen Himmeln geſtürzt, hatte doch den Schleier, unter dem ſie ihm ſo bezaubernd erſchienen war, zu gewaltſam gelüftet; er war entſchloſſen, dieſe Frau, die ihn ſo bitter getäuſcht, nicht wiederzuſehen, — er nahm ſich ſogar vor, ſie zu verachten, wie ſie es verdiente, was ihm in der erſten Zeit allerdings nicht recht gelingen wollte; in ſeinem Herzen blutete noch immer eine kleine Wunde.
Aber die Zeit heilt bekanntlich alle Wunden, auch noch viel tiefere und gefährlichere, und da es Fragonard nicht an Gelegenheit fehlte, Erſatz für ſeinen Verluſt zu ſuchen und zu finden, ſo konnte er ſich bald mit gutem Gewiſſen geſtehen, daß ihm die Guimard nicht allein gleichgültig ge⸗ worden ſei, ſondern daß er ſie auch wirklich verachte und eine Rache nicht mehr für der Mühe werth halte. Sie, tief beleidigt in ihrem Stolze, ſchrieb nicht das zweite Mal an ihn; ohne Zweifel lernte ſie auch ſeine neuen galanten Abenteuer, von denen ganz Paris ſprach, kennen.
Die ſchöne Tänzerin tröſtete ſich eudlich, da ſie nichts Beſſeres der unangreifbaren Kälte dieſes einſt ſo ſterblich in ſie verliebten Mannes gegenüber zu thun wußte.
Fragonard, der, wie alle Künſtler von Bedeutung, ſeine Werke faſt ebenſo wie ſich ſelbſt und etwas mehr als alles Andere auf der Welt liebte, der obenein mit vollem Rechte ſeine Fresken in dem Guimard'ſchen Saale als eines ſeiner Meiſterwerke betrachtete, kam endlich dahin, weniger an die Dame ſelbſt, als an ihr ſe unvergleichlich gelungenes Portrait zu denken; es ärgerte ihn nicht wenig,
Ein Edelmann aus Fingo war ſo glücklich, von ſeiner Frau, einer ſeltenen Schönheit, innigſt geliebt zu werden. Der Kaiſer wünſchte ſie ſelbſt zu beſitzen. Er beging deßhalb das todeswür⸗ dige Verbrechen, den Mann hinrichten zu laſſen, und befahl dar⸗ auf, die Witwe in den Palaſt zu bringen. Sie lehnte die Gnade des Tyrannen nicht von ſich, nur bat ſie um eine Friſt von dreißig Tagen, ſie wollte darin den Verſtorbenen beweinen. Am Ende dieſer Zeit gab ſie ihrer ganzen Anverwandtſchaft ein Feſt, welches der Kaiſer ſelbſt mit ſeiner Gegenwart beehrte. Nach aufgehobe⸗
ner Tafel trat die Trauernde auf den hohen Balcon vor ihrem
Hauſe und, indem ſie ſich ſtellte, als wolle ſie weit umherſehen,
endigte ſie durch einen kühnen Sturz, in Gegenwart des Kaiſers, ihren Schmerz und ihr Leben. 9.
Zur Geſchichte der Muſik. Hettner üßer Sebaſtian Bach.
Den vielen Freunden einer claſſiſchen Muſik muß es von In⸗ tereſſe ſein, von einem geiſtreichen und ſcharfdenkenden Beurtheiler, der ganz außerhalb der muſtkaliſchen Kreiſe ſteht, eine Charakte⸗ giſtik über einen unſerer größten deutſchen Componiſten zu leſen. Wir heben hier das Nachfolgende über Bach aus Hettner's ſoeben erſchienener deutſcher Literaturgeſchichte des achtzehnten Jahr⸗ underts hervor:
Sebaſtian Bach iſt ureigen deutſch. Der Grundton aller ſeiner bedeutendſten Schöpfungen iſt die ernſte Pracht und Er⸗ labenheit des alten proteſtantiſchen Kirchenſtyls.
Es überkömmt uns der Hauch des ehrſamen, zünftigen,
deutſchen Bürgerthums, wenn wir den Stammbaum des trefflichen Meiſters betrachten. Gegen das Ende des ſechszehnten Jahrhun⸗ derts war Veit Bach, ein Bäckermeiſter, glaubensbedrängt aus Preßburg, wohin einſt ſeine Vorfahren aus Thüringen eingewan⸗ dert waren, nach Wechmar bei Gotha übergeſiedelt. Die Muſik war ihm ſeine liebſte Gefährtin geweſen; und ebenſo waren ſeine Söhne, Hans Bach, ein Bäcker, und Johann Bach, ein Teppich⸗ macher, tüchtige und eifrige Muſiker. Hans Bach hinterließ bei ſeinem im Jahre 1626 erfolgten Tode drei Söhne, Johann, Chri⸗ ſtoph und Heinrich; alle drei wurden Muſiker. Sie zeichneten ſich ſchon früh dergeſtalt aus, daß der regierende Graf von Schwarzburg⸗Arnſtadt ſie zu weiterer Ausbildung nach Italien ſandte. Seitdem waren die Bach's eine zahlreiche und vielver⸗ zweigte Organiſtenfamilie. Faſt alle Organiſten⸗ und Stadt⸗ cantorenſtellen Thüringens waren mit ihnen beſetzt. Alljährlich pflegten ſämmtliche Familienglieder in Erfurt, Eiſenach oder Arnſtadt zuſammenzukommen und einen muſikaliſchen Familien⸗ tag zu halten, der mit einem feierlichen Choral begann und nicht ſelten mit den ausgelaſſenſten muſikaliſchen Scherzen endete. Johann Sebaſtian Bach war am 21. März 1685 zu Eiſenach geboren; ſein Vater, Johann Ambroſius Bach, war dort Hof⸗ lund Stadtmuſikus. Als zehnjähriger Knabe war er nach dem Tode ſeines Vaters in das Haus ſeines Oheims, des Organiſten von Ohrdruff, gekommen; leidenſchaftliche Liebe zur Muſik er⸗ füllte von Jugend auf ſeine Seele. Bald ſehen wir ihn nach kur⸗ V zen Studienreiſen, auf welchen er Lüneburg, Hamburg und Lübeck
beſuchte, 1707 als Cantor in Mühlhauſen. Dann wurde er Hof⸗
V muſikus in Weimar, ſpäter Capellmeiſter in Cöthen und zuletzt, im Jahre 1723, Muſikdirector und Cantor an der Thomasſchule
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