„ ESESSSö88öoooͤömäm⅓—ſ“ 1— 662 Uovellen-Zeitung.[VIII. Jahrg. gr. bald gegen das bairiſche und griechiſche Königshaus aus⸗ war er plöͤtzlich ganz nahe bei ihr und rief leiſe:„Fräulein geſtoßen habe. Von Bekannten ward Victor aufgehalten,— Sie ſind nicht krank, ſagen Sie mir nur, ob Sie mich V und als er gegen elf Uhr heimkehrte, war in der Wohnung ſelbſt von ſich verbannen?“ 6 des Doctors Alles finſter, auch in Lesbia's Zimmer wollte„Herr Herzen!“ rief ſie erſchrocken— aber es klang V und ſich kein Licht mehr zeigen. kein Zorn in ihrer Stimme—„welche doppelte Verwe⸗ men Am folgenden Morgen malte er an ihrem Bilde— genheit!“ 1 und und ſo immer mit ihr beſchäftigt, immer im Geiſte ihre„Die Tochter Hellas und der Sohn Italiens brauchen gute Reize vor ſich ſehend, dabei immer ihre Worte wieder- ſich nicht an die Formen dieſer kalten überlegenden Deut⸗ 4 holend, die ihm eine gleich ſtrebende Künſtlerin, wie eine ſchen zu binden!“ rief er, kühn gemacht durch den ſüßen tor gleich glühende und ſchmerzensreiche Patriotin verriethen Flötenton ihrer Stimme—„vergeben Sie inir noch ein⸗ ihre — ſo wuchs, von einer erhitzten Phantaſie dreifach genährt, mal— ich ſehe Sie, eine Fremde in dieſer Stadt, ſich der als die im erſten Augenblicke für ſie gefaßte Leidenſchaft immer Willkür anderer Menſchen fügen— und ich möchte Ihnen lebn größer— um zwölf Uhr warf er den Pinſel weg, da ſeine gern beſſer beiſtehen— möchte Ihre Befehle empfangen, war vor Erregung zitternde Hand ein Gemälde hätte verderben Ihre Wünſche zu erfüllen ſuchen— vertrauen Sie mir aüch können, das den ſchönſten Stoff für ihn behandelte— und nur und weiſen Sie mich nicht ganz zurück.“ den; kurz und dZut, er ging zur Doctorin Eißner. Aber Nie⸗ Sie reichte ihm die Hand hinab— dieſe kleine weiße Weilt mand war für ihn zu Hauſe. Der Doctor machte ſeine Hand! nie hatte er einen weichern Flaum in der ſeinen keuer Krankenbeſuche, und die Doctorin, hieß es, dürfe das Fräulein gefühlt— er drückte einen zärtlich glühenden Kuß darauf, Erd 4 nicht verlaſſen, das wieder unwohl geworden; außer ſich vor— welch ein ſüßer Schauer durchrieſelte ihn dabei!— ſie mem Aerger und Täuſchung und Ungewißheit mußte er doch fühlte, daß ſie glühend roth ward und vor Beklemmung Alle I gehen: ſo wiederholte man, was man ſchon neulich ge⸗ kein Wort ſprechen konnte,— endlich zog ſie ihmn leiſe, leiſe V fan 1 than; wie hätte ſein Stolz ertragen können, wieder zu die Hand wieder weg und flüſterte: win kommen! Er wartete, bis der Abend wieder kam und zu„Gehen Sie jetzt— dann vergebe ich Ihnen— dann erd 4 ſpäter Stunde ſich Licht in Lesbia's Fenſter zeigte. Dann will ich Ihre Ritterdienſte annehmen, und das Uebrige ſei kletterte er wieder auf den Nußbaum. ſollen Sie morgen erfahren—— aber nur, wenn Sie un Er ſah Lesbia— ſie trug ein einfaches ſchwarzes jetzt gehen!“ fügte ſie noch einmal ſtreuger hinzu, als ſie. 1 Seidenkleid, das, bis zum Gürtel offen, ein reichgeſticktes ſchon ſich am Fenſter wieder aufgerichtet und zurückgezogen nic weißes Unterkleid ſehen ließ und, um die weiten offenen hatte. Sie ſchloß es, und er gehorchte, zugleich ſelig und V ſich Aermel wie um den Ausſchnitt mit breiten ſchwarzen ſeufzend, dem Befehl. ich Spitzen verziert, die blendende Weiße der Arme und des Nun malte er am andern Tage wieder begeiſtert an Br Halſes erhöhte. Sie erſchien heute allerdings noch bläſſer ſeinem Bilde weiter— aber vergeblich harrte er dabei auf als geſtern— war ſie wirklich krank? Aber auch heute ihren Anblick, auf irgend ein Zeichen von ihr— er hoffte gel ſcheute ſie die Nachtluft nicht, ſie ſtand am offenen Fenſter und harrte,— wenn nicht der Tag, ſo würde es ihm der D und ſchien hinab in den Garten zu ſpähen— er kounte Abend bringen, oder die verſchwiegene Nacht— und nun ge der Verſuchung nicht widerſtehen— er kletterte noch höher kam ſtatt deſſen Roderich Feldberg und brachte die Nach⸗ ſir empor und ſo auf einem ſchwankenden Aſt balancirend, richt von Lesbia’s Abreiſe mit der Doctorin! na ſei Flächeninhalt von ungefähr 10,000 Quadratmeilen. Madagas⸗ bigen höchſten Gipfeln, deren Hintergrund das tiefe Blau des— kar iſt faſt noch einmal ſo groß, als Großbritannien und Irland, Himmels bildet.