766 der dortigen Gegend folgte, pflichtete Lieutenant v. B. aus voller Ueberzeugung der Anſicht ſeines Hauptmanns bei, daß er zum Heirathen noch viel zu jung, überdies, was ſeine Familienverhältuiſſe betraf, noch nicht ſein eigener Herr ſei. Er entſagte freiwillig ſeinen Anſprüchen auf Maria, die mehrere Jahre älter war als er, während der Hauptmann die durch den Lieutenant mit dem ſchönen Mädchen gemachte Bekanntſchaft fortſetzte und ſich einige Monate ſpäter, nach eingeholter Bewilligung des Vaters, eines wohlhabenden Handelsherrn in Tönningen, mit dem⸗ ſelben verlobte.
Einige Zeit nach dem den Herzogthümern ſo viel Un⸗ heil bringenden Friedensſchluſſe holte er Marie als ſeine Gattin in's Vaterland heim. Er war von Vielen vielleicht der Einzige, der eine dauernde Eroberung in dem Feldzuge gemacht, in welchem Holſtein, die ſchöne nordiſche Perle des deutſchen Laudes, anſcheinend für lange Zeit dem deutſchen Vaterlande verloren ging. Die Liebe war echt, und die Ehe iſt daher eine glückliche geblieben bis zu der treuen Gattin und Mutter für die Hinterbliebenen allzufrüh vor einigen Jahren erfolgtem Tode.
Jahrelang trug Lieutenant v. B. den Groll über den ſchmachvollen Ausgang des ſchleswig⸗holſteiniſchen Krieges in Herzen mit ſich herum, ohne deſſen ganz Herr werden zu können. Er bat daher um ſeinen Abſchied und erhielt ihn, in Anerkennung ſeines im Felde bewährten Betragens, mit dem Hauptmannscharakter.
Nach dem Vorbilde ſeines ebenſo gebildeten als ſtreb⸗ ſamen Vaters ſchon von früheſter Jugend an eine ehren⸗ volle Thätigkeit gewöhnt, übernahm er die Führung eines zum väterlichen Hauptgute gehörenden bedeutenden Außen⸗ hofes. Er hatte durch Dierxen erfahren, daß Meta, die jüngere Schweſter des Rectors, die bei der zuerſt mit ihr gemachten Bekanntſchaft erſt funfzehn Jahre zählte, noch frei war. Er warb um ſie und führte ſie ein Jahr ſpäter als ſeiue Hausfrau heim, die ihm jetzt als Landwirth vor allen Dingen noth that.
Der Dragonerlieutenant Dierxen, welcher auch nach der über ſein Vaterland ergangenen Kataſtrophe das Schwert mit dem Pfluge vertauſcht hatte, war der Zwiſchenträger des eingeleiteten Briefwechſels geweſen, der immer wärmer wurde und endlich für Beide zum glücklichen Ziele führte.
Es waren ſeitdem nicht volle zwei Jahre verfloſſen, als der Hauptmann v. B. von ſeinem Schwager, dem Rector in Tiedehenne, die unerwartete Nachricht erhielt, daß er mit mehreren andern ſeiner Amtsbrüder durch einen däniſchen Zwangsbefehl mit einer kaum nennenswerthen Penſion ſeines Amtes entſetzt ſei. Er hatte ſich in ſeiner Bedrängniß an den Gutsbeſitzer Dierxen gewandt, und dieſer, ein eifriger Vaterlandsfreuud, hatte ihm nebſt Frau und Kindern höchſt bereitwillig ein Unterkommen auf ſeinem Gute gewährt. Dort wollte er, beſſere Zeit erwar⸗ tend, den Studien leben und dem Freunde hülfreich an die Hand gehen.
Der Hauptmann aber, deſſen Liebe für ſeine getreue liebliche Meta im fortwährenden Steigen war, bot unter dem Beiſtande ſeines einflußreichen Vaters jedes ihm zu Gebote ſtehende Mittel auf, den Rector zu einer Anſtel⸗ lung im preußiſchen Staatsdienſte zu verhelfen. Schon waren von Seiten der betreffenden Behörden erfreuliche
Zuſagen erfolgt, als eine von des Hauptmanns Vater zu vergebende Patronatpfarre erledigt wurde.
