Jahrgang 
27-52 (1862)
Seite
745
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großen Eigenſchaften eines Arztes, ein ruhiges Weſen, natürliche Kaltblütigkeit, ein freundſchaftliches, vertrautes Benehmen. Die Beſorgniſſe verbergend, mit denen er an das Lager Elſie's trat, ſprach er mit ihr in beinah väter⸗ lichem Tone. Allein er konnte von der jungen Kranken nicht erlangen, daß ſie ein einziges Wort ſprach.

Als er ſie fragte:Wo leiden Sie, mein Kind? zeigte ſie ihren Kopf und das war Alles.

Er richtete leiſe einige Fragen an Sophie und, etwas beruhigt durch deren Antworten, ſchrieb er einige gewöhn⸗ liche Mittel vor.

Ich werde morgen wiederkommen, ſagte der Doctor, indem er ging;ich hoffe ſie wieder hergeſtellt zu finden.

Aber weder am nächſten Tage, noch am zweiten, noch alle die folgenden wichen die Leiden. Elſie blieb im Bette, aufgeregt, fieberfahl, ohne Schlaf und immer ſtummn. In der Nacht zeigte ſich eine Verwirrung ihrer Gedanken. Das waren alle Erſcheinungen einer regelmäßigen Krank⸗ heit, welche man ehedem Nervenfieber nannte.

Am vierten Tage war ſie noch aufgeregter als bisher, zeigte lebhaften Widerwillen gegen die Pflege aller weibli⸗ chen Diener des Hauſes und ſagte endlich:

Man hole mir Helene Darley!

Herr Silas Peckham, dem die Bitte mitgetheilt wurde, empfing ſie mit einer eigenthümlichen Feierlichkeit. Er ſprach von der Wichtigkeit der Beſchäftigung der Miß Darley, von dem bedeutenden Gehalt, den er ihr zahlte, von den außergewöhnlichen Koſten, welche ihre Abweſen⸗ heit verurſachen würde. Da es ſich indeß um die rei⸗ chen Dudley's handelte, welche durch ihre Freigebigkeit in allen Handelsangelegenheiten bekannt waren, bewilligte ver ehrenwerthe Schuldirector endlich die Bitte, nachdem 1 dieſe Einwilligung ſo viel als möglich geltend gemacht

atte.

Für Helene bedurfte es einer großen Ueberwindung,

745 um die barmherzige Sendung, zu der ſie aufgerufen wurde, zu übernehmen. Elſie erſchreckte ſie fortwährend, und bei dem Gedanken, ſich unter dem furchtbaren Genius ihrer Augen zu befinden, fühlte ſie ihr Herz ſchwer gedrückt.

Es war indeß unmöglich, die Bitte zu verweigern. Sie fügte ſich daher ihrer Pflicht, und der Empfang, den Dudley Venner ihr gewährte, war ganz geeignet, den in⸗ ſtinctmäßigen Widerwillen zu beſiegen, den das Landhaus ihr aus der Ferne eingeflößt hatte.

In der Abweſenheit des Doctors, ſagte der Herr des ſtattlichen Hauſes zu ihr,ſteht unſere Kranke ganz unter Ihrer Leitung. Sie hat ſich ſo ſehr nach Ihnen geſehnt, Sie ſo eifrig gerufen, daß Ihre Anweſenheit bei ihr ſchon ein Beginn der Heilung ſein dürfte.

Helene, welche jetzt beſtändig um Elſie war und Tag und Nacht aufmerkſam allen Regungen und allen Launen dieſer ſonderbaren Organiſation folgte, hatte jetzt Gelegenheit, alle Geheimniſſe derſelben zu erforſchen.

Das Verlangen bemerkend, unbekanntem Leiden Hülfe zu gewähren, enthüllte Elſie ihr Alles, eines nach dem andern. In Grunde dieſer bisher unerforſchlichen Natur, hinter dem geheimnißvollen Schleier, den eine unſichtbare Hand zwi⸗ ſchen Elſie und allen Denen ausgebreitet zu haben ſchien, mit welchen das Schickſal ſie in Verbindung brachte, ent⸗ deckte Helene endlich an der Stelle des Ungeheuren, das ſie ſich gedacht, ein Weib wie ſie ſelbſt und wie viele andere. Zuweilen erkannte ſie ſogar bei Elſie Charakterzüge, welche ſie zu der würdigen Tochter ihrer liebenswürdigen und ſanften Mutter geſtalteten. Z. B. war ihre Zuneigung zu der alten Sophie ſo wahr, ſo tief, daß ſie keiner beſondern Erklärung bedurfte, und daß dieſe beiden von einander ſo verſchiedenen Weſen ſich durch bloße Blicke gegen einander ausſprachen. Ebenſo zeigte ſich auch das Gefühl wahren Wohlbehageus, das ſie darüber zu empfinden ſchien, Helene an ihrer Seite zu wiſſen. Sie gewährte ihr indeß nicht viel Vertrauen und richtete ſogar zuweilen jenen Zauber⸗

