Jahrgang 
27-52 (1862)
Seite
727
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Nr. 46.]

Dritte

des flüchtigen Thieres, und dieſes war nach einer Secunde der Gnade des gewandten Gaucho preisgegeben.

Nun, nun, das iſt nicht allzu ſchlecht, ſagte dieſer, indem er die arme Kuh geſchickt frei machte.Roſas ſelbſt hätte in ſeiner Jugend den Laſſo nicht beſſer werfen können.

Indeß fühlte er ſich doch noch nicht ganz befriedigt und erneuerte ſeine Probe an einem jungen Pferde, deſſen ſchneller Lauf ſie durchaus entſcheidend machte. Das Re⸗ ſultat war ganz daſſelbe, nur mit dem Unterſchied, daß das Pferd, indem es ſich gegen die Schlinge ſträubte, beinahe erſtickt worden wäre.

An dieſem Tage kehrte Dick ſehr zufrieden nach ſeiner Wohnung zurück.

Das ungeſtüme Blut dieſes Mannes aus dem Süden begann in ſeinen Adern zu ſieden, und der berechnende Geiſt des angloſächſiſchen Stammes diente ihm nur noch dazu, die ſicherſten Möglichkeiten abzuwägen, den Gegen⸗ ſtand ſeiner verborgenen Rachgier zu treffen.

Vielleicht würden ſeine Gedanken eine andere Richtung genommen haben, hätte er den Unterrichtsſtunden in dem apollineiſchen Inſtitut beiwohnen können. Allein es gab vort eine Grenzlinie, die er nicht überſchreiten durfte, und er ſah Elſie niemals nach dieſer Art geheimnißvoller Zu⸗ fluchtsſtätte gehen, wohin ſeine Eiferſucht ihr nicht folgen durfte, ohne daß in ſeinem Herzen tauſend gehäſſige Ge⸗ fühle gegen den Nebenbuhler erwachten, den er dort zu haben glaubte.

Wo ſollte er dieſen Nebenbuhler unter günſtigen Um⸗ ſtänden treffen?

Herr Silas Peckham gewährte ſeinen Lehrern nicht ſo viel Muße, daß ſie zu häufigen Spaziergängen Zeit ge⸗ wannen. Bernhard ging zwar zuweilen aus, aber weder an beſtimmten Tagen, noch zu beſtimmten Stunden, und nie konnte man im Voraus wiſſen, ob er dieſe oder jene Richtung einſchlagen würde. Dagegen arbeitete er zu ge⸗

Folge.

wiſſen Stunden in einem Cabinet, welches die Ausſicht nach demBerge hatte. Dick hatte ihm dort aufgelauert, verſteckt in einem dichten Gebüſch, in einer Höhe, die es ihm möglich machte, ſeinen Blick bis in den Hintergrund des Gemaches dringen zu laſſen. Er war, getrieben von gemeinem Verdacht, der ihn unwürdig machte, nach der Hand ſeiner Couſine zu ſtreben, hierher gegangen, und er berechnete, daß von dem Ort, wo er verſteckt lag, bis zu dem Schreibtiſche, an welchem der junge Lehrer arbeitete, nicht viel über fünfhundert Fuß ſein würden.

Elſie bewahrte ihrem Vetter gegenüber eine hochmü⸗ thige, zurückhaltende, mißtrauiſche Haltung. Er konnte es daher nur errathen und begriff aus ihrer Handlungsweiſe, daß ſie in tiefem Schweigen über finſtere Gedanken brütete. Aber über welchen? Aus welchem Grunde? Gegen wen? Das waren eben ſo viele Räthſel. Nur ein Einfall des Zornes konnte ſie dahin bringen, ihr Geheimniß zu ver⸗ rathen.

Arme Elſie! Kein Linderungsmittel gab es für ihre verborgene Verzweiflung, für ihre ſtumme Wuth. Sie konnte nicht Verſe ſchreiben, oder ihren Zorn auf den Ta⸗ ſten eines Pianos von Erard auslaſſen. Elſie ſchrieb nie, muſicirte nie und hatte keinen Vertrauten ihrer ernſten Ge⸗ danken. Ihre einzige Sprache war ihr Handeln.

Gute alte Sophie, wache über ſie! Wache über die Ehre der Dudley's!

