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doch nach aufgehobener Tafel dem Freunde mit einigen flüchtigen Worten ſeine Hoffnung auf Erfolg ausſprechen zu können.
Am Nachmittage, als ſich die Geſellſchaft bedeutend vermehrt hatte, fand Dierxen nur wenig Gelegenheit ſich ohne Aufſehen längere Zeit mit Roſalie zu unterhalten. Erſt als am Abend der Hauptmann ſeine Gäſte durch den brillanten Anfang ſeines Feuerwerks überraſchte, ſuchte er die Geliebte auf, um, wie er ſcherzend bemerkte, als alter Soldat damit bekannt, ſie ſicher durch das Kreuzfeuer der umherſprühenden Raketen und Feuertöpfe hindurch zu ge⸗ leiten. Langſam neben dem ſchönen Mädchen dahinſchrei⸗ tend, hatte Dierxen eben von ſeiner nahe bevorſtehenden Abreiſe geſprochen, als der weite Raſenplatz und die ihn umgebenden Baumgruppen in bengaliſchen Flammen roſig erglühten. Das Auge ſeiner ſchönen Begleiterin aber glänzte in jenem feuchten Schimmer, der ves Herzens ſüßeſte Gefühle bezeichnet. Dierxen wenigſtens glaubte es als die Folge einer tiefen inneren Bewegung deuten zu dürfen, und die Manchem ſo verhängnißvoll gewordenen Wörtchen:„Mein? Dein!“ entflohen im Glanzmoment des herrlichen Abends zum nachhaltigen Segen den Lippen des ſchönen jungen Paares.
Aufmerkſamkeiten, die von heirathsfähigen, ſoliden jungen Männern den Töchtern erwieſen werden, pflegen früher von den Müttern als von den Vätern geveutet und gewürdigt zu werden. Der Gattin des Amtmanns, der ſich wohl einer zahlreichen liebenswürdigen Familie, weni⸗ ger aber eines Einkommens erfreute, das im Einklange ſtand mit den zeitgemäß von derſelben gemachten Anfor⸗ derungen, war es nicht zu verdenken, wenn ſie die beſchei⸗ dene Annäherung des liebenswürdigen reichen Gutsbeſitzers nicht ungern bemerkte. Die gemachten Beohachtungen mochten der Frau Amtmann Veranlaſſung geben, daß ſie, ohne deßhalb Widerſpruch zu erfahren, dem Gemahl als Sache der Schicklichkeit vorſtellte, den Hauptmann nebſt deſſen engern Familienkreiſe, dem ja auch Dierxen ange⸗ hörte, vor des Letztern Abreiſe noch einntal zum Mittags⸗ eſſen einzuladen. Willfährig ſagten die Freunde zu, und Dierxen war glücklich, als er zum Abſchiede von Roſalie beim Einſteigen in den Wagen noch einen Blick erhaſchte, der ihm die Beſtätigung des Wörtchens verhieß, womit ſie ſich ihm einige Stunden früher verlobt hatte.
Es war in der erſten Juliwoche 185—, als an der Mittagstafel des Juſtizamtmanus H. in N., wo lauter fröhliche Gäſte verſammelt waren, nach den erſten ge⸗ bräuchlichen Geſundheiten, unter dem Knallen der geöffne⸗ ten Champagnerflaſchen die Verlobung des Gutsbeſitzers Dierxen auf Dallen in Holſtein veröffentlicht wurde. Wenige Minuten ſpäter flog die Nachricht am Telegra— phendrahte hinüber nach Holſtein zum Vater. Noch vor Abend kam vom biedern Greiſe die Antwort zurück: „Friſch deutſch Blut thut immer hier gut; je mehr, deſto beſſer!“
Nach vier Monaten ſegnete der ehemalige Rector von Tiedehenne das glückliche Paar in der Kirche des hübſchen
767 Dörfleins ein, das ihm zur Heimath geworden war, nach⸗ dem er, wie einſt Paul Gerhard, als wackerer Kämpfer für das geläuterte Wort Gottes, durch einen tyranniſchen Spruch aus Amt und Behauſung in ſeinem Vaterlande war vertrieben worden.
