Jahrgang 
27-52 (1862)
Seite
765
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Nr. 48.)

eine Recognoscirung nach Tiedehenne für nothwendig ge⸗ halten, indem ſein Freund, der anweſende Lieutenant Dierxen, ihm die Mittheilung gemacht, daß das Haus des dortigen Rectors zwei den Officieren der Alliirten ſehr gefährlichen Perſonen zum Aufenthalt diene.

Meine Herren! nahm endlich der Präſident das Wort, als er zum Fällen des Spruches den Schluß aus den Verhandlungen zog,ich habe ſelbſt die Gefährlichkeit jeuer beiden Perſonen erkannt, nachdem ich ſie in nähern Augenſchein genommen und von den Eigenſchaften, welche ſie dazu befähigen, ſoviel es die uns knapp zugemeſſene Zeit geſtattete, einige kennen gelernt. Nach mit meinem Freunde v. B. genommener Rückſprache glaube ich das Mittel ge⸗ funden, diejenige, welche mir von den beiden Perſonen einſtweilen die Gefährlichſte erſcheint, zu einer Erklärung zu vermögen, welche ſie der Allgemeinheit ferner unſchäd⸗ lich macht. In Betracht des mir vom Lieutenant v. B. dabei geleiſteten Beiſtands empfehle ich denſelben Ihrer beſondern Berückſichtigung..

Es wurde die ebenſo humane als ſcharfſinnige Dar⸗ ſtellung des Sachverhaltes mit Auerkennung aufgenom⸗ men, und die darauf begründete Freiſprechung des Lieute⸗ nant v. B. unter allgemeinem Beifall verkündigt.

Jetzt erſchien die Hausfrau den Gäſten zu melden, daß

Dritte Folge.

ſie den Kaffee unter die große Linde im Hofe gebracht, wo es in der Sonne jetzt eben doch ſchöner ſei als auf der dü⸗

ſtern Dehle.

Der Hauptmann nickte der drallen ſaubern

Wirthin für die Aufmerkſamkeit ſeinen freudlichen Dank.

Die Herren aber zündeten ihre Cigarren au und folgten dem Gaſtgeber zu dem bezeichneten Platze, wo der Kaffee⸗

tiſch unter dem weitragenden Gezweig des uralten Baumes,

der ſchon mancher Generation Schutz und Schirm gewährt hatte, mit holſteiniſcher Nettigkeit hergerichtet war. Die Taſſen waren eben gefüllt, und der Duft des Moccatran⸗ kes wirkte wohlthuend nach der Erregung, in welche das kräftige Mahl nebſt dem Lafitte und dem Chateau Mar⸗

765 geaux, mit dem ſich der Hauptmann aus Herrn Meier's in Rendsburg wohlbekanntem Keller verſorgt, die fröhlichen Gäſte verſetzt hatte, als der jüngſte Sohn des Hofbauern eilfertig über den Hof rannte.

Ein Huſar von den Braunſchweigern hielt am Hack), der, ſobald es der Bube geöffnet hatte, in Trabe heran⸗ ritt, in der Nähe der Tafelrunde abſtieg und dem Haupt⸗ manne ein Schreiben überreichte.

Meine Herren, nahm dieſer das Wort ſobald er es geleſen,dieſe Nacht um 12 Uhr läuft der Waffenſtill⸗ ſtand ab. Die Dänen haben die bisher innegehabten Stellungen heute am Tage verlaſſen. Die zweite Diviſion der Alliirten folgt ihnen auf dem Fuße nach; die holſteini⸗ ſchen zweiten Dragoner und unſer Reſt rücken morgen nach Tiedehenne und bleiben dort bis auf weitere Ordre. Lieu⸗ tenant v. B., machen Sie der Compagnie beim Appell die Ordre bekannt.

Glückauf! rief Lieutenant Dierxen hochauflachend, das konnte ja nicht beſſer kommen, ſo können die Herren Officiere der 6. Compagnie des löblichen 2. Regi⸗ ments ein wachſames Auge auf die Gefährlichen dort haben!

Eine Bowle Punſch von beſter Güte diente am Abend zur Nachfeier des Tages, die in Folge der erhaltenen Ordre zum Abſchiedsfeſt in der bisherigen Cantonnirung geworden. Dann machten ſich die beiden Dierxen auf den Heimweg. Die zurückbleibenden Officiere aber ordneten ihre kleinen Angelegenheiten in den Quartieren, um am andern Mergen rechtzeitig zum Abmarſche auf dem Sam⸗ melplatze zu ſein.

