Jahrgang 
27-52 (1862)
Seite
664
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man ſagt, er ſei hinter der griechiſchen Schönheit her, um ihr Gemälde zu erhalten da ja doch hier Alles griechiſch und claſſiſch ſein muß, vielleicht einmal eine griechiſche Nymphe oder Göttin mit einem Namen, den man nicht ausſprechen kann er hütete ſich wohl, das zu verſuchen, ſeine Zunge konnte noch immer mit derPi⸗ nakothet,Glyptothet u. ſ. w. nicht ganz in's Reine kommen, obwohl jedes Münchner Kind dergleichen endlich lernen müßte.

Auch dies Geheimniß war ſchon Stadtgeſchwätz, auf der Bierbank durfte man ſeinen Witz daran üben!

Nun, unmöglich iſt das nicht! rief der Doctor, wenn man meiner Frau den Antrag machte, als Münch⸗ ner Schönheit die Reſidenz zu zieren ſie wäre gleich dabei da ſie keine Ausſicht dazu hat, wird ſie der Grie⸗ chin die gleiche nicht gönnen und ihr Vorſtellungen der Prüderie machen auf welche dieſe vielleicht nichts gibt, denn ſie iſt nicht wenig eitel und kokettirt gern mit ihrem Griechenthum.

Es kamen neue Gäſte, die Bierkrüge klapperten, die Unterhaltung nahm eine andere Wendung, Victor ſchlich ſich davon. Sein Entſchluß war gefaßt, er ſuchte am ver⸗ abredeten Orte Roderich auf, der ihm richtig die Nachricht brachte, daß die Damen an den Würniſee gefahren wären. Victor wußte nun den Ort ihrer Beſtimmung ſchon näher er machte ſich reiſefertig, empfahl Roderich ſeine Ge⸗ mälde und hieß ihn namentlich das Lesbia's allen fremden Augen behüten, das er nicht mitnehmen konnte, weil die friſchen Oelfarben noch nicht getrocknet. Sonſt packte er alles nöthige Malergeräthe mit ein und in früheſter Mor⸗ genſtunde war er auf der Poſt, die nach Poſſenhofen fuhr, denn damals trug noch keine Eiſenbahn die Reiſenden dahin.

Erſt am Nachmittag war er an Ort und Stelle und konnte ſeine Forſchungen beginnen. In den verſtreut lie⸗ genden kleinen Häuſern, die ſich von dem königlichen Schloß Poſſenhofen und dem See aus aufwärts erſtreck⸗

[VIII. Jahrg. ten, war es nicht allzuſchwer die fremden Damen zu erfragen, die geſtern angekommen ſein mußten.

Man bezeichnete ihm eines der am maleriſchſten gele⸗ genen Häuſer in einem audern, das nicht weit davon lag, fand er für ſich ſelbſt ein Unterkommen.

Ueber dem Suchen und ſich ſelbſt vom Reiſeſtaub Säu⸗ bern und Erfriſchen dämmerte doch ſchon der Abend herein. Da ſah er Lesbia au ſeinem Fenſter vorüber kommen, ohne daß ſie ihn, der ſich im Hintergrunde hielt, bemerken konnte. Er folgte ihr in einiger Entfernung in der Hoffnung, daß ſie noch einen einſamen Spaziergang mache, an irgend einem ſchönen Punkte ſich ausruhe dann wellte er ſich ihr nahen, Rechenſchaft von ihr fordern über ihr Wort von vorgeſtern, das ſie ihm nicht gehalten, wollte ſich ihr zu Füßen werfen, ſeine glühende Leidenſchaft ihr geſtehen ihr auch geſtehen, daß von ihrer Schönheit bezaubert er ihr Bild gemalt daß er beauftragt ſei daſſelbe für einen Höheren zu malen daß er dies abgelehnt ohne ihre Ein⸗ willigung er wiſſe, daß ſie dieſe nie geben werde, ſie, die keuſche, beſcheidene Tochter einer fremden Zone, eines Volkes, welches das Geſchlecht haſſe, das ihm einen frem⸗ den König aufgedrungen und daß man vielleicht alle Mittel verſuchen werde, dieſe Einwilligung von ihr zu er⸗ zwingen man habe ja ihren Vater in der Gewalt, der jetzt freilich für irrſinnig erklärt ſei, aber den man leicht auch wieder für zurechnungsfähig erklären und ihm den Proceß machen könnte aber zu jeder Liſt, zu jedem Wagniß, zu Allem, was Lesbia von ihm fordern könne, wollte Victor ſich bereit erklären, wenn ſie nur ſeine Liebe erhöre, erwidere. So dachte er und legte ſich Alles aus, was er ihr ſagen wollte ſchon ſah er ſich im Geiſte mit ihr im zärtlichen Beiſammenſein, ſich alle Sce⸗

