derſtändniß zu
oman meines 135 G◻ des Jahr trat,
, an deren er voll Stolz keinen andern ladt ihre dop⸗ nicht von der
lechten Ruf: vorhanden; n Winter hat n gewaltigen die Gaſſenbu⸗ deſe gefährli⸗
ie Hochebene, en Indianem Rockland ge
konnten, ein e Artlllerie ſen dunteln en vervielfäl⸗ ceuliche Che⸗ em ſie gelebt —
Nr. 43.
geliebt, geſchlafen hatten, ohne geſtört zu werden, ſtarben ſie nur vor Alter.
Durch die Hitze zuweilen auf die Ebene gebracht, wagte ſich zuweilen eines dieſer Thiere auf die Wieſen, wo die barfüßigen Mäher voll Schreck entflohen. Selte⸗ ner war eines derſelben in die Häuſer gekommen; allein auch dies blieb nicht ohne Beiſpiel, und die Ortschronik berichtet, daß im letzten Jahrhundert eine auf den Stufen der Kanzeltreppe gefunden wurde, welche der ehrwürdige Didymus Bean, damals der einzige Geiſtliche der Gemeinde Rocklands, beſteigen wollte. Dies gab Veranlaſſung zu einer ſchönen Predigt(nachdem die Schlange getödtet war), in welcher der achtungswerthe Redner ſie als das lebende Emblem des Arminiauismus darſtellte, welcher geräuſch⸗ los in den Tempel ſchlüpft, um hier ſein Gift zu ver⸗ breiten.
184... hatte ein tragiſches Ereigniß die Schrecken, deren wir erwähnen, erneuert. Eine junge Frau, eine Fremde, kürzlich erſt verheirathet mit einem der erſten Be⸗ wohner der Stadt, welche durch ihre Geſundheit gezwun⸗ gen war, zu Hauſe zu bleiben, war auf der Schwelle ihres Hauſes von einer den Berg herabgekommenen Klapper⸗ ſchlange geſtochen worden. Kräftige, augenblicklich ange⸗ wendete Mittel ſchienen die Wirkungen des Biſſes aufge⸗ hoben zu haben; aber einige Wochen ſpäter ſtarb die junge Frau.
Ich habe ſo geſagt, was Rockland war; was das apol⸗ lineiſche weibliche Inſtitut betraf, ſo war es eine außer⸗ ordentlich blühende Anſtalt mit etwa hundert Schüleriu⸗ nen, ſowohl auswärtigen Zöglingen als Penſionärinnen, welche nebſt der engliſchen Mutterſprache verſchiedene neuere Sprachen lernten, ein wenig Latein, wenn die Elteru es wollten, ein wenig Naturphiloſophie, im letzten Jahre ein wenig Metaphyſik und Rhetorik, und endlich, während der ganzen Dauer Muſik und Tanz— beſonders
bezahlt. Am Ende ihrer Studienlaufbahn hatten die
Schülerinnen ein feierliches, öffentliches Examen zu be⸗ ſtehen und empfingen Diplome, welche ſie zu Graduirten des Apollineiſchen erklärten.
Herr Silas Peckham führte dieſe hübſche Heerde, wie wenn es ſich um hundert Köpfe Horuvieh handelte. Um den Unterricht kümmerte er ſich wenig, wohl aber darum, mit dem größten Vortheil die Elemente der ſparſamen Mahlzeiten für die Penſionärinnen zu erſtehen, ſowie mit den Lehrern die vortheilhafteſten Verträge der größten Leiſtungen gegen den kleinſten Gehalt abzuſchließen, und endlich um den jährlichen Proſpect, auf welchen er ſeine ganze Beredſamkeit, die hier und dort erborgt war, ver⸗ wendete. Seine Frau, im Weſten geboren, ein gutes und unwiſſendes Geſchöpf, diente in dem Hauſe zu Nichts, als einige hundert Stück Federvieh aufzuziehen.
Wie kann unter dieſer doppelten Leitung die Anſtalt gedeihen? Das iſt ein Räthſel.
Man wird die Löſung ſogleich finden, wenn man die junge Oberlehrerin betrachtet, die damit beauftragt war, Herrn Langdon zu empfangen, ihn den Schülerinnen vor⸗ zuſtellen und ihn mit dem Theil, den er an deren Erziehung nehmen ſollte, bekannt zu machen.
Miß Darley iſt eine Engländerin; ihr Taufname Helene. Ihr Körper iſt ſchwächlich, ihr Wille feſt, ihre Gewiſſenhaftigkeit ausgezeichnet. Das Gefühl der Pflicht beherrſcht ſie, und unter der eiſernen Hand des Herrn, den die Noth ihr aufgezwungen hat, vergilt ſie durch ihre Arbeit weit mehr als das, was man billigerweiſe von ihr verlangen könnte. Sie ſtrengt ſich ebenſo ſehr an wie ein kräftiger Mann und leidet zehnmal mehr.
