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länger unter den Befehlen eines Mannes bleiben, der fähig iſt, eine ſolche Rechnung, wie dieſe hier, aufzu ſetzen.“
„Geben Sie mir die Rechnung!“ ſagte raſch Herr Silas Peckham, welcher ſeine Kurzſichtigkeit zu bereuen begann.—„Ein einfaches Memorandum, durchzuſe hen, zu berichtigen.“
„Die Vorſteher werden darüber in der nächſten Comitéſitzung urtheilen,“ erwiderte Dudley Venner, der ganz ruhig das Papier in ſeine Taſche ſteckte, nachdem ein flüchtiger Blick ihn mit dem Inhalt deſſelben bekannt ge⸗ macht hatte.
XXI.
Vierzehn Tage ſpäter nahm Bernhard Langdon ſeine Stelle unter meinen Zöglingen wieder ein.
Er war viel ernſter, als ich ihn je gekannt hatte. Als ich ihn über die Verwendung ſeiner Zeit während ſeiner Abweſenheit befragte, erzählte er mir die Geſchichte, die man ſoeben geleſen hat.
Sich mit ſeltner Ausdauer den allgemeinen Studien hingebend, gewann er noch ſehr viel Zeit, während der Vorbereitung für ſein Examen ſich um die jährlichen Preiſe zu bewerben, die man den beſten ſchriftlichen Abhandlungen gewährt.
Zwei Mal wurden ihm dieſe einſtimmig gewährt.
Als der neue Doctor ſein Diplom erlangt hatte, zog er mich über die erſten Schritte ſeiner Laufbahn zu Rathe, welche oft über die ganze Zulunft entſcheiden.
Nur ſeine gegenwärtigen Hülfsmittel berechnend und überdies beſeelt von den großmüthigſten Geſinnungen, wollte er ſich in einer der Vorſtädte der Stadt, in welcher er ſeine Studien beendet hatte, niederlaſſen.
Der Gevanke, ſich den Armen zu widmen, lächelte ſei ner Philanthropie zu.
Ich führte eine entſchiedenere Sprache gegen ihn.
Zeitung.
[VIII. Jahrg.
„Behandeln Sie die Armen, die ſich an Sie wenden, umſonſt; das iſt ganz einfach, allein beſchränken Sie nicht freiwillig Ihre Abſichten und Ihre Hoſſnungen auf einen Ehrgeiz zweiten Ranges. Sie ſind nicht zu einer Kund⸗ ſchaft der Vorſtadt geſchaffen. Schlagen Sie Ihr Zelt in der Mitte des reichen Quartiers auf. In dieſen pracht⸗ vollen Paläſten wohnen Leute, die im Grunde ebenſoviel werth ſind, wie andere, mit denen der Umgang aber un⸗ gleich angenehmer iſt. Sie bedürfen eines Arztes, und ſie ziehen einen ſolchen vor, der Gentleman iſt. Betrachten Sie ſich im Spiegel, und Sie werden ſehen, daß Sie ganz der Mann für jene Leute ſind.— Vernachläſſigen Sie daher Ihre vorausſichtlichen Erfolge nicht, und ſchätzen Sie ſich nicht gering. Wenn man ſich auch vornimmt, nützlich zu ſein, ſo muß man dennoch dahin trachten, glück⸗ lich zu werden.— Das würden Sie nie ſein, wenn Sie ſich herabſetzten.“
Es ſcheint, als hätte ich mit einiger Beredſamkeit ge⸗ ſprochen, denn Bernhard ließ ſich überzeugen.
Er that wohl daran, glaube ich, denn unlängſt begeg⸗ nete ich ihm an der Seite eines jungen, reizenden Mäd⸗ chens, der Tochter eines reichen Banquiers in Rock⸗ land, deren Name ſchon in dieſer Erzählung vorgekom men iſt.
Bernhard grüßte mich von fern, und Miß Lätitia For⸗ reſter richtete das anmuthigſte Lächeln auf mich. Ich⸗war kein unbekannter Mann für ſie, ſobald Bernhard Langdon mir ſeine Aufmerkſamkeit bewies.
Sie werden ſich binnen kurzer Zeit verheirathen, wie man mir geſagt hat, und mein ehemaliger Schüler wird freudigen Herzens die Armen behandeln können, denn er ſelbſt wind reich ſein.