Frankreich verſtorbene ausgezeichnete Agronom Gasparin an Ort und Stelle ſelbſt überzeugt, und derſelbe erklärte dieſelben in fol⸗ gender Art: Der Kaffee, ſagte Herr de Gasparin, macht die Ele⸗ mente unſers Organismus dauerhafter. Seit den Arbeiten Du⸗ hamels und Flourens' weiß man, daß in unſern Organen fort⸗ während eine doppelte Bewegung der Zuſammenſetzung und Auflöſung der Molecülen vor ſich geht; dieſe beſtändige Bewe⸗ gung der Abſorption und Bildung neuer Gewebe bewirkt ſich ebenſowohl in dem Blute wie in den Knochen und in den Muskeln. Wenn daher der Kaffee dieſe doppelte Lebensbewegung vermindert, ſo muß natürlich das Bedürfniß der Wiederherſtellung und folg⸗ lich der Ernährung geringer ſein.

Man boobachtet in der That, daß unter dem Einfluß des Kaffees das Athemholen weniger thätig und der Abgang der ver⸗ zehrten Subſtanzen weniger ſchnell iſt. Man hat ſogar unter denſelben Umſtänden eine Verminderung der thieriſchen Wärme wahrgenommen.

Dieſe letztere Folge zeigt den Nutzen des Kaffeegenuſſes in heißen Ländern, wo die Temperatur ſo peinlich zu ertragen iſt, daß ſie ſo zu ſagen die Schnellkraft des Lebens aufzureiben ſcheint. Darin liegt auch der Grund, weßhalb in Frankreich das Kriegs⸗ und ebenſo das Marineminiſterium ſeit einiger Zeit den regelmä⸗ Bigen Kaffeegenuß ſowohl bei den Soldaten, wie bei den Seeleu⸗ ten, ſobald ſie im Felde ſind, eingeführt haben und mit den Erfolgen dieſer Neuerung ſehr zufrieden ſind, was jetzt auch in Preußen geſchehen iſt. Der Gebrauch des Kaffees war für die franzöſiſchen Truppen, ſowohl in den Wüſten Afrikas, wie in der Krim, in Italien, in China und Cochinchina von dem größten Vortheil und wirkte nicht weniger vortheilhaft auf den Geſund⸗

heitszuſtand der Mannſchaft der Flotten. Jetzt iſt der Kaffee den franzöſiſchen Soldaten auf dem mexicaniſchen Boden und beſon⸗ ders in der Tierracaliente, in Vera Cruz, dieſem ſchrecklichen Heerd des gelben Fiebers, ganz beſonders nützlich. Der Kaffee iſt das Getränk der heißen Länder, wie Spirituoſa das natürliche Ge⸗ tränk in nördlichen Gegenden ſind.

In dem Maße, wie der Menſch im Alter voranſchreitet, nimmt die Quantität des Knochengewebes ab. Man weiß, mit welcher Leichtigkeit bei Greiſen ein Arm⸗ oder Beinbruch ſtattfin⸗ det. Der Grund davon liegt in dem ſchwachen Widerſtande der Knochen, der die Folge der Verminderung dieſer Organe iſt. Die Folge dieſes Verſchwindens der Knochenſubſtanz bei den Greiſen iſt, daß die Phosphortheile der Knochen verzehrt, in die kreisför⸗ mige Strömung hineingezogen und die kalkartigen Molecülen, ſo durch das Blut geführt, zuletzt die kleinen Blut- oder Haargefäße verſtopfen.

Ein gelehrter franzöſiſcher Profeſſor, Ch. Robin, hat die Idee aufgeſtellt, indem man vermittelſt eines chemiſchen Agens, z. B. mit Milchſäure, dieſe Phosphoranhäufungen auflöſe, könne man vielleicht dieſe Verſtopfung der kleinen Blutgefäße, die bei Greiſen ſo oft die Urſache tödtlicher Congeſtionen wird, verhin⸗ dern und in dieſer Art die Grenzen des menſchlichen Lebens weiter hinausſchieben. Doctor Petit iſt der Anſicht, es würde viel beſſer ſein, dieſer Verſtopfung der Blutgefäße vorzubeugen, als ſie zu bekämpfen, wenn ſie vorhanden iſt. Aus der deutlich bewieſenen Thatſache, daß der Kaffee die Bewegung der Zerſetzung der Or⸗ gane verzögert, zieht nun Doctor Petit den Schluß, daß durch ſeinen gewöhnlichen Gebrauch das Leben des Menſchen über ſeine gewöhnlichen Grenzen hinaus verlängert werden könne. Er