Während eines mehrtägigen Aufenthaltes in Tiede⸗ heune, dem das bekannte nutzloſe Hin⸗ und Herziehen in

. Auf hölzernen Zapfen drehbares Gatter, womit die Ge⸗ höfte in Holſtein ſtets verſchloſſen ſind, damit frei umherlaufende Fohlen und andere Hausthiere ſich nicht verlaufen.

einfachen und anſpruchsloſen Romanen, die nicht auf moderne Geiſtreichigkeit und moderne Pointe hinarbeiten, auf einer Reiſe Angeſichts der Wirklichkeit ſelbſt geſchrieben und höchſtens daheim ohne Verlöſchung des erſten richtigen Eindrucks weiter ausgear⸗ beitet und abgerundet.

Dieſe Abrundung iſt im Verhältniß zu andern modernen Werken der erzählenden Literatur auffallend groß, und da ſich in der Behandlung überall eine ſittliche Richtung und ein reines va⸗ terländiſches Gefühl für Aufflärung und Nationalität zeigt, ſo ſind ſie auch dem größeren Publicum als eine das Gute und Wackere auferbauende Unterhaltungslectüre unbedingt zu engſehleng

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Miscellen. Eine Erzählung aus Borneo.

In St. John's Borneo lieſt man: 1

Einige Männer, welche bei dem Suchen wilden Obſtes wei⸗ ter gewandert waren, als die Uebrigen, erzählten, ſie hätten meh⸗ rere ſehr große Affen geſehen, die wohl Orang⸗Utangs geweſen ſein mochten, und als ſie davon ſprachen, erinnerte ich mich an verſchiedene Geſchichten, die von Leuten erzählt werden, welche von großen Affen entführt wurden. Ich habe in meiner Reiſebeſchrei⸗

bung unter dem Sendyaks auf dieſen Gegenſtand verwieſen, aber, obwohl manche Geſchichten von den männlichen Orang⸗Utangs

erzählt werden, welche junge Mädchen der Dyaks in die Dſchun⸗ hels entführten, ſo hört man doch ſelten, daß ein weiblicher Orang⸗ Utang mit einem Manne entlaufen iſt. Aber die Muruts von Pa⸗

Kſaas erzählen Folgendes, was ſich wirklich ereignet hat: Vor eini⸗

gen Jahren wanderte einer ihrer jungen Leute, der mit einem Sumpitan oder Schlagpfeife und einem Schwert bewaffnet war, durch die Dſchungles. Er kam an das Ufer eines Kieſelbaches, und weil es ein heißer Tag wal, ſo kam es ihm in den Sinn, ein Bad zu nehmen. Er legte ſeine Waffen und Kleider am Fuße eines Baumes nieder und ging dann ins Waſſer. Nachdem er ſich hinlänglich erfriſcht hatte und ſich wieder ankleiden wollte, be⸗ merkte er einen ſehr großen weiblichen Orang⸗Utang, der zwiſchen ihm und dem Baume ſtand. Das Affenweib kam ihm entgegen, während er vor Schrecken wie gelähmt daſtand, ergriff ſeinen Arm und zwang ihn, ihr an einen mit Aeſten verſehenen Baum zu folgen und auf denſelben hinaufzuklettern. Als er ihr Lager erreicht hatte, das von Aeſten und Zweigen zu einem bequemen Neſt geflochten war, ließ ſie ihn eintreten. Hier blieb er einige Monate lang, eiferſüchtig von ſeiner Gefährtin bewacht, die ihn mit Obſt und Palmkohl verſorgte und ihm nur ſelten erlaubte,

mit ſeinen Füßen den Erdboden zu berühren, wohl aber ihn zwang,

ihr von Baum zu Baum zu folgen. Dieſes Leben dauerte einige Zeit, bis der weibliche Orang⸗Utang, der weniger wachſam wurde, dem Murut mehr Freiheit bewilligte. Er machte ſich dieſelbe zu Nutze, glitt an dem Baumſtamme herab und lief an die Stelle, wo er früher ſeine Waffen gelaſſen hatte. Als ſie ſeinen Flucht⸗ verſuch gewahr wurde, folgte ſie ihm, wurde aber, als ſie ſich ihm näherte, von ihm getödtet. Man erzählte mir, wenn ich auf dem Padasfluſſe bis zu dem Dorfe dieſes Namens hinabfahren wolle, ſo könnte ich die Geſchichte aus dem Munde des Mannes ſelbſt vernehmen, denn er befinde ſich noch am Leben. C.