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Folg
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wartete er.— Die Augen kamen immer näher; ihr enger
Kreis vergrößerte ſich, indem ſie ſich zugleich erhoben, wie durch irgend eine zornige Ueberraſchung emporge⸗ riſſen.
3 Da tönte zum erſten Male in die Ohren des jungen Lehrers jener drohende Ton, den kein lebendes Geſchöpf, weder Menſch noch Thier, jemals ohne Entſetzen gehört hat, jenes lange, durchdringende, tiefe Raſſeln, mit welchem die Klapperſchlange ihre Ringe zuſammenzieht und den verhängnißvollen Sprung vorbereitet, mit dem ſie ſich auf ihre Beute ſtürzt.
Bernhard fühlte ſeine Augen durch eine zauberhafte Anziehungskraft an die beiden flammenden Ringe gefeſſelt. Seine Ohren klangen wie bei dem Beginn jener Betäu⸗ bung, welche durch das Einathmen des Chloroforms ent⸗ ſteht.— Die Katze, der Löwe, die Klapperſchlange,— das ſind eben ſo viele lebende, ſchmerzſtillende Mittel.
Er wartete, ſagten wir, er wartete wie ein Menſch, aus dem man zwei Stücke machen will, den Streich des Beiles erwartet, mit einer Art von Ungeduld die Langſaui⸗ keit der Secunden verdammend; aber während er ſo da⸗ ſtand, ſeine Blicke mit dem zornigen Feuer jener glühenden Sterue kreuzend, ſchien es ihm, als ob dieſe etwas von ihrem Glanze verlören, etwas von ihrem furchtbaren Aus⸗
druck, als ob ſie allmählich kleiner würden und erlöſchen.
Der Zauber verſchwand, die Betäubung legte ſich, die Be⸗ wegung war ihm zurückgegeben.— Neben ſeinem Ohr hörte er einen leiſen Hauch, und, den Kopf halb zur Seite wendend, erblickte er das Geſicht Elſie Venner's, welche vollkommen regungslos hinter ihm ſtand, die Blicke feſt auf die Augen der Schlange gerichtet, jene Augen, deren Zau⸗
bergewalt die ſeinigen beherrſcht hatte.
VII.
Das Abenteuer von dem„Berge“ mußte für einen jungen Arzt, ſo wie für jeden Andern, eine reiche Quelle
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Folge.
des Nachdenkens ſein. Bernhard war daher, ſeiner großen Dankbarkeit ungeachtet, doch noch mehr intereſſirt. Elſie Veuner, dieſes ſchöne Geſchöpf, hatte für ihn die Verhältniſſe eines zu erforſchenden wie eines zu löſen⸗ den Problems angenommen.
Er war feſt entſchloſſen, um jeden Preis das Geheim⸗ niß dieſer eigenthümlichen Idioſynkraſie zu ergründen. Die Theorie des Doctor Braid über den Hypnotis mus war ſoeben entſtanden, und die Entdeckungen des Arztes von Mancheſter trübten den Schlaf unſers geweſenen Stu⸗ denten der Medicin.
Indem er es verſuchte, dieſe neue Doctrin zu ergrün⸗ den, welche darin beſteht, zu behaupten, daß der längere Zeit auf einen glänzenden Punkt gerichtete Blick endlich die Betäubung herbeiführt, bemühte Bernhard ſich, den eigenthümlichen nervöſen Zuſtand zu erklären, in welchem er ſich in dieſem Augenblicke befand.
Es war eine Ueberraſchung, über die er ſich wundern mußte. Die geringſten Töne brachten auf ſein Trommel⸗ fell gewaltige und endloſe Vibrationen hervor. Indem er Elſie betrachtete, empfand er bis in die Haarwurzeln hinein ein gewaltiges Hautſchauern. Und in ſeinem Schädel empfand er von Zeit zu Zeit ein plötzliches Ge— fühl, wie durch eine heftig zugeworfene Thür, oder ſogar durch einen Schuß.
Er vervielfältigte in dieſer Beziehung ſeine Vermu⸗ thungen und ſeine Verſuche. Zu den letztern wurde eine lebende Klapperſchlange unerläßlich. Man ſagte Bernhard, gewiſſe Leute des Landes trieben Handel mit dieſen Thie⸗ ren. Dies war eine Familie, die am Fuße des„Berges“ wohnte und deren Mitglieder ſich mit oder ohne Grund gegen das fürchterliche Gift geſichert hielten. Ohne allzu⸗ ſehr zu wiſſen, ob er klug handelte, ſchloß der junge Lehrer mit ihnen um einen beſtimmten Preis ab, und in der That ſah er einige Tage darauf eine Art von Zigeunerin ein⸗ treten, die in ihrer Schürze irgend einen Gegenſtand trug.