“ Unzählige Bäche und Flüſſe entſtrömen den bal nur etwa 500 Quadratmeilen kleiner als Frankreich und circa Bergen, und ergießen ſich entweder in den indiſchen Ocean, oder die 1000 Quadratmeilen kleiner als das Gebiet des deutſchen Bun⸗ in den Canal von Mozambique. Die Letzteren ſind die größeren, auf des. Welch eine anſehnliche Landſchaft, wie viel verſprechend für aber felbſt dieſe ſind nur für kleine arabiſche Fahrzeuge ſchiffbar, Ar Coloniſation, zumal ſie größtentheils innerhalb der ſüdlichen die anderen ſind es ſchon deßhalb nicht, weil ſie in ſchäumenden die heißen Zone liegt und did Natur die ganze Fülle ihrer Reize und Cascaden durch enge Felsſchluchten von der Höhe ſich herabſtürzen. ſch üppig wuchernden Kräfte an ihr verſchwendet hat! Denn das iſt Auch an größeren Landſeen iſt Madagaskar reich, ebenſo an z das übereinſtimmende Urtheil aller Reiſenden, aus älterer und Lagunen.— ah neuerer Zeit, daß Madagaskar einer der ſchönſten und fruchtbar⸗ Die Fruchtbarkeit der Inſel iſt außerordentlich. Im nörd⸗ ſten Landſtriche der Erde iſt. Von Norden nach Süden wird die lichen Theile iſt der Boden ſchwarz und von großer Ertragfähig⸗ de Inſel von einer Gebirgskette durchzogen, welche in der Mitte aus⸗ keit, die Oſtküſte iſt ſandig, aber nur bis an den Fuß der Berge. ni gedehnte Hochebenen beſitzt und nach verſchiedenen Seiten hin in Dort beginnt eine üppige Vegetation, ſchöne Waldungen wechſeln A ſtark bewaldeten Hügeln ausläuft. Dieſes Hauptgebirge ſpaltet mit herrlichen Wieſen und fruchtbaren angebauten Feldern ab. ſich in drei Zweige, deren einer den nördlichen Theil der Inſel Reis bildet die Hauptnahrung der Eingebornen, und man kannt rer duxchſtreicht und die Bai Antongil auf der Oſtſeite bildet, wäh⸗ elf Varietäten, wovon mehrere ohne Cultur in den ſumpfigen r rend der zweite die mittleren Provinzen der Inſel, der dritte den Niederungen wild wachſen. Die Ernte iſt ſo reich, daß jährlich 6s ſüdlichen Theil erfüllt. Es ſind dies das Ankara⸗, das Ankava⸗ circa 8 Millionen Pfund ausgeführt werden. Außerdem wird gro und die Ambohitsmenagegebirge. Gegen Oſten fallen die Berge Mais mit lohnendem Erfolg gebaut, ebenſo die Kartoffel, nament⸗ e ſehr ſteil ab, die Hochebenen ſind hier ſchmal und enge, gegen lich auf den Hochebenen im Innern. Hafer, Gerſte, Weizen wer⸗ Weſten geſchieht die Abdachung allmählich.„Vom Meer aus ge⸗ den weniger cultivirt, dagegen gedeiht das Zuckerrohr und der un ſehen,“ ſagt der Reiſende Macé Descartes,„bietet die Inſel den Kaffeebaum vortrefflich, letzterer, in früheren Zeiten eingeführt, f Anblick eines großartigen Amphitheaters, deſſen Bergreihen einan⸗ liefert in einigen Gegenden der Oſtküſte eine vorzüglich ſchöne der überragen und ſich wie Stufen ausnehmen, die zu dem Haupt⸗ Bohne. Die Baumwolle gibt eine reiche Ernte; der Tabak. I gebirge hinanführen. Dieſe Rieſenſtufen bilden eine koloſſale mit kommt überall gut fort. Feigen, Mandeln, Orangen, Granat⸗ Grün bedeckte Treppe, zu welcher man vom flachen Meergeſtade bäume ſind vom Cap her eingeführt worden; der Sagobaum iſt bis zu den höchſten Punkten der Inſel hinanſchaut und dabei einheimiſch, ebenſo die Citrone, der Maulbeerbaum, der Pfirſich⸗ allen Abwechslungen einer, Berglandſchaft begegnet, vom lebhaf⸗ baum. Ananas, Melonen, Bohnen, Hirſe, mehrere Kohlarten, teſten oder dunkelſten Grün der Vegetation bis zu den azurfar⸗ Zwiebeln, Gurken, Kürbiſſe kommen überall fort. Der Brodfrucht⸗
Jahrgang
27-52 (1862)
Seite
662
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