Einige Wochen ſpäter, am Geburtstage des Rectors, hatte v. B.s Gattin die Freude, dem Bruder die Pfarr⸗ beſtallung zum Angebinde überſenden zu können.
Nach dem für die Pfarrwitwe abgelaufenen Gnaden⸗ halbjahre hielt der neue Paſtor in der feſtlich ge⸗ ſchmückten Kirche zu Areusberg ſeine Antrittspredigt über den Text Pſalm 118, V. 6.—„Der Herr iſt mit mir, darum fürchte ich mich nicht; was könnten mir Menſchen thun?“ Die Zuhörer waren von dem Vortrage des neuen Seelſorgers ſo tief ergriffen, daß Viele mit Thränen in den Augen dem Pfarrherrn die Hand drückten, als er die Kirche verließ.
Schon am folgenden Tage hatte Dierxen, welcher die alten Freunde an den Ort ihrer neuen Beſtimmung geleitet, die Rückreiſe antreten wollen. Dem Freunde aber war es nicht entgangen, daß es eine intereſſante junge Dame war, die Tochter eines Beamten aus der Nachbarſchaft, deren Bekanntſchaft er bei dem Introductionsfeſtmahle gemacht, welche den ehemaligen Dragonerlieutenant in ſeinem Be⸗ ſchluſſe wankend gemacht hatte, und es bedurfte nur gerin⸗ gen Zuredens bei ihm, die Rückreiſe um einen oder zwei Tage zu verſchieben.
Es war die ſchönſte Zeit im Jahre, Ausgang Mais, wo der Frühling ſich mit dem Sommer vermählte. Nach trüben Gewittertagen war anhaltender Sonnenſchein über das Land gekommen. Gleich den Kelchen der Blumen, öff⸗ neten ſich den Freunden die Herzen. So hatte auch Dier⸗ ren das ſeine dem Freunde offenbart, und in dankbarer Auerkennung des Glücks, welches ihm durch Vermittelung des Freundes mitten im Getümmel des Krieges zu Theil geworden, baute er den Plan, während der Segnungen des Friedeus dem treuen ehemaligen Cameraden in der von ihm Erkornen einen Schutzgeiſt zuzuführen, wenn ſein Vaterland etwa von neuen Gefahren bedroht würde.
Gelegenheit zur Ausführung ſollte ein ländliches Feſt geben, welches der Hauptmann v. B. unter Dierxen's Bei⸗ ſtande in ſeinen ſchönen parkartigen Gartenanlagen für den nächſten Sonntag anordnete. Unter den geladenen Gäſten befand ſich auch der Juſtizamtmann mit ſeiner Fa⸗ milie, der gebeten war, ſchon um Mittag zu erſcheinen, während die übrige zahlreiche Geſellſchaft erſt zum Kaffee erwartet wurde. War die Uuterhaltung der übrigen Männer über Tiſche durch die auserleſenen Weine des Hauswirthes immer lebendiger geworden, ſo wurde ſie den Uebrigen weniger vernehmlich, aber, wie der unbefangene Beobachter gewahren konnte, um ſo feſſelnder zwiſchen der ſchönen und geiſtreichen Roſalie und Dierxen geführt, wel⸗ cher ihr Tiſchnachbar war.
Der holſteiniſche Gutsbeſitzer war ein kräftiger ſchöner Mann mit weichem blondem Haar und treublauen Augen, wie man ſie vor dem holſteiniſchen Kriege unter den Mu⸗ ſenſöhnen von Jeua mit wahrer Freude oft in großer Zahl vertreten ſah. Seine Rede, bieder und doch warm ohne irgend eine Spur vornehmer Ueberhebung, fand mehr und mehr Anklang in Roſaliens Herzen; man ſah es an ihrem Blick, der, während ſie ſeinen Worten aufmerkſam folgte, immer inniger auf ſeinem Auge verweilte. Wenn Dierxen auch ſeinen Werth nicht überſchätzte, ſo glaubte er
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