Jahrgang 
27-52 (1862)
Seite
685
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Jahrg.

ner, der von n Nachricht rief an. Er kehrte nach iner Mutter gleichzeitig, is zubrachte,

38 hatte ich nen früheren latze führte, 9s wird es nell daran; ntereſſant. in Mitleid ſelben fallen

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3 kaiſerlich

Nr. 43.]

Dritte

denen erörtert, die ihn in's Leben riefen, wenn ſie verſchie⸗ dener Meinung waren. Außerdem gehorchte Jedermann blindlings, und es fiel Niemandem ein, zu zweifeln oder zu erörtern. Die Völker erörtern nur das, was ſie nur zur Hälfte fürchten. Ich eriunere mich, daß einer meiner theuerſten und liebſten Verwandten, H. Hochet, der den Kanzler Pasquier ſehr genau kannte und im Jahre 1824 mich ihm vorſtellte, mir oft erzählt hat, daß er unter der Schreckenszeit zur Zeit, wo er Soldat war, als verdächtig verhaftet und in Arras in's Gefängniß geworfen wurde, wo er den Herrn de Lacratelle und den Herrn de Wailly traf. Hochet, ein ſehr geiſtreicher Mann, der glänzende Studien gemacht, ſchloß ſich ſehr eng an dieſe beiden Mit⸗ gefangenen, die wiſſenſchaftlich gebildet und Literaten waren, an. In der Erwartung, daß Joſeph Lebon, der Gouver⸗ neur von Arras, ſie wie ſo viele Andere auf's Schaffot ſchicken werde, machten ſie zuſammen Gedichte, Trauer⸗ ſpiele ꝛc. Sie entgingen indeſſen dem Tode durch die Gulllotine, weil der öffentliche Ankläger des Revolutions⸗ gerichtshofs in Arras ein Literat war, der kleine galante Gedichte verfertigte. Er hatte an ſeinen drei Gefangenen Geſchmack gefunden, denen er zuweilen ſeine Gedichte vor⸗ las, die ſie allerliebſt fanden. Er trug Sorge, die An⸗ klageacten ſeiner drei Zuhörer zu allerunterſt zu legen. Endlich kam der 9. Thermidor, und nun fand ſich der Dich⸗ ter⸗Ankläger ſelbſt ein, um Hochet und deſſen beiden Freun⸗ den die Freiheit zurückzugeben, und er ſagte zu ihnen mit einer unglaublichen Naivetät:Ihr könnt Euch gar nicht vorſtellen, wie erfreut ich über dieſes Ereigniß(den 9. Ther⸗ midor) bin, denn zuletzt, meine armen Kinder, wäre mir doch nichts weiter übrig geblieben, als Euch früher oder ſpäter den Kopf abſchneiden zu laſſen.

Hochet hat mir oft geſagt, daß man Aehnliches zu jener Zeit oft ſagte und es ohne eine Verwunderung anhörte.

Die Schreckenszeit war ein göttliches Recht geworden, das

Niemand erörterte.

Folge.

Die Lectionen, die ſich aus den Erinnerungen des Privatlebeus Pasquier's während der Revolution ergeben, ſind: Die Unſicherheit und Schwäche der menſchlichen Her⸗ zen zur Zeit einer Revolution; das Unglück wird von den Guten ertragen und zuweilen ſelbſt von ihnen veranlaßt, und in ſolchen ſtürmiſchen Tagen iſt Niemand ſeiner und der Andern ſicher; in Herzen, welche die allgemeine Ord⸗ nung bisher zurückgehalten und geregelt hatte, kommen ganz unerwartete Bosheiten zum Vorſcheine. Es hat während der Revolution gewiß viele Böſewichter und Nar⸗ ren gegeben, dennoch aber bin ich, nachdem ich die Erinne⸗ rungen eines ſo klar ſehenden Beobachters geleſen habe, ſicher, daß es mehr Unglück als Böſewichter gab. Wenn die Erinnerungen Pasquier's veröffentlicht würden, ſo würden ſie nicht lehren die menſchliche Natur zu verab⸗ ſcheuen, ſie würden bloß lehren ſie zu beklagen und ſie in ſich und Andern zu fürchten, da im Anfange einer Revolu⸗ tion Niemand im Stande iſt, das moraliſche Horoſkop irgend Jemandes zu ſtellen.