Durch Abel von gewiſſen verdächtigen Unternehmun⸗ gen Dick Venner's unterrichtet, wollte der gute Doctor die Zweifel aufklären, die ihn beängſtigten. Eine lange Un⸗ terredung, die er mit Sophie hatte, zeigte ihm die Dinge ungefähr ſo, wie ſie waren. Sophie, die Dick Venner mit Geſchenken überhäufte, liebte ihn deßhalb nicht mehr. Sie hatte allmählich ſeine Berechnungen ergründet. Neugierig überdies und nicht durch Gewiſſensbiſſe zurückgehalten, hatte dieſe Enkelin eines Häuptlings der Wilden ſich er⸗ laubt, in der Abweſenheit des jungen Buenos⸗Ayriers

lin ꝛc.) gefälligſt durch Ihr erhabenes Beiſpiel eine Wahrheit be⸗ ſtätigen wollen, deren Gültigkeit Sie gewiß nicht ableugnen werden, daß nämlich eine aus dem Kleide hervorſchimmernde ele⸗ gante Fußbekleidung den Reiz einer gewählten Toilette um Vieles erhöht, und daß ſelbſt eine Hofrobe ihren Neid gegen ein pla⸗ ſtiſch wohlgeformtes Fußgelenk zu weit treiben kann. Eugenie.

Wären dieſem parfümirten Circulare nicht bereits einige

Symptome vorausgegangen, ſo würden die Marquiſen, Herzo⸗

ginnen, Marſchallinnen ꝛc. gewiß beim Empfange deſſelben in

ihre Kanapee's zurückgefallen ſein, und die Welt hätte erfahren, daß die hervorragendſten Damen der franzöſiſchen Hauptſtadt von einem plötzlichen Unwohlſein befallen ſeien, das zu mehr oder minder großer Beſorgniß Veranlaſſung gebe. Nun aber ging, ſo viel ich weiß, Alles ziemlich ordentlich her, obgleich mancher Seuf⸗ zer hörbar wurde. Der Reifrock mit ſeinen weiten Ringen wurde an die Wand gehängt, die Jungfer mußte ein Dutzend geſtärkte Röcke plätten, und die Näherin wurde mit der Scheere herbeige⸗ zufen, um den Kleiderſaum zu kürzen, der bisher demplaſtiſchen Knöchel, ja ſelbſt der Zehſpitze ihre unſchuldige Koketterie zu reiben nicht gegönnt hatte.

Der erſte große Empfangsabend in Compisègne brach an. Welch eine Ueberraſchung für die ganze männliche Abiheilung des Kaiſerhofes und alle fremden Gäſte! Man hatte die gewöhnli⸗ hhen weiten Ballons erwartet und fand ſtatt deſſen lauter Schäfe⸗ innen in leichter Draperie. Man entdeckte ſofort, daß die Gräfin t. ſchöne Formen und die reizendſten Füße von der Welt habe, und ſah zugleich die Möglichkeit ein, daß der tapfere General won Solferino wirklich ſo ſehr unter dem Pantoffel ſtehen könne,

wie das Gerücht es behauptete. Was ſage ich, die Möglichkeit.? Es konnte ja gar nicht anders ſein!

Wenn die reizende Baronin** visher zu einem ihrer vielen Anbeter ſagte:Setzen Sie ſich zu mir auf's Sopha, mein Herr! ſo klang dies wie offener Hohn, und man hütete ſich wohl, dieſen phyſiſch unmöglichen Verſuch zu machen. An jenem Abende ſah man ſie äußerſt gemüthlich zwiſchen dem Oberſten P. und dem Vicomte d' A. in dem Kanapee ſitzen.

Bedarf es mehr, um die Wichtigkeit meines Satzes zu be⸗ weiſen, daß dieſe Veränderung einer Revolution, einem Staats⸗ ſtreiche gleichkomme?

Von Compiegne, von Frankreich wird es über die ganze civi⸗ liſirte Welt gehen! ſagte man mir;der tödtliche Schlag, den die Kaiſerin Eugenie dadurch dem eiſernen Reifen verſetzt hat, wird das ganze weibliche Europa bis in den entlegenſten Winkel er⸗ ſchüttern und allenthalben, wo ein Reifrock ſeine Ringe um ein liebenswürdiges Weſen ausſpannt, auf das Tiefſte gefühlt wer⸗ den. Gleichwie der Kaiſer unſerm Welttheile die Weisheitslehre von dergemäßigten Freiheitslehre ohne Uebertreibung gegeben hat, ſo hat die Kaiſerin den weiten Röcken und den langen Klei⸗ dern eine Grenze geſetzt; das Kaiſerreich iſt der Friede; das Kai⸗ ſerinnenreich iſt der Unterrock mit Falbula. Beide verbannen die Herrſchaft des Eiſens.

In Berlin mußte man Etwas von dieſem Vorhaben geahnt haben, indem daſelbſt gleichzeitig auf allen königlichen Schaubüh⸗ nen der Reifrock verboten wurde, weil derſelbeden freien Bewe⸗ gungen der Schauſpielerinnen hinderlich ſei; weil er ſie dem Ge⸗ ſpötte des Parterre ausſetze und durch ſeine Uebertreibung demo⸗

raliſirenden Einfluß auf ſie übe. Man fühlte gleichſam durch