Jahrgang 
27-52 (1862)
Seite
741
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Nr. 47.]

Ihre weiblichen Inſtincte, die ſo tief gewurzelt waren, lehnten ſich jetzt gegen den ſonderbaren Einfluß auf, dem ſie unterworfen waren, und ſtrebten darnach, an den Tag zu treten. Das junge Mädchen, das ſo verſtellt war, ſo gewandt darin, ſich in Geheimniſſe zu hüllen, wenn ſie den gefährlichen Impulſen ihrer doppelten Natur nachgab, konnte das unwillkürliche Gefühl, dem ſie ſich hingab, nicht mehr verhehlen und war auf entzückende Weiſe ergriffen, dem einzigen Weſen gegenüber, das jemals in ihr das lebhafte Bedürfniß der Ergebung und der Sympathie er⸗ weckt hatte.

Zufällig oder unglücklicherweiſe, wie man will, achtete Bernhard Langdon nicht auf Elſie. Er war damit beſchäf⸗ tigt, Miß Forreſter irgend eine Erklärung zu geben, und dieſe dehnte ſich länger aus, als unbedingt nöthig geweſen wäre.

Plötzlich ſah er ſeine Schülerin aufhören ihn anzuſehen und ihm zuzulächeln. Sie erblaßte, ihre Stirn wurde feucht, ſie ſeufzte und das Athmen ſchien ihr zu verſagen. Einen Augenblick verwundert, blickte er plötzlich nach Elſie hinüber. Die Diamantaugen derſelben waren feſt auf die arme Lätitia gerichtet.

Einen Augenblickl ſagte er zu ſich ſelbſt, trachten wir die Sache in Ordnung zu bringen!

Sogleich ſuchte er unter irgend einem Vorwande Elſie zu zwingen, ſich zu ihm zu wenden. Er verſuchte ſeiner⸗ ſeits, was über ſie ein ſtarrer, ruhiger, unwandelbarer Blick vermöchte.

Die Anſtrengung, die er bei dem Beginn dieſer Art von Zweikampf machen mußte, ſchien anfangs die Macht zu überſteigen, die er zu beſitzen geglaubt hatte. Aus einem unerklärlichen Grunde fühlte er ſich unfähig, auf ſeinem Platze zu bleiben. Bald wollte er zu Elſie gehen und mit ihr ſprechen, bald fand er den blendenden Glanz ihrer falten Augen unerträglich und fühlte ſich, ſo zu ſagen, ge⸗ zwungen, die Augenlider zu ſchließen; aber er hatte ſich

Dritte Folge.

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vorgenominen zu ſiegen, und er ſiegte endlich, d. h. nach zwei oder drei Minuten.

Eine leichte Veränderung der Farbe war das Vorſpiel ſeines Triumphes; Elſie erhob den Kopf, den ſie ein wenig zur Seite geneigt hielt. Sie ſchloß und öffnete mehrmals hintereinander die Augen, als ob der Glanz des Tages⸗ lichts ihr wehe thät, dann ſenkte ſie ſie verwirrt. Es war, als ob eine tapfere Amazone ihren Bogen und ihre Pfeile zu den Füßen eines Helden, eines Bellerophon, Herkules, Achilles oder Theſeus warf.

Unter den jungen Mädchen, deren Neugier dieſem ſtummen Drama folgte, befand ſich ein armes, bleiches, zartes Kind, welchem ſeine großen offenen Augen, die eigenthümlich befähigt waren, in der Dunkelheit zu ſehen, den Namen der Hellſeherin verſchafft hatten.

Während der kurzen Friſt, die man zwiſchen zwei Unterrichtsſtunden den Schülerinnen zu gewähren pflegt, trat die Hellſeherin mit einem Album von Autogra⸗ phen in der Hand zu Elſie und bat dieſe, Etwas hinein⸗ zuſchreiben. Als ihr nach einigen Augenblicken das Heft zurückgegeben wurde, zeigte es in jener eigenthümlichen Schrift, die wir bereits erwähnten, nur die Worte: Elsie Venner, infelix!

XV.

Am darauffolgenden Sonnabend empfing der ehrwür⸗ dige Chauncy Fairweather von einer unbekannten Perſon, in dem Augenblick, als er bei einbrechender Dunkelheit nach Hauſe zurückkehrte, einen geſiegelten Brief.

Der Bote entfernte ſich augenblicklich wieder, ohne ein Wort der Aufklärung.

