Jahrgang 
27-52 (1862)
Seite
666
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O, das werde ich von ganzer Seele thun! rief Achilles, und damit erhob ſich das Paar, um zurück zu gehen.

So viel Geiſtesgegenwart hatte noch Victor ſich vor ihm zu verbergen aber als er allein war, da brach er in ein Gelächter aus, das wie das eines Wahnſinnigen klaug, und eilte auf einem andern Wege hinab zum See.

Wie ruhig lag dieſer See! wie ſtrahlten Millionen Sterne in ihm wieder, tanzten auf dem hüpfenden Schaum der ſchimmernden Wellen, leuchteten empor aus ſeinen dunkelgrünen Tiefen! Noch geſellten ſich unzählige Gou⸗ deln zu dem heitern Spiel, und fröhliche Lieder ſchallten bald hier bald dort. Die Berge ringsum ſchienen im Abenddunkel näher heranzutreten, dem holden Spiel der Sterne wie der Menſchen zuzuſchauen und es treulich zu behüten. Die Kirchenglocken von drüben, die Mühlen von hüben Alles ſchien einander traulich zuzuwinken, zu einem Bild des Friedens ſich zu vereiuen nur Vietor war ein Fremder, ein Ausgeſtoßener.

So ſich zu täuſchen, ſo ſich getäuſcht zu ſehen! ſo von einer erhitzten Phantaſie ein Götterbild ſich vorgaukeln zu laſſen, wo er doch nur ein Mädchen fand, wie es Tauſende gab! O, daß ſie ihn nur wirklich betrogen hätte! daß er eine Ungetreue, eine Verbrecherin, eine verführeriſche Me⸗ luſine in ihr gefunden er hätte ſie anklagen, haſſen und verachten konnen er hätte einen Gegenſtand gehabt für ſeinen Zorn! So aber war er es allein, der ſich ſelbſt betrogen, ſeiner Phantaſie mußte er fluchen, ſeinem Idea⸗ lisnms und das Schrecklichſte bei Allem war, daß der Freund Recht behielt, der ihn geſcholten, gewarnt, ihm eine ähnliche Enttäuſchung prophezeit.

Troſtlos irrte er die halbe Nacht umher, dann ſuchte er das Zimmer auf, das man ihm augewieſen, packte ſeine Reiſetaſche wieder zuſammen, mit Tagesanbruch ſich wie⸗ der aufzumachen, und ſchrieb dem Freunde:

Du hatteſt Recht, das idealiſirte Bild der Griechin

als eine Verirrung zu betrachten vernichte es, aber

meine andern Sachen nimm zu Dir, ich weiß nicht, waun

und ob ich je nach München zurückkehre. Jetzt gehe ich

weiter in die Berge Niemand ſoll erfahren, daß ich in

Poſſenhofen war das iſt meine letzte Bitte an Dich! Victor.

Als Roderich dieſen Brief erhielt, der ihm Vieles un⸗ klar ließ, aber doch die Hauptſache verrieth: Victor war um eine ſchmerzliche Erfahrung reicher geworden da ſchnürte er ebenfalls ſein Bündel und reiſte in die baieri⸗ ſchen Hochalpen. Nach acht Tagen fand er endlich Victor, deſſen Spuren er überall gefolgt war voll Herz⸗ lichkeit umarmten ſich die Freunde, und Roderich ſagte:

Mag die Liebe täuſchen die Freundſchaft beſteht jede Probe wir ſind und bleiben die Dioskuren!

Der Kanzler Pasamier.

Frankreich hat durch den kürzlich erfolgten Tod des 95 Jahr alten Kanzlers Pasquier einen ſehr ausgezeich⸗ neten Staatsmann verloren, dem das ſeltene Glück zu Theil geworden iſt, ſeine Geiſteskraft bis zu ſeinem Tode ungeſchwächt zu behalten, was ihn in den Stand ſetzte, allen politiſchen Ereigniſſen aufmerkſam folgen und ſein Urtheil darüber in den Memoiren niederlegen zu können, die er früher ſelbſt niederſchrieb, in den letzten Jahren ſei⸗ nes Lebens aber dictirte, und für deren ſpätere Veröffent⸗ lich er dadurch Sorge getragen haben ſoll, daß er eine Ab⸗ ſchrift derſelben in England deponiren ließ. Daß dieſe Memoiren ein ſehr großes Intereſſe darbieten müſſen, er⸗ gibt ſich ſchon daraus, daß der im Jahre 1767 in Paris

Tragt drinnen ſelbſt Eure Sache vor! Ich menge mich nicht in dergleichen Doch dem Spanier muß Alles weichen!

Geſagt, geſchehn! Da kamen herbei

Als wie mit einem Schuſſe

Der abgeſchiedenen Seelen zwei,

Ein Yankee und ein Ruſſe.

Wir ſind die künft'gen Herren der Welt Drum aufgemacht das Himmelszelt! Gemach! brummt Sanct Peter,nur ruhig! Was ich thun kann, nun das thu' ich.

Sie waren drin. Nun kam allein

Mit Wanderbuch und Paſſe,

Mit Tauf⸗, Trau⸗, Verhaltungs⸗ und Impfungsſchein Eine Seele beſonderer Race.

Sanct Peter rümpft die Naſe und ſpricht:

Was kommt denn da für ein närriſcher Wicht

Mit gar ſo vielen Papieren?

Und keins davon zu verlieren!

Die Seele fragt:Iſt nicht für mich

Ein Platz noch im Paradieſe?

Wenn auch ganz hinten beſcheidentlich

Für mich und meine Louiſe,

Die, wenn mein Geiſt ſich nicht gänzlich irrt, Aus Sehnſucht mir bald folgen wird,

Denn ich liebe ſie, wie Werther

Die Lotte, und ſie war nicht härter.

Woher des Lands?Das weiß ich nicht, Das ſteht ja im Wanderbuche;

Auch trag ich, ſeid Ihr darauf erpicht, Noch mehr Papiere im Tuche.

Das kommt mir ſehr verdächtig vor! Ruft Sanct Peter, der die Geduld verlor, Eure Sache ſcheint mir nicht richtig

Und Euer Ich faſt als Nicht⸗Ich.

Nun prüfte Sanct Peter das viele Papier, Documente nah an die hundert,

Eine ganze Sammlung von Acten ſchier, Daß Petrus darob ſich verwundert.

In Borna geboren, geimpft, gelernt, Darauf ſich heimlich von dort entfernt, Gekommen alsdann nach Rieſa

Gott ſei Dankl hier fehlt nicht das Viſa.

Dann Leipzig, Cottbus und Schievelbein,

Dann Zeitz, Schleiz, Greiz und auch Spremberg, Dann Gera, Halle, Giebichenſtein,

Dann Grünberg, Bamberg und Lemberg;

Wien, München, Stuttgart, Kaſſel und Köln, Hannover, Braunſchweig, Hamburg und Mölln, Dann Querfurt, Ochſenfurt, Steinfurt,

Zwei Frankfurt und endlich auch Schweinfurt.

Nachdem er das Alles herausbuchſtabirt, Spricht Sanct Peter:Ach, nun begreif' ich!

(VIII. Jahrg.

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