Ich habe von Fouquier Tinville, dem öffentlichen An⸗ kläger des Revolutionsgerichtshofes in Paris, geſprochen. Welch ein Name! Welch ein Andenken! Dennoch ſchrieb Bellard, der ihn als Advocaten ſehr gut gekanni hatte, am Tage, wo er die Ernennung deſſelben zum öffentlichen An⸗ kläger erfuhr:Wunderbar! Endlich iſt ein wahrhaft guter Mann in eine wichtige Stellung, wo er über Leben und Tod zu entſcheiden hat, eingeſetzt worden! Wen und was ſoll man glauben? War Fouquier Tinville ein Heuchler, der ſeine Bosheit bis zur Zeit, wo er ſich derſelben bedie⸗ nen konnte, verborgen gehalten hatte, oder war er einer jener ſchwachen Geiſter, welche das Bedürfniß haben, ſich auf die allgemeine Ordnung zu ſtützen, um nicht zu wan⸗ ken, und die unter einer zu ſchweren Prüfung unterliegen? Man kann wirklich zittern, wenn man bedenkt, daß Fou⸗ quier Tinville ohne die Revolution wahrſcheinlich ein ge⸗ wöhnlicher ganz rechtſchaffener Mann hätte ſein und als

und Cigarren eingeſchmuggelt werden, daß Tabakspfeifen und Doſen und Zubehör viel Geld koſten, und daß die Inhaberinnen der 36,163 Tabakbureaux von ihrem Verdienſt bei dem Verkauf leben müſſen. Schlägt man die Ausgabe für das Alles in dieſem Zeitraum zu zwei Milliarden an, ſo hat Frankreich in dem Zeit⸗ raume von einem halben Jahrhundert ſieben Milliarden für einen Gegenſtand ausgegeben, der ein rein überflüſſiges Bedürfniß iſt und ohne den ſich unſre Vorfahren beinahe 6000 Jahr ganz wohl befunden haben, Eiſenbahnnetz, wenn es fertig hergeſtellt worden iſt, in Anſpruch genommen haben wird.

In welchem Grade die Einnahme aus dem Tabaksmonopol ſteigt, zeigt ſich am deutlichſten darin, daß die Staatseinnahme von demſelben in den erſten 25 Jahren(von 1811 bis 1835) nur 1,6 7 Millionen, dagegen von 1836 bis 1860 3,130 Millionen Fr. betrug.

Dabei iſt noch zu bemerken, daß der reine Gewinn der Re⸗ gierung in einem noch viel höhern Grade als die Brutto⸗Einnahme von dieſem Monopol ſteigt, was ſeinen Grund in den Fortſchrit⸗ ten bei der Fabrication des Tabaks und in den Erſparniſſen bei der Verwaltung hat. So nahmen die Regiekoſten(Ankauf des Rohſtoffs, Verwaltung ꝛc.) im Jahr 1816 über 41% des Brutto⸗ ertrags in Anſpruch; zwanzig Jabr ſpäter im Jahr 1836 waren dieſelben bereits auf 29% gefallen und von 1836 bis 1860 ſchwankten dieſelben zwiſchen 29 und 23%. Natürlich haben die Regiekoſten in Folge der Erhöhung der Tabakpreiſe ſich noch nie⸗ driger geſtellt und ſie betrugen im Jahr 1861 nur 22%.

Das reine Staatseinkommen vom Tabakmonopol betrug in den 50 Jabren von 1811 bis 1860 3,312,874,595 Fr., von wel⸗

beinahe eben ſoviel als das ganze franzöſiſche

cher Summe 1,172,000,000 Fr. auf die letzten zehn Jahre kom⸗ men. In Folge der höhern Tabakpreiſe muß die Einnahme von dieſem Monopol ſich von 1861 ſchon um 25% ſteigern, ſelbſt wenn der Tabakverbrauch nicht zunehmen ſollte, was gar nicht anzu⸗ nehmen iſt. Es klingt faſt unglaublich, welche Geldſumme das franzöſtſche Volk allein für dieſes erkünſtelte Bedürfniß jährlich aufbringt. Wie koloſſal mag aber nun die Summe ſein, welche ganz Europa jährlich verraucht und verſchnupft, ohne nur den erforderlichen Nebenapparat mit in Berechnung zu ziehen! C.

Miscellen. Worte für Welt und Haus.

Wie es herrlich iſt, in einer ſchönen Gegend einen günſtigen Frühling und Sommer zu durchleben, ſo iſt es ein Glück, auf ſegensreichem Terrain zu einer Zeit geboren zu werden, wo große Mittſtrebende uns die Gegenwart beleben. Der Schatten des Er⸗ habenen iſt es, in dem ſich der Gute und Edle von ſeinen Mühen zu neuer Kraft erquickt.

Die Herrſchaft im Hauſe zu gewinnen, iſt eine Liebhaberei, aber keine naturgemäße Beſtimmung des Weibes. Daher ſie auch in einer ſolchen Stellung ſofort den holdeſten Schmelz der weib⸗ lichen Eigenſchaften verliert und von den männlichen nur die Carricatur annimmt. Sie wird eine unſelige Erſcheinung, weder V

ſich noch Andern heimiſch und ſympathiſch.