Beim Hochzeitsmahle aber füllte Hauptmann v. B. zur ſchicklichen Zeit den vor ihm ſtehenden ſilbernen Pokal. Das werthvolle Erbſtück, das ihm von ſeinem Schwieger⸗ vater als Hochzeitsgeſcheuk verehrt war, hoch erhebend, ſo daß die alten Abbildungen und das holſteiniſche Wappen daran hell im Sonnenſtrahl erglänzten, brachte er ſeinen Spruch aus:„Segen dem edeln Paare, an dem ſich wieder das alte Wort bewährt: Ehen werden im Himmel geſchloſſen; es lebe hoch und glücklich bis in die ſpäteſte Zeit!“— Die unterdeſſen aus dem benachbarten Garni⸗ ſonsorte angekommene Muſik ſchmetterte jetzt vom Parke herauf einen weitſchallenden Tuſch. Gleich darauf erklang die allen Anweſenden wohlbekannte Melodie:„Schleswig⸗ Holſtein mieerumſchlungen“. Das Lied, welches Dierxen und den Hauptmann einſt zum Kampfe hochbegeiſtert hatte, wurde mit Enthuſiasmus bis zu Ende geſungen, und dann in deutſchem Bruderſinn dem Bruderlande Schleswig⸗Hol⸗ ſtein ein dreifaches Hoch gebracht.
Der nächſte Morgen fand die Neuvermählten auf der Reiſe, nicht um nach heutigem Brauch ein Stückchen von der Welt zu ſehen, was ſpätere Verhältniſſe des Eheſtands oft nicht geſtatten wollen, ſondern auf dem Wege nach dem Gute Dallen, wo der alte Herr Dierxen der Ankunft ſei— ner Kinder ſehnſuchtsvoll entgegenſah.
Nach Verabredung beſuchen ſich die beiden Familien regelmäßig ein Jahr un's andere auf ihren Gütern. Wer dann Gelegenheit hat den traulichen Verkehr zu beobachten, wenn ſie froh und friſch bei dem zur Feier des Ernte⸗ kranzes veranſtalteten Feſtmahle ſitzen, wie das Beiſpiel der Herrſchaft ſo einflußreich auf das ſittige Benehmen des Hofgeſindes zurückwirkt, der wird nicht daran zweifeln, daß die beiden im Himmel geſchloſſenen Ehen auch glück⸗ liche ſind. Am meiſten aber freut ſich wohl der alte Herr Dierxen. Er iſt nicht glücklicher, als wenn er ſeine Enkel, zwei kleine vielverſprechende holſteiner Buben, auf den Knieen ſchaukelt. Roſalie, die ſchöne, aber früher etwas zarte Jungfrau, iſt unter den Geſchäften der umfaſſenden Wirthſchaft zu einer kräftigen holſteiner Hausfrau erblüht. Der alte Herr ſieht es gern, wenn die ſchöne Schwieger⸗ tochter Abends nach beſorgten Hausgeſchäften die Kinder bei dem Großvater aufſucht. Wenn die rothbackigen Kua⸗ ben dann nach der erſten Begrüßung jubelnd ihre Reit⸗ künſte auf Herrn Dierxen's Knieen fortſetzen, dann fragt ſie wohl einmal in lebhafter Erinnerung des zur Verlo⸗ bung vom Schwiegerpapa erhaltenen Telegramms:„Vä⸗ terchen, wird's Dir jetzt nicht zu viel mit dem jungen friſch deutſchen Blute?“ Und der alte Herr antwortet wie immer:„Je mehr davon, deſto beſſer!“ ſetzt auch wohl leiſe hinzu:„es will noch viel friſch deutſch Blut zum letzten Kampf mit den däniſchen Zwingherren drüben— in Ko⸗ penhagen!“


