Jahrgang 
27-52 (1862)
Seite
694
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Ein heftigerer Streit als die früheren entſchied die Frage.

Hie weiſen Rathſchläge Sophie's vergeſſend, trieb der Vetter ſeine Couſine zum Aeußerſten. Elſie ſprang plötzlich auf ihn zu und biß ihn bis auf das Blut in den Arm. Die Wunde wurde vielleicht etwas zu ernſt genommen, denn man berief den Doctor. Er ſah die Sache nicht gleichgültig an, und nachdem er ſich über die Gefahr ge wiſſer Biſſe in gewiſſen Wuthanfällen ausgeſprochen hatte, berührte er ſorgfältig mit Höllenſtein jede der tiefen Wun⸗ den, welche die weißen Zähne des fürchterlichen kleinen Mädchens hinterlaſſen hatten. Als Dick verbunden war, verließ er das Haus und kehrte zurück in ſein Geburts⸗ land.

Elſie fühlte ſich ſehr allein. Sophie konnte ſie nicht bei ihren Streifereien begleiten. Ihren Vater liebte ſie vielleicht, aber ſie flößte ihm Furcht ein. Zuweilen leiden⸗ ſchaftlich waren die Liebkoſungen Elſie's, dann und wann auch mit plötzlichen Blicken oder halbausgeſprochenen Wor⸗ ten gemiſcht, über welche Dudley vom Kopfe bis zu den Füßen erbebte.

Komm, Elſie! Komm, mein Kind! ſagte er dann zu ihr und führte ſie mit einem gebieteriſchen Lächeln zu der Thür ſeines Cabinets, die er leiſe hinter ihr ſchloß.

Sobald ſie nicht mehr bei ihm war, bedeckte die Stirn des unglücklichen Vaters ſich mit tiefen Runzeln und mit Angſtſchweiß. Er ſtützte ſich auf den Fenſterſims ſeines Cabinets und betrachtete lange einen kleinen Raſenhügel, den eine Marmorplatte als ein Grab bezeichnete.

Dick war nach Buenos⸗Ayres zurückgekehrt. Als er aus der Schule kam, brach er mit ſeiner mütterlichen Fa⸗ milie, lebte in den Pampas, machte ſich Freunde bei den Indiauern, nahm, wie man ſagte, Theil an einigen ihrer Razzias, kehrte dann zu ſeinen Verwandten zurück, ver⸗ ſöhnte ſich mit ihnen und hatte Geld, entweder durch Erb⸗ ſchaft oder auf irgend eine andere Weiſe. Endlich zog er

Uovellen-Zeitung.

[VIII. Jahrg.

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die böswillige Aufmerkſamtkeit gewiſſer Beamten auf ſich und mußte eines Morgens eiligſt die Stadt Buenos⸗Ayres verlaſſen, in der man ihn, vielleicht gegen ſeinen Willen, zurückgehalten haben würde. Es war ein guter Einfall von ihm, daß er an dieſem Morgen zwiſchen die Beine ein Pferd genomamen hatte, wie die Alguazils der Polizei nie eines reiten. Einige Tage darauf er ein Gefrornes auf der Alameda von Mendoza, und eine Woche ſpäter ſchiffte er ſich in Valparaiſo nach Neu⸗York ein, ohne an⸗ deres Gepäck als ſeinen berühmten Muſtang, einen oder zwei Mantelſäcke und endlich einen ziemlich ſchweren Gür⸗ tel, in welchem zwiſchen Dublonen eine gewiſſe Anzahl braſilianiſcher Diamanten eingenäht waren.

Dies iſt die Epopöe, ſehr abgekürzt, wie man deuken kann, denn die acht Jahre, die er von ſeinem Oheim und Elſie zugebracht hatte, waren von ſehr verſchiedenartigen Abenteuern durchwebt, die ich hier nicht erzählen würde, ſelbſt wenn ich ſie wüßte.

War Dick Venner nach Rockland zurückgekehrt, ſeines irrenden Lebens, ſeiner gefahrvollen Streiche und ſeiner allzu leichten Liebſchaften überdrüſſig? Wurde er durch eine zärtliche Rückerinnerung an die eigenthümlichen Ge⸗ ſchöpfe zurückgeführt, an deren Seite er ſo lange lebte? Oder dachte dieſer halb Amerikaner, halb Gaucho zuweilen daran, daß Dudley Venner eine der ſchönſten Beſitzungen des Landes, ein prachtvolles Mobiliar, eine werthvolle Bibliothek, das Silberzeug eines Fürſten und folglich auch an irgend einem ſichern Ort, in irgend einer ſoliden Bank eine reiche Sammlung von Dollars hatte? Niemand als er würde das zu ſagen vermocht haben. Allein ich bin zu dem Glauben geneigt, vaß zu ſeinem Entſchluß, nach Rock⸗ land zurückzukehren, dieſe verſchiedenen und einander zum Theil widerſprechenden Rückſichten ſo ziemlich zu gleichen Theilen gemiſcht waren. Die Ruhe iſt gut nach der An⸗ ſtrengung. Elſie war ſchön genug, um ſie den hübſcheſten Proben der lebendigen Bildhauerarbeit an den Ufern des

