Jahrgang 
27-52 (1862)
Seite
775
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ihrem Saale zu zeigen, bis nach ihrer Vollendung der Totaleffect ein durchaus befriedigender und dem Stolze des Künſtlers ſchmeichelnder ſei, ſich nicht enthalten kounte, von ihrem wohlgelungenen Portrait als Terpſichore zu er⸗ zählen.

Der Jüngling wurde neugierig oder that wenigſtens ſo; er bat und flehte, die Dame möge ihn in das Geheim⸗ niß einweihen; er verſchwor ſich hoch und theuer, Niemand, am allerwenigſten Fragonard, ſolle etwas davon erfahren.

Wo es ſich um die Befriedigung ihrer Eitelkeit han⸗ delte, war die Guimard entweder ſehr ſchwach oder ſehr ſtark; ſie konnte dem Drängen des jungen Seladon alſo nicht lange widerſtehen, forderte ihn auf, einen der ſilber⸗ nen Armleuchter zu nehmen, und ging ihm in die obere Etage voraus, überzeugt, daß ſie durch ihr reizendes Portrait wieder einen großen Triumph feiern müſſe.

Kein Diener hatte das Pärchen begleitet; das ganze obere Stockwerk war wie ausgeſtorben; es ſetzte mithin einen großen Grad von Intimität voraus, daß die ſchöne Tänzerin die Führerin des jungen Herzogs von Rohan geworden war.

Beide langten in dem großen Saale an; der Herr Herzog hielt den Armleuchter, und die Guimard zog mit ihren zarten Fingern ſelbſt die Leinwand zurück, die das Gemälde verdeckte.

Der Herzog gerieth bei dem überraſchenden Anblicke des Kunſtwerkes in Ekſtaſe; er dachte als echt galanter Mann nicht daran, den Künſtler zu bewundern und zu loben, ſondern er ſah nur die verführeriſch ſchöne Terpſi⸗ chore und ihr Original.

Herrlich! rief er, wie die Guimard es am Vormit⸗ tage gethan hatte.O Louiſon, wie war es möglich, dieſen himmliſchen Ausdruck, der Sie ſo bezaubernd und über alle Herzen gebietend macht, wiederzugeben! Wäre das Original dieſes Gemäldes nicht an meiner Seite, ich würde vor dem Bilde niederknieen und es anbeten!

Dritte Folge.

Und der junge Herzog benutzte den Moment, ganz ent⸗ zückt vor der Tänzerin, die ſich, glücklich lächelnd, wieder in den Fauteuil niedergelaſſen hatte, auf die Kniee zu ſin⸗ ken, und griff nach ihrer Hand. Ohne Zweifel würde ſich die Scene, bei der Fragonard am Vormittage ſeine Stelle vertreten hatte, ganz genau wiederholt haben, wäre nicht eine ganz unerwartete Unterbrechung einge⸗ treten.

Die Guimard ſchrie nämlich plötzlich laut auf, und als der junge Herzog ihrem Erſtaunen und Schrecken aus⸗ drückenden Blicke folgte, ſah er in einer andern Thür als der, durch die er mit ſeiner ſchönen Begleiterin eingetreten war, eine Geſtalt, die in ihrer ganzen Hallung wirklich etwas Beängſtigendes hatte.

Es war ein hoher Mann, der ſich ganz nach italieni⸗ ſcher Banditenweiſe in einen halblangen, faltigen Mantel von ſchwarzem Tuche eingehüllt hatte und ein eigenthümlich geformtes ſchwarzes Sammetbarett auf dem Haupte trug; obgleich ihn das Licht der Kerzen nur ſehr ſchwach beleuch⸗ tete, glaubte der Jüngling ſeine Augen doch wie glühende Kohlen blitzen zu ſehen Unwillkürlich griff er nach der Stelle, an der er ſeinen zierlichen Galauteriedegen zu tra⸗ gen pflegte, aber unglücklicherweiſe hatte er die Waffe in dem Zimmer der Tänzerin gelaſſen.

Der unheimliche Eindringling ſah ſich übrigens kaum bemerkt, ſo kam er feſten und echt thratraliſchen Schrittes auf das überraſchte Paar zu.