Bemerken muß ich noch, daß ſeine Braut an jenem Tage ein prachtvolles Arnihand trug.
Sollte es zufällig das Elſie's geweſen ſein 5
Städte zu beſichtigen, die Jedermann zugänglich ſind. Das ſo ciale und volitiſche Leben der Amerikaner muß das Intereſſe der Reiſenden ausmachen, und zu dieſem gelangt man ohne Einfüh rung und Empfehlungsſchreiben nicht.
Ich kann von dem Weſten nicht ſcheiden, ohne zu ſeinem Gunſten zu bemerken, daß die Männer dort alle etwas wahrhaft Männliches haben, das ihnen eine eigenthümliche Würde gibt. Cs zeigt ſich ſelbſt in ihrer Gleichgültigkeit, von welcher ich oben ſprach. und ungebeugt. Es kam mir vor, als erforderte kein Volk wenie ger Beſehle von außen, als dieſe Pioniere der Civiliſation. Selten⸗
ſinden ſie etwas zu ihrer Unterhaltung oder zu ihrem Vergnügen.
Eſſen, Branntwein und Zeitungen genügen ihnen zum Leben, und ſo lange ſie das Genannte haben, ſteht der Mann in ſeiner Mann⸗ beit da, es mag geſchehen, was da will.
Die Wulh des Pöbels erſchreckt ihn ſo wenig als das ernſte Geſicht des jetzigen Martial⸗Tyrannen. Leider kann ich nicht auch hinzuſeßzen, der Mann des Weſtens ſei ein gerechter und rechtlicher Mann. Seine guten Eigenſchaften ſind Intelligenz, Energie und Ausdauer, ſeine Fehler dagegen Schmutz, Unehrlich keit und Morgentränke
Alle eingebornen Amerikanerinnen ſind intelligent, und es ſcheint ihnen dies angeboren zu ſein. In den Städten des Oſtens füͤgen ſie in den höhern Claſſen der Ueberlegenheit auch die weib liche Anmuth hinzu, und deßhalb ſind ſie reizende Geſellſchafte rinnen. Schön ſind ſie ebenfalls, und es fehlt ihnen, glaube ich, nichts, was ein Liebhaber wünſchen kann. Aber ich kann mir nicht denken, daß ich eine Dame aus dem Weſten oder vielmehr eine Dame im Weſten ſehr zu lieben vermöchte. Sie ſind ſcharf
Was auch geſchehen mag, der Mann iſt da unverdorben
und ſpitz wie Nägel und auch ſo hart. Sie wiſſen ohne Zweifel Alles, was ſie wiſſen müſſen, aber ſie wiſſen auch diel mehr, als ſie wiſſen ſollten. Sie ſind Tyranninnen gegen ihre Eltern und üben die Tugend des Gehorſams nicht eher, als bis ſie ſelbſt erwachſeneTöchter haben. Sie haben Glauben an das Geſchick ihres Landes, wenn auch an ſonſt nichts, aber ſie ſind auch der Meinung, daß dies Geſchick durch das Talent und den Geiſt der jungen Frauen her⸗ beigeführt werden inüſſe. Ich geſtehe, daß Eva für mich gar keine Relze gehabt haben würde, wenn ſie Adam nicht als ihren Herrn anerkannt hätte. Dagegen kann ich ihr wohl verzeihen, daß ſie ihn verführte von dem Apfel zu eſſen. Wäre ſie aus dem Weſten Amerikas gekommen, würde ſie ihm befohlen haben, ſich die Mahlzeit zu bereiten, und dann würde ich ihr nicht haben verzei⸗ hen können.“.
Zur Länder und Völkerkunde. Ein Diner in Abyſſinien.
Der Dr. Staudner erlebte ein ſolches auf ſeiner Reiſe von Keren nach Adoa, und zwar wurde es den Fremdlingen von der Gattin des Statthalters von Hamaſen gegeben. Es war nicht arm an Komik.—
„Wir ritten,“ erzählt der Reiſende,„am andern Morgen mit großer Dienerſchaft nach dem Dorfe Ad Gebrai, wo jene junge Frau reſidirt. Dicht bei unſerm Lager kamen uns Leute entge⸗ gen, nach dortiger Sitte mit Lanze, krummem Säbel, der auf der rechten Seite getragen wird, Einige mit Gewehren bewaffnet, um uns einzuholen und zu ihrer jungen Gebieterin zu⸗ geleiten.
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