Gewiſſenhaftigkeit und Armuth! Dahin ſind die armen Erzieherinnen gebracht, die vor der Zeit in die Dunkelheit des Grabes hinabſteigen!
Herr Langdon war noch nicht ſeit vierundzwanzig Stunden in dem Haus, als er auch ſchon wußte, woran er ſich in Beziehung auf den wahren Genius Loci zu halten
ſpielen, als am Tage ihres Sturzes; in mehreren derſelben finden ſich viereckige Vertiefungen, die zu einem unbekannten Zweck ge⸗ dient haben, und augenſcheinlich von Menſchenhänden herrühren, vielleicht von den Hebräern, die, mit Moſes an ihrer Spitze, die⸗ ſen furchtbaren Engpaß überſchreiten mußten. Die einzige Stimme an dieſem entſetzlichen Ort iſt das Echo, welches aber nur ſehr ſelten, vom Zufall geweckt, dann aber erſchreckend tönt; ein Schuß, den es tauſend und abertauſendmal wiederholt, gleicht einem Donnerſchlage und erſchüttert den Berg bis in ſeine Grund⸗ veſten; dann wird Alles wieder ſtill für Tage und ganze Monate. Bon dort iſt es nicht weit zum Kloſter, und wir erreichten es um hr.
Wegen der hohen Granitmauern und der drei großen Banner, von Moſes, der heiligen Katharina und Sanct Georg, welche von der Zinne wehen, würde man es eher für eine Feſtung als für ein Kloſter halten, und in der That iſt es auch eine Feſtung. Da es im Schooß der Wüſte und auf muhammedaniſcher Erde errichtet i*ſt, muß es ſich gleichzeitig gegen zwei Feinde, den Fanatismus und die Habſucht, vertheidigen, denn durch ſeine Schätze angelockt, haben die Beduinen ſchon mehr als einen Kriegszug dagegen ver⸗ ſucht, und es hat deßhalb militäriſche Vorſichtsmaßregeln treffen müſſen. Außer zwei Kanonen beſitzt es eine Waffenkammer mit Waffen aller Art, was nicht ganz übel iſt für die Männer des Friedens. Die große und einzige Pforte des weitläufigen Ge⸗ bäudes iſt ſeit faſt zwei Jahrhunderten zugemauert, und man öff⸗ net ſie nur bei feierlichen Gelegenheiten, um den Beſuch eines hohen Würdenträgers der griechiſchen Kirche zu empfangen, was ſich kaum alle drei oder vier Jahre einmal ereignet. Zu gewöhnlichen
Zeiten bleibt der Platz hermetiſch verſchloſſen, und man gelangt
nur hinein durch eine Art Schießſcharte, welche 40 Fuß über der Erde in die Mauer gebrochen iſt, zu der man an Stricken herauf⸗ gezogen wird; aber trotzdem muß man erſt unterhandeln, und Stand und Namen angeben.
Als wir von den Dromedaren am Fuß der Mauer abgeſtie⸗ gen waren, meldete eine Klingel unſere Ankunft. Der Kopf des Pförtners erſchien an der Schießſcharte, und ein langer Bindfa⸗ den, den er herabließ, holte das Empfehlungsſchreiben. Die Ant⸗ wort ließ lange Zeit auf ſich warten, kam aber endlich. Man ließ uns ein, nicht durch den Thurm, den man uns ſchenkte, ſondern durch ein Schlupfloch, welches man vor kurzer Zeit gegen das Verbot und die Vorſicht an der andern Seite des Gebäudes geöff⸗ net, welches aber im Fall eines Angriffs in einigen Augenblicken vermauert werden konnte. Nachdem ich das Schlupfloch hinter mir hatte, wozu ich, weil es ſo niedrig war, mich ganz zuſammen⸗ krümmen mußte, durchſchritt ich mehrere ungleiche und unregel⸗ mäßige Höfe, dann einen unterirdiſchen durch ein eiſernes Gitter verſchloſſenen Gang, wieder andere Höfe und kam endlich auf einer Holztreppe nach demjenigen Theil des Kloſters, der für die Fremden beſtimmt iſt und wo ſchon zwei Touriſten aus der neuen Welt untergebracht waren.
Die Zimmer für die Reiſenden gehen nach einer Gallerie, von wo aus der Blick das ganze Gebäude umfaßt. Man glaubt ein großes von Mauern umgebenes Dorf zu ſehen und muß weder Ordnung noch Plan darin ſuchen. Es iſt ein Labyrinth von Ge⸗ bäuden, welche kreuz und quer aneinander gebaut ſind, je nach der Beſchaffenheit des Bodens und der Bequemlichkeit der Bewohner, ein wahres Chaos. Was zuerſt am meiſten überraſcht, iſt eine Moſchee mit dem Minaret auf ihrer Spitze, welche gerade in der
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