ſehen zu dürfen, daß ihr Vater dieſen Beweis ſcheinbarer Sympathie, ohne Zweifel gemiſcht mit Neugier, nicht ver⸗ weigern zu dürfen glaubte.
Dank ver Sorgfalt Helene's, ſchien die junge Todte
ihre ganze Schönheit bewahrt zu haben, und um ihr noch
beſſer das Anſehen einer Schlafenden zu geben, hatte man beſchloſſen, ihren ſchönen runden Hals entblößt zu laſſen, umwunden noch von der Kette, und einige neugierige Blicke ſuchten vergebens nach jener Spur von dem Zeichen ihrer Geburt, welches ſie, wie man ſich zuflüſterte, gezwungen hatte, beſtändig das Halsband zu tragen.
Erſt im letzten Augenblicke der letzten Stunde neigte die alte Sophie ſich über„ihr Kind“ und nahm mit zit⸗ ternder Hand die glänzende Kette von dem Halſe.
Ihr aufmerkſamer Blick heftete ſich einige Secunden auf die Stelle, die der Schmuck eingenommen hatte.
Nichts verrieth das verhängunißvolle Zeichen.
„Gott ſei gelobt!“— rief die gute Negeriu,—„er hat ſie würdig gemacht, zu den Engeln zu kommen!“
Und leiſe legte ſie das Halsband in das Käſtchen, in welchem Dudley die„Reliquien“ ſeiner Tochter bewahren wollte.
Einige Minuten darauf ruhte Elſie unter der weißen Marmorplatte auf der Mitte des grünen Raſenplatzes.
Sie fuhr dahin von ihren ehemaligen Mitſchülerinnen begleitet, die ſämmtlich weiß gekleidet waren und ihre rei⸗ nen, jugendlich friſchen Stimmen im Chore zu einer Todtenhymne erhoben.
Bernhard Langdon wohnte der trüben Ceremonie bei.
Auf dem Grabſtein lieſt man die Aufſchrift:
Catalina, vermäylt mit Dudley Venner, geſtorben mit zwanzig Jahren am 13. October 1840.
Uovellen-Zeitung.
XX.
Helene Darley wollte, ſobald ihre Sendung erfüllt war, ungeachtet der dringenden Bitte, die Elſie's Vater an ſie richtete, wieder zu ihren peinlichen Pflichten in die Erziehungsanſtalt zurückkehren.
Während der Unterredungen, die Dudley Venner und Helene während der Tage der Trauer miteinander gehabt, hatte vielleicht eine jener vertrauten Anſpielungen und Wendungen ſtattgefunden, die einem gleichgültigen Zuhö⸗ rer nicht auffallen würden, die aber gleichwohl die heilig⸗ ſten und unwiderruflichſten Verpflichtungen eines Herzens gegen das andere ſind.— Vielleicht, ſagen wir, denn wir haben über dieſen Gegenſtand bloße Vermuthungen.
Soviel iſt gewiß, daß Herr Silas Peckham ſeine Oberlehrerin mit ſichtlicher Befriedigung zurückkehren ſah, beſonders als er ſich davon überzeugt hatte, daß ſie durch die Pflege Elſie's von keinem„Uebel“ ergriffen worden ſei.
Der brave Mann ſagte daher:
„Nun, Miß Darley, ich hoffe, daß der Herr dort ſich gut gegen Sie betragen habe!— Ohne Zweifel haben
Sie nichts dabei verloren, daß Sie ſich ſeinetwegen be⸗
mühten?“
Dieſe etwas rohe Anſpielung machte, daß Helene Darley erröthete, denn in ihrer Unbefangenheit erkannte ſie nicht den wahren Siun und glauhte, man ſpräche von allem Audern, nur nicht von einer„Geldbelohnung“. Aber wir müſſen Herrn Silas Peckham die Gerechtigkeit widerfahren laſſen, daß er keine andere Abſicht hatte, als genau zu erfahren, wie viel er an dem Gehalte ſeiner Oberlehrerin für die Zeit, die ſie außerhalb ſeines Hauſes zugebracht hatte, abziehen ſollte.