Victoria die erfreuliche Nachricht mitzutheilen:„wir ſtießen heute Mittag auf das Goldlager und dieſen Nachmittag haben wir
15 ¾ Unzen Goldſtaub gewonnen.“ Die Geſellſchaft dicht neben
dieſem Claim ſah ihre Beharrlichkeit ebenfalls belohnt. Sie ſtieß an demſelben Tage gleichfalls auf das Goldlager, und Claims, die am Tage vorher zu 1000 Dollars verkauft worden waren, wurden am folgenden Tage mit 15,000 Dollars bezahlt.
Es wurden häufig neue Entdeckungen gemacht, und Claims, die bisher ziemlich erfolglos bearbeitet worden waren, zeigten ſich Anfangs Juli plötzlich ſehr ergiebig. Man erzählt von einem Manne, der des Morgens wegen einer Schuld von 130 Dollars verhaftet werden ſollte und der Tages zuvor das Mehl zu ſeinem Mittagsmahle borgen mußte. Des Abends bot man ihm für ſei⸗ nen Antheil an einem Claim die Summe von 25,000 Dollars.
C.
Zur Culturgeſchichte. Qualvolſe Frauenſitte.
„In Tibet herrſcht ein Gebrauch, welchem die Euro⸗ päerinnen ſich niemals anbequemen würden. Jede weibliche Perſon muß allemal, wenn ſie das Haus verläßt, ihr Geſichtmiteinem ſchwarzenklebrigen Syrupanpin⸗ ſeln. Jede rechtſchaffene Frau hat die Pflicht, im Publicum recht häßlich zu erſcheinen, ſie muß jene ſchmutzige Salbe kreuz und quer über das Antlitz ſchmieren. Der Reiſende Huc, welcher in der Hauptſtadt Hlaſſa war und ſich über eine ſolch ſeltſame Erſcheinung nicht wenig wunderte, erzählt, daß die Tibetanerin⸗
nen kaum noch ein menſchliches Angeſicht hätten. Daß jene Sitte ſchon im dreizehnten Jahrhundert im Schwange ging, wiſſen wir aus ganz zuverläſſiger Quelle; ſie iſt in Hochaſien überhaupt ſehr alt. In Hlaſſa erzählte man dem genannten Reiſenden Fol⸗ gendes.
Vor langen Jahren war der Nemechan, das heißt der Regent, im weſtlichen Tibet ein ſittenſtrenger Mann. Damals waren die Weiber noch nicht verpflichtet, ſich recht häßlich zu machen, wohl aber der Putzſucht und einem übertriebenen Luxus ergeben. Die Unſittlichkeit nahm in ſehr bedenklicher Weiſe ſogar unter der Prieſterherrſchaft überhand, und die Klöſter waren in Folge der großen Unordnung der Auflöſung nahe. Dieſem Unfug wollte der Regent ſteuern und gab deßhalb eine ſtrenge Verordnung, kein Frauenzimmer ſollte ſich öffentlich ſehen laſſen, ohne vorher das Geſicht in der oben angegebenen Weiſe beſchmutzt zu haben. Widerſpenſtige wurden hart beſtraft und verfielen obendrein dem göttlichen Zorn. Merkwürdig bleibt, daß die Frauen ſich ohne Widerſtand fügten; die Ueberlieferung ſagt nicht, daß ſie ſich ge⸗ gen eine ſo empfindliche Maßregel aufgelehnt hätten, ſondern be⸗ richtet im Gegentheil ganz ausdrücklich, die Damen ſeien nun ſo eifrig geweſen ſich ſelber anzuſtreichen, daß es den Männern vor ihnen angſt und bang werden müſſe. Heutzutage gilt die Be⸗ ſchmutzung des Geſichtes für eine Art religiöſer Pflicht; je wider⸗ wärtiger eine Frau ausſieht, um ſo frömmer iſt ſie. So meinen die Leute. Unter dem Landvolkelwürde der ſtrengſte Richter nichts gegen die Frömmigkeitstoilette einzuwenden haben, denn die Bäuerinnen ſehen ganz abſcheulich aus, in der Hauptſtadt ſelbſt wagen aber doch manche Damen ungeſchwärzt einherzugehen. Freilich kommen ſie dadurch in ſchlechten Ruf und müſſen das