faßt. Vierzig Tomans(ein hoher Miethpreis, etwa 20 Pfd. St.) wurden zum Ankauf von Putz und prächtigen Gewändern ausge⸗ zahlt und überdies 30 Tomans als Cheſcheidungsgelder bewilligt. Der durchſchnittliche Preis für eine Armenierin beläuft ſich auf 10 15 Tomans. Dieſelben ſind abſchreckend häßlich und von ſehr gemeinem Ausſehen. Die Blattern richten entſetzliche Ver⸗ heerungen unter ihnen an.

Knaben heirathen gewöhnlich zwiſchen zwölf und vierzehn Jahren. Es finden häufig Heirathen unter Geſchwiſterkindern ſtatt, in Folge deren die Race indeſſen nicht ausarten ſoll, wie das ſonſt in Betreff anderer Länder durchaus erwieſen worden iſt.

Selbſt von der ärmeren Claſſe werden Kinder keineswegs als Bürde erachtet, wie das in civiliſirten Ländern(z. B. Frank⸗ reich) nicht ſelten der Fall zu ſein pflegt. In der That auch liegt durchaus kein Grund zu angſtlicher Sorge in Berreff ihrer vor. Rezs in Menge gibt es allenthalben zu leſen, und der Kinder der Reich en ſind oft dermaßen viele, daß dieſelben keineswegs auf ein⸗ ſtigen Wohlſtand ihrerſeits rechnen können. So iſſt es erklärlich, daß die Armuth weit entfernt im Orient den Stempel von Sch mpf aufzudrücken ſelbſt einen Schein von Majeſtät um ſich her verbreitet. Reich und Arm glaubt ſich daher zum Heira⸗ then gleich berechtigt, und gar Wenige plagen ſich überhaupt mit Familienſorgen. Die Welt iſt groß genug für Alle damit trö⸗ ſten ſie ſich. Der Schah indeß ſtößt gelegentlich auf Schwierig⸗ keiten eine neue Frau zu erwerben. So ſandte einer von ihnen zu einem der mächtigen Khans, um deſſen Tochter ein äußerſt ſchönes Mädchen zu werben. Ihr Vater indeß bat, ſie mit einer ſolchen Ehre zu verſchonen, da aller Wahrſcheinlichkeit nach Se. Majeſtät ihrer ſchon nach einem Monat überdrüſſig ſein

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dürfe und ſie dann der Landesſitte gemäß zu lebenslängli⸗ cher Witwenſchaft verdammt ſei. Se. Majeſtät ſoll es dermaßen verdroſſen haben, ſeine Gelüſte vereitelt zu ſehn, daß während langer Zeit der Khan nicht wagte, ſeine Tochter einem Andern zu geben. Ein Ding wie eine Mißheirath ſcheinen die Perſer nicht zu kennen. Selbſt der jetzige König hat den bei ſeinen Untertha⸗ nen vorherrſchenden Geſinnungen ziemlich ſtark das Wort geredet. Seine Königin und Favorit⸗Weib Geiran oder dieAntilope war die Tochter eines Bauern, die des Königs Aufmerkſamkeit auf ſich zog, als derſelbe eines Tages durch ihr Dorf ritt, und der er ſeitdem mit ungeſchwächter Liebe und Zärtlichkeit zugethan iſt. Die Lei⸗

denſchaft für ſie ſcheint ihn durchaus zu beherrſchen. An einem

Gallatage, als ihr Sohn zum unwiderruflichen Thronerben pro⸗ clamirt ward, und als ſein ſämmtlicher Harem im ſchönſten Auf⸗ zuge vor ihm erſchien, vermißte ſein Falkenauge ſofort dieEine, und den übrigen Weibern kalt den Rücken kehrend, fragte er:Wo iſt die Khanum? Jede nicht durch ihre Anweſenheit verherr⸗ jichte Feſtlichkeit ließ ihn gleichgültig, ſie allein war die Sonne, die ſeinen Palaſt erleuchtete. Die Perſer ſind in Betreff ihrer Weiber bei Weitem nicht ſo eiferſüchtig wie die meiſten Türken. DerAnderun* iſt keineswegs verſchloſſen wie der Harem. Das Treiben im erſtern beſchränkt ſich auf häusliche Intriguen und Zänke⸗ reien, Gevatterſchnack, Beſuche, Rauchen, Baden und Tollette. Vor Allem führen Aerzte und alte Weiber, welche ſich der Geiſter⸗ beſchwörung und Zauberei, wie der Bereitung von Liebestränken rühmen, in denſelben das Regiment. Schaudererregende Grau⸗ ſamkeiten ſollen von den Weibern, namentlich an ihren Dienee rinnen, verübt werden, und es iſt ſo ziemlich erwieſen, daß da

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