Die dreimonatliche Abrechnungszeit war gekommen, und der würdige Vorſteher trat lächelnd bei Helene ein, um ihre„kleine Rechnung“ in Ordnung zu bringen, wie
er ſagte. Dieſe Ordnung beſtand darin, von den fünf⸗
„Das iſt ja ein ſchreckliches Loos!“ rief ich aus. „Ja, ein ſchreckliches Loos,“ wiederholte der Arbeiter, auf
ſeinen Beſen geſtützt,„wenn ſie meine Tochter wäre, würde ich ſie
aus Barmherzigkeit umbringen.“— Seht, hier ſind Waſſer aller Art und duftende, küͤnſtliche
Veilchen in Körbchen zur Verſchönerung des Lebens ausge⸗
ſtellt.
„Eau de Philippe“ iſt hier zu haben, welches die verlorne Schönheit— und hiermit ſelbſtverſtändlich die Unſchuld— zu⸗ rückbringt. Kaufet! Kaufet!
Seht, hier ſind franzöſiſche Ordenszeichen aller Art am
Schaufenſter— Kreuze und Sterne. Ich ſah eben einen Mann
im Gewölbe, der kaufte.
αν 3* 44 2 1 „Sind ſie denn käuflich?“ fragte ich einen Herrn, der am
Schaufenſter ſtand.
„Ja, mein Herr!“ antwortete er ganz ernſthaft—„und
wohlfeil zu haben.“
„Das iſt in Deutſchland ganz anders,“ entgegnete ich,„da müſſen ſie durch auffallende Leiſtungen für das gemeine Wohl verdient werden. Wie rigoros man iſt, können Sie, mein Herr, daraus erſehen, daß ſogar Philoſophen, die wie Sterne die Nacht
mild erhellt haben, unbeſternt aus der Welt gehen.“
„Das iſt erſtaunlich,“ ſagte der Herr. Hier iſt ein Bazar voll Spielwaaren für Kinder.
Arm⸗ und Fußgelenken.
„Sehen Sie nur, mein Herr,“ ſagte der Verkäufer,„wie be⸗ weglich dieſe Figur iſt; ſie iſt zu allem geſchickt; ſie iſt Soldat, Kammerdiener, Harlequin, Ritter, Minneſänger, Declamator,
„ ler. 1 Ich kaufe für 30 Cents einen kleinen zierlichen Franzoſen mit elaſtiſchen
Einſiedler— kurz, Sie können Alles aus ihr machen. Betrach⸗ ten Sie auch nur das ſchöne Colorit— dies Männchen iſt Er⸗ findung des franzöſiſchen Genies.“ Ich fuhr mit dem Nagel über die Farbe. „Kratzen dürfen Sie nicht, mein Herr,“ ſagte der Kaufmann raſch,„er iſt aus Thon— nur dadurch iſt er ſo wohlfeil, es wer⸗ den Tauſende aus Einem Modelle gegoſſen.“ 9.
Zur Culturgeſchichte. Ein engliſches Artheil über amerikaniſchen Charabter.
Der bekannte Schriftſteller Trollope bringt in ſeinem Werke
über Nordamerika*) manche neue noch nicht abgethane Anſichten V und Beobachtungen über die dortige Bevölkerung zur Sprache. Beſonders ſpricht er ſich frappirend über den Weſten aus. W wollen einige Stellen aus ſeinem Buche hierherſetzen, da Amerika jetzt ſo ſehr das Tagesgeſpräch beherrſcht:
waren, wie ich ſie zu finden erwartet hatte. Mit denen im Norden⸗ ſind wir Alle mehr oder weniger bekannt.. 5 Die Amerikaner, die man in England oder auf dem europäi⸗
kannt iſt. Sie ſind etwas redſelig, intelligent, gern geſellig,
auch häufig nicht in einer Weiſe, die uns zuſagt.
*) Leipzig, Bernh. Tauchnitz.
(VIII. Jahrg.
Wir „Ueber die Leute in Amerika muß ich ſagen, daß ſie nicht ſo
ſchen Feſtlande trifft, ſind faſt alle aus dem Norden oder ſie haben
doch den Typus amerikaniſchen Weſens, welcher uns längſt Hen w
Wenn der Rei⸗
hin, hühf Tas ſie z dann einen mich gewie arme Ste bish weg eine wol
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noͤch ſtun kauc nich nich einer an d nicht und Nan äigen . d Si man hag bedi nien nau zuſ dara
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