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Die Verlaſſene.
Stiller wird es auf den Straßen, Nur die Wetterfahne knarrt, Und vom Thurme hör' ich blaſen Mitternacht den alten Wart.
Träumend ſitze ich am Fenſter, Schaue in die Nacht hinaus, Schatten trüber Nachtgeſpenſter Schweben ſeufzend um das Haus.
Müde Augen ſchloß der Schlummer, Ich nur bin alleine wach,
Schlafen läßt mich nicht der Kummer, Leid bringt jeder neue Tag.
Neuen Gram wird er gebären, Meine Augen wein' ich blind,
Ach, wie naß der Sarg von Zähren, Darin ſchläft mein einzig Kind!
Literariſche Briefe
Garibaldi auf Caprera. Erinnerungen des Ober⸗ ſten Agoſto Vecchj, aus dem Italieniſchen von Adolph Stahr. Leipzig, Brockhaus. 1862.
Sie dürfen vielleicht mit Recht annehmen, daß es kaum für ven Augenblick ein intereſſanteres und, man darf im vollen Sinne ſagen, zeitgemäßeres Buch gibt, als das vor⸗ liegende über den Helden des Tages; denn dies iſt Gari⸗ baldi doch nun einmal in mehr als einer Beziehung und wird es noch lange bleiben. Da aber überhaupt bis heute noch keine Gewißheit darüber erlangt iſt, wie günſtig oder ungünſtig es um die Hoffnung für ſein Leben ſteht, ſo er regt der Hinblick auf ihn das Intereſſe um ſo ſtärker.
Noch eins aber kommt hinzu. Es haben ſich bis jetzt nur zu viel Federn mit Erinnerungen aus dem Leben Ga ribaldi's beſchäftigt, und die Halbheit, mit welcher ſie den Gegenſtand betrachteten, und die geringe Kenntniß, welche ſie von demſelben hatten, kounte nicht verfehlen, eine große Verwirrung in der Anſchauung des Publicums hervorzu⸗ rufen.
Beſonders hat Garibaldi die Sympathien der Frauen von ganz Europa erweckt, wie ſich immer ver Thatkräftige, Heldenkühne der weiblichen Theilnahme empfehlen wird. Hunderte von Verehreriunen aus Frankreich, England und Deutſchland, von den Italienerinnen gar nicht zu reden, wrängten ſich zu ſeiner Perſon heran, und viele von dieſen erzählten, was ſie geſehen, immer mit Begeiſterung, oft mit Ueberſpanntheit, ſelten mit unbefangener Umſicht.
In dieſem Buche der Erinnerung von Veecchj finden nun die Leſer, und ganz beſonders den Frauen wird dies feſſelnd ſein, die ganze Häuslichkeit des berühmten Frei⸗ heitskämpfers geſchildert.
Es iſt eine alte aber unumſtößliche Wahrheit, daß man
Uovellen-Zeitung.
[VIII. Jahrg. 4
Verrathene Liebe.
Ich ziehe meines Weges ſtumm, Ein ſtiller Wandersmann,
Die Vögel ſingen um und um, Und Frühling lacht mich an.
Die Welt iſt rings ſo ſchön und licht, Und'Alles Freud' und Luſt,
Doch ſcheint die Frühlingsſonne nicht In meine kranke Bruſt.
Mein Weg iſt lang, mein Weg iſt weit, Ich wand're ſonder Ziel,—
Dieweil für alle Ewigkeit
Mein Glück in Scherben fiel.
Verrathne Liebe brennt ſo heiß, Mein Herz iſt arm und leer, Und Eine, ach, die darum weiß, Erblick' ich nimmer mehr!
von Otto Bauck.
einen Menſchen nicht beſſer kennen lernen, nicht untrüglicher ſtudiren kann, als wenn man ihn in ſeinen vier Pfählen
beobachtet, innerhalb ſeiner Familie, im Verhalten zu ſei⸗
nen Untergebenen, in der vertraulichen Stunde unter ſeinen Freunden. Hier allein gibt ſich ſein ganzes Weſen offen kund, und die Maske des Formellen, welche uns Menſchen zur gebildeten aber oft etwas unwahren Lebensgewohnheit geworden iſt, wird in dieſen Räumen unwillkürlich abgelegt.
Der Oberſt Auguſt Vecchj hat die von Stahr trefflich überſetzten Blätter durchaus nicht für eine Veröffentlichung geſchrieben, ſondern für ſich ſelbſt zur Erinnerung au ſei
nen edlen Freund und Waffengefährten, und an einen zweimaligen Beſuch auf dem Felſeneiland Caprera. Als viele Freunde die Veröffentlichung dieſer Mittheilungen,
wenigſtens doch in einer Uebertragung für das Ausland, wünſchten, ertheilte Garibaldi, dem jede Oſtentation mit ſeiner Perſönlichkeit zuwider iſt, keineswegs ſeine Geneh⸗ migung zu einem ſolchen Schritte. Erſt als ihm vorge⸗ ſtellt wurde, daß der Geldertrag für ein ſolches Werkchen keine unbedeutende Beiſteuer für den italieniſchen Frauen⸗ verein zum Unterricht und zur Erziehung armer Kinder einbringen werde, ließ er ſich zum Jawort bereden.
Für das große Publicum wird dieſe Edition durch zahlreiche neue Materialien und durch eine ſtoffliche, ſich an den populärſten Volkshelden ſtets anlehnende Unter⸗ haltung feſſelnd ſein. Dem Pſychologen und Geſchichts⸗ ſchreiber wird ſie eine Quelle zu wichtigen Reſultaten werden.
Aus der Beſchreibung der„Reſidenz“ des Dictators er⸗ ſieht man allerdingſt, daß er innerhalb des Weltluxus, der jetzt herrſcht, ein ſehr beſcheidener Einſiedler geblieben iſt.
„Gegen zehn Uhr Morgens,“ ſagt Vecchj,„betrat ich,
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