Vor der Tänzerin, die ſich halb ohnmachtig in ihren Fauteuil zurückgelehnt hatte, blieb er ſtehen, ſchlug ſeinen unheimlichen Mantel zurück und nahm mit offenbar höhni⸗ ſcher Höflichkeit ſein Barett ab. Sie hatte ihn bereits erkannt: es war Meiſter Fragonard.

Sein Erſcheinen war ihr leicht erklärlich. Der Maler, der nach Luſt und Laune zu arbeiten pflegte, hatte von ihr einen Schlüſſel erhalten, vermittelſt deſſen er zu jeder Ta⸗

Die Kleine nimmt ihr Briefchen und eilt ſelig davon.

Jetzt erſcheint ein junger Bauernburſche, der erſt ſeit zwei Monaten einer Operntänzerin als Lakai dient. Er ſagt:

Mein Herr, ich möchte gerne meiner Mutter ſchreiben, daß ich Hemden und Strümpfe nöthig habe, auch ſollen Sie recht viele Grüße an Verwandte ſchreiben, und daß meine Gamaſchen ſchon zerriſſen ſeien, und ob ſich der Huſten meiner Tante noch nicht verloren hat, und ob mir mein Vater die zwanzig Francs ſchicken wird, welche er mir verſprochen hat. Auch ſollen Sie mei⸗ nen Schatz, die kleine Anna, in dem Briefe fragen, ob ſie mich noch liebt, aber die Mutter darf nichts davon merken und daß ich auch ein Paar neue Stiefel brauche, und daß ich neulich in der Oper geweſen bin und die ſchönen Tänze mit angeſehen habe. Hier ſind zehn Sous, machen Sie mir dafür Alles hübſch und ordentlich.

Während nun der Schreiber anfängt ſein Ragout niederzu⸗ ſchreiben, ſchwatzt der Burſche immer fort: von neuen Hoſen und von einem Schnupfen, den er gehabt, daß die Tänzerin ihn hei⸗ rathen wolle, und daß er ewig ihr getreuer Sohn bleiben werde c. Dem Schreiber geht es im Kopfe herum wie ein Mühlrad; aber er ſchreibt immer fort, ohne ſich irre machen zu laſſen, und der Brief wird jetzt einem polniſchen Salat nicht unähnlich.

Jetzt ſtürmt eine dicke Köchin gleich einer Medea herein, wirft ihren Korb zur Erde und ſagt:

Auf, Herr Schreiber! Tauchen Sie Ihre Feder in Gift und Galle, und ſchreiben Sie mir Eins an den Verräther, recht grob und leidenſchaftlich!

Glaubt der Menſch, ich hätte es nicht erfahren, daß er geſtern vor der Barrière mit der blonden Chri⸗!

ſtine getanzt und ihr ſo ſchön gethan hat, und daß ſie ihm ver⸗ ſprochen hat, ihn mit den beſten Biſſen aus ihrer Küche und mit guten Bouteillen zu verſorgen. Wir wollen doch ſehen, wer die beſte Küche führt! Die alberne Chriſtine iſt nur eine ſimple Bürgerköchin und dient bei einem armen Teufel von Gewürzkrä⸗ mer, während ich bei adliger Herrſchaft conditionire. Das Alles reiben Sie dem Schlingel recht unter die Naſe; reden Sie recht verächtlich mit ihm, er ſolle mir nie mehr unter die Au gen treten, der elende Wicht, der Undankbare, den ich fütterte und den ich ſo zärtlich liebte! Hier ſind dreißig Sous und wenn es mehr koſtet, ſo fordern Sie!

Schönen Dank, Fräulein! ſchon manche Grobheit auspacken. Kopf gehörig waſchen.

Jetzt wird Grobheit auf Grobheit gehäuft, und die Epiſtel dann vorgeleſen. 5

Bravo! ruft die Köchin und ſtürzt mit dem Briefe hin⸗ aus, während der Schreiber ſeinem Schöpfer dankt, daß es noch zärtliche Nähmädchen, dumme Bauernburſche und leidenſchaftli che Köchinnen unter dem Monde gibt. 6.

Für dreißig Sous läßt ſich Wir wollen dem Sünder den

Zur Länder⸗ und Völkerkunde.

Zum Charakter der Japaneſen.

Zimmermann erzählt in ſeiner Reiſebeſchreibung Züge aus dem japaneſiſchen Volksleben, welche zeigen, daß die äußerſte Rohheit dort ebenſo ihre Beiſpiele hat, wie das zarteſte und ehren⸗

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