mnen und Worte wiederholend, die ihre Vereinigung vermittelt

hatten. Jetzt ſah ſich Lesbia um, als ſie ſich auf einem Hügel befand, den ein halboffener Pavillon als ſchönen Ausſichts⸗

ein lebhaftes Temperament und großen Hang zu ſinnlichen Ge⸗ nüſſen. Meiſt habſüchtig lieben ſie Lüge und Verſtellung, ſind ſtolz und wenig zur Arbeit geneigt, aber im Ganzen intelligent, für höhere überſinnliche Vorſtellungen zugänglich, daher ſie auch ſchnell lernen. Gegen Fremde benehmen ſie ſich freundlich und gaſtfrei.

Die Sitte der Blutvermiſchung zum Zeichen ewiger Freund⸗ ſchaft iſt bei ihnen heimiſch und in hohen Chren. Zwei, die mit großer Feierlichkeit ſich ein wenig geritzt und ihr Blut vermiſcht haben, geloben damit einander beſtändige Treue, und was der Eine beſitzt, gehört auch dem Andern.

SJedes neugeborne Kind wird zu einem Prieſter gebracht, und

iſt es an einem Unglückstag geboren, wird es ohne Mitleid ge⸗ tödtet; auf dieſe Weiſe werden jährlich viele Kinder umgebracht. Für Verbrechen haben ſie dreierlei Strafen: Geldſtrafe, Scla⸗ verei und Tod. Der Angeklagte wird oft verurtheilt, den giftigen Saft einer Pflanze(Tanghin veneniflua) zu trinken, worauf mei⸗ ſtens der Tod in kurzer Zeit erfolgt. Als größtes Verbrechen gilt Hexerei, der deſſelben Angeklagte muß den Tanghinbecher trin⸗ ken; bleibt das Gift ohne Wirkung, ſo iſt er unſchuldig, im entgegengeſetzten Falle zieht der Häuptling oder König ſeine Güter ein.

Im Ganzen friedlicher Natur, kennt der Zorn des Mada⸗ gaſſen, wenn einmal angefacht, keine Grenzen. Unter einander haben ſich die Stämme von jeher befehdet und thunndas noch. Daher iſt auch die Bevölkerung der ganzen Inſel nicht bedeutend, denn die Kriege ſind ſehr blutig. Man zählt 3 4 ½ Millionen Bewohner, die Angaben ſchwanken und ſind auch unmöglich ge⸗ nau zu machen. 9.

Aus der Gegenwart. Die Preiſe wilder CThiere.

Bekanntlich kommen nach keiner Stadt ſoviel überſeeiſche wilde Beſtien, als nach London, und hier einzig und allein wird der Marktpreis für dieſelben beſtimmt.

Je nach der Nachfrage und je nach dem eben vorhandenen Vorrath ſchwanken die Preiſe; doch nicht viel mehr als bei jeder andern Waare, ſo daß demnach jedes Thier mit vollkommener Sicherheit nicht nur einen imaginären, ſondern einen reellen Werth repräſentirt. Ich will nur einige Beiſpiele anführen: ein ausge⸗ wachſener männlicher Löwe iſt werth von 1000 2000 Fl.; ein bengaliſcher Tiger ungefähr daſſelbe; eine ausgewachſene Nylghau⸗ Antilope 450 500 Fl.; eine Kuh⸗Antilope ungefähr daſſelbe; ein Elephant 3000 6000 Fl., je nach der Schönheit und Größe; eine Giraffe, ein Nilpferd, ein Rhinoceros ungefähr daſſelbe; ein Zebra 1500 Fl. u. ſ. f.; bei kleinen Thieren ſind die Schwankun⸗ gen unbedeutender; ſo koſtet der gemeine graue Papagei in London ſeit Jahren 1 Pfd. St., ein anderer, der bekannte Wellenpapagei 1 ½ Pfd. St. das Paar u. ſ. f. Weitaus das bedeutendſte Ge⸗ ſchäft für lebende Thiere iſt das von Charles Jamrach, einem ge⸗ bornen Hamburger, der in Georges Street, nahe den Schiffswerf⸗ ten, wohnt. Dieſer Mann hat ſeine Fäden über den großen Hafen von London ſo meiſterhaft ausgeſpannt, daß kaum ein bedeutendes Stück daſelbſt ankommt, von dem er nicht zuerſt Kunde erhielte. Daß dieſes Geſchäft große Riſicos und Koſten mit ſich führt, iſt

B. aus der einen Thatſache klar, daß Jamrach im Augenblick, wo ich ihn beſuchte, wenigſtens zweihundert verſchiedene Papa⸗ geien, einige Tauſend kleine Schmuck⸗ und andere Vögel, ſodann

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