Als der würdige Geiſtliche das Couvert öffnete, fand er darin ein Papier, auf welchem die Worte geſchrie⸗ ben waren:

Eine Perſon, die ſich in großer Seelenangſt befindet, erfleht die Gebete der Congregation, damit es Gott ge⸗

So findet man hier und da in den Werken älterer Gelehrten An⸗ deutungen, die man mehr oder weniger auf den Gebrauch irgend eines Schießpulvers und eines Feuergewehrs beziehen könnte. Wahrſcheinlich kannte auch Berthold Schwarz, der ſich mit Natur⸗ wiſſenſchaft und Chemie beſchäftigte, aus jenen gelehrten Büchern die Beſtandtheile und Wirkungen eines ſolchen zerſtörenden Ele⸗ ents. Der kluge Mönch dachte weiter darüber nach und expe⸗ rimentirte.

Aber es fehlten nun paſſende Feuergeſchütze Es würde hier zu weit führen, wenn ich alle die verſchiedenen Schriftſteller und deren ſehr abweichende Behauptungen aufführen wollte, zu wel⸗ hen Zeiten man ſchon Kenntniß von Gewehren für das Schieß⸗ pulver gehabt haben will und ſoll. So ſoll man ſich bereits im Fahre 1323 bei der Belagerung von Baza in Spanien, 1328 bei ſer von Puy⸗Guilham in der Bretagne in Frankreich und in der Schlacht von Crecy im Jahre 1346 der Kanonen bedient haben. Im Jahre 1375 ließ der Rath zu Augsburg 20 Kanonen gießen, und ſchon 1361 wurde ein däniſcher Prinz, ein Sohn des Königs Valdemar III., in einem Seegefechte durch eine Bombarde ver⸗ wundet. Dieſe beiden letzten Angaben ſind geſchichtlich be⸗ fründet.

Der Gebrauch von grobem Feuergewehr, dem eigentlichen Geſchütz, verbreitete ſich bald nach der Vervollkommnung des Pul⸗ vers in ganz Europa; nur für die Erfindung von Handgewehren vollte ſich nicht gleich Jemand finden. Doch auch deren Zeit kam. Sm Jahre 1361 ließ bereits die Stadt Perugia im heutigen Kirchenſtaate 500 kleine, eine Spanne lange Büchſen, die Urahnen unſerer Piſtolen, fertigen. Die kurzen Dinger wuchſen. Man machte Handröhre, deren ſich im Jahre 1381 die Soldaten der

Stadt Augsburg in dem Städtekriege gegen den fränkiſchen, ſchwäbiſchen und bairiſchen Adel bedienten. Im Jahre 1447 vertheidigten die Bürger zu Erfurt ihre Stadt gegen den vorbei⸗ ziehenden Herzog Wilhelm von Sachſen mit Handbüchſen. Wo⸗ her ihr NameMuskete kommt, iſt noch nicht ſicher ermittelt. Gewöhnlich leitet man ihn von einem Meierhofe Mochetta bei Feltri in Italien her, wo dieſe Gewehre vorzugsweiſe zur Ver⸗

theidigung des dortigen Engpaſſes in dem Kriege der Venetianer

mit den Genueſen gebraucht wurden. Später trug ſich der Name Musketen auf die größern Handgewehre, die ſogenanntenHaken⸗ büchſen, über, die, wegen ihrer Schwere und um einen ſichern Schuß zu haben, auf beſondere GabelnMusketengabeln aufgelegt wurden. Von da an nannte man die Hakenſchützen Musketiere, ein Name, der bis heute geblieben iſt. Im Huſſi⸗ tenkriege finden wir im Jahre 1423 unter den Hülfstruppen des Biſchofs von Olmütz Musketiere. Die Zeit verfeinerte aber auch dieſes Gewehr und machte es gefährlicher. An die Stelle des nur mit brennender Lunte abzufeuernden, daher ſchon bei naſſer Witte⸗ rung ſehr unſichern Luntenſchloſſes, welches ſich jedoch bei den Spaniern und Franzoſen bis zu Ende des 17. Jahrhunderts er⸗ hielt, trat 1517 das in Nürnberg erfundene ſogenannte deutſche oder Radſchloß, welches unter der Pfanne ein ſtählernes Rad hatte, von dem, wenn es aufgezogen, Funken auf das Pulver fielen und dieſes entzündeten. Doch auch dieſes Schloß entſprach nicht lange den Erwartungen, weil der Feuerſtein zu bald abgenutzt wurde und die Funken verſagte; daher nahm denn ſelbſt der Schwedenkönig Guſtav Adolph ſeine Vorliebe für das Radſchloß zurück und fing bereits an, das alte Luntenſchloß wieder einzu⸗ führen. Bald nach ſeinem in der Schlacht bei Lützen 1632