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Nr. 42.]
— war es eine Entſchuldigung für ihre letzten kurz abwei⸗ ſenden Worte— oder etwas wie eine Wiederholung der⸗ ſelben— er wußte es nicht. Sie ſchien an das frühere Begegnen weder erinnern noch es verleugnen zu wollen und ſprach dann im Atelier mit möglichſter Unbefangenheit über die Gemälde, Studien und Zeichnungen, die man da betrachtete, aber ſie zeigte auch dabei nicht allein ſo viel Feinheit des Urtheils, ſondern auch ſo viel Kenntniß der Kunſt, nicht allein ihrer äſthetiſchen, ſondern ſogar der techniſchen Seite derſelben, daß Victor ihr bewundernd zu⸗ hörte und endlich auf den Kopf zuſagte:„Da Sie nicht die Tochter eines Malers ſind, ſo ſind Sie ſelbſt Malerin!“— ein Anderes gab es für ihn nicht.
„Ich möchte es wohl werden,“ antwortete ſie beſcheiden ausweichend.
Die Doctorin gab dem Erſtaunen Worte, in ihrer jungen Schutzbefohlenen nun auch ein künſtleriſches Genie zu begrüßen, und zwar ſo viele emphatiſche Worte, daß die beiden Zuhörenden lange Zeit auf eine Gegenrede verzich⸗ ten mußten.
Lesbia ſchien nicht viel davon zu hören— ihre Augen waren von einer Farbenſkizze gefeſſelt, die Victor eben aus einem verborgenen Fach hervorgezogen hatte, es waren ſymboliſche Frauengeſtalten— eine ſchöne ſchwarzgelockte Italienerin, die halb am Boden liegend an einer ſchweren eiſernen Kette niedergehalten ward, die eine blonde blau⸗ äugige Germania in den Händen hielt— aber auch dieſe ſelbſt war gefeſſelt und ſie ſchaute mit einem hülfeſuchenden Blick für ſich und jene, deren Augen Haß und Verzweif⸗ lung ſprühten, zum Himmel— im Hintergrunde ſah man St. Marcus und die Lagunen von Venedig.
„Das iſt meine Mutter!“ ſagte Victor doppelſinnig auf die Venetia deutend, die wirklich auch die Züge ſeiner Mutter trug.
„Sie hätten zur Linken der Germania auch eine ge⸗ feſſelte Hellas malen können— ein Portrait meiner armen
661 Mutter!“ rief Lesbia in heftiger Erregung bei dieſem un⸗ erwarteten Anblick.
„Das iſt ein hochverrätheriſches Bild!“ ſagte die Doctorin erzürnt,„es iſt ſchrecklich, zu wie viel Ungeheuer⸗ lichkeiten der Pinſel eines Malers fähig iſt!“ Sie dachte an die Katze und verrieth das ſogar, indem ſie hinzufügte: „Nun bringen auch Sie uns noch in Gefahr verdächtig zu werden, weil man in unſerm Hauſe ſolche Bilder malt und verſteckt— ich wünſchte, Sie ſchafften das fort.“
„Wenn es fertig iſt, vielleicht— zur Kunſtausſtel⸗ lung!“ lächelte Victor.
Lesbia ſprach von den Schmerzen der Patriotin, Herr⸗ ſcher aus einer andern Nation zu haben, wo man eigentlich gar keiner bedürfe— für Victor's Ohren ſprach ſie Muſik — die Doctorin war nicht im Stande länger zuzuhören und drängte zum Fortgehen, die Autorität ihres Mannes geltend machend: Lesbia habe nicht länger als eine Stunde die freie Luft im Garten genießen ſollen, und er werde ſie, die Doctorin, eine pflichtvergeſſene Krankenwärterin ſchel⸗ ten, wenn er ſie noch nicht wieder in dem Zimmer finde. — Victor ſah Lesbia lächelnd an, als wollte er ſprechen: und geſtern ſchon ſchadete Dir die kühle Nachtluft nicht, die in Dein Gemach ſtrömte, wo Du laͤnge nicht die Hälfte der Hüllen um Dich hatteſt, mit denen Dich die vorſichtige Doctorin ſelbſt gegen die ſonnige Atmoſphäre verwahrt! Aber er mußte die Damen gehen laſſen, bis an's Haus durfte er ſie begleiten, dann verabſchiedete ihn die Docto⸗ rin— was hätte er darum gegeben, wenn ſie zu ihm ge⸗ ſagt hätte, wie ſonſt ſo oft:„Eſſen Sie heute zu Nacht mit uns!“ ſie that es nicht, er war und blieb in Ungnade gefallen.
Er mußte am Abend ausgehen und wollte auch hören, was über den alten Mauratos verlautete. Im Hotel, in dem er gewohnt, erfuhr er, daß man ihn einſtweilen der Privatanſtalt eines Irrenarztes übergeben, da er noch fort⸗ geraſt und bedenkliche Drohungen bald gegen ſeine Tochter,
unreinſte Abtheilung des Wohlfahrtsausſchuſſes Tallien, Fréron, der Metzger Legendre, die beiden Bourdon, die wildeſten Männer des Bergs. Weſſen klagt man mich an? War ich es, der Frank⸗ reich mit Schaffoten bedeckte, der in Nantes die Gefangnen er⸗ ſäufen, in Toulon ſie mit Kartätſchen niederſchießen ließ und der Gefängnißverſchwörungen organiſirte, um die Verhafteten in Maſſe umzubringen? Nein. Tallien klagt mich an, aus dem Convent alle unreinen Männer haben vertreiben zu wollen; Collot d'Herbois klagt mich an, Marat und Chälier nicht zu lieben; der alte Vadier klagt mich an, mich über die Arbeiten des allgemeinen Sicherheitsausſchuſſes luſtig gemacht und ſeinen Bericht über die Verſchwörung der Catherine Théos ein lächerliches Poſſenſpiel genannt zu haben...“
Das Eigenthümlichſte dabei war, daß dieſer Greis, der ſich anklagte, Blut zu vergießen, trotz ſeines Wohlſtandes ſehr ſpar⸗ ſam lebte und eine große Zahl Dürftiger unterſtützte, ohne zu wollen, daß man jemals gegen ihn etwas von ſeinen Wohlthaten erwähnte. Man ließ ſich ſeine ſixe Idee, die keinen beunruhigenden Charakter hatte, gefallen; aber ſeit einiger Zeit erſchien er viel aufgeregter; er ſagte, die Umtriebe ſeiner Feinde würden gelingen; er werde außerhalb des Geſetzes erklärt werden; der Monat des Thermidor— er umfaßte im republikaniſchen Kalender die Tage vom 20. Juli bis 18. Auguſt— werde unheilvoll für ihn ſein, und fuguuſf den Sturm, der ſich gegen ihn erhebe, zu beſchwören
uchen.
In den erſten Tagen des Juli kam ein junger Mann ſeiner Familie, der von dieſer Monomanie nichts wußte, nach Paris, um ihm einen Beſuch zu machen, und durch einen unglücklichen Zufall traf er im Hauſe Niemanden, der ihn anmelden konnte, und
ſo trat er ganz unerwartet in das Zimmer deſſelben ein. Der junge Mann iſt Soldat und war mit ſeiner Uniform bekleidet. Herr B.. war eben in einem ſehr aufgeregten Geiſteszuſtande. Bei dem Anblicke des Soldaten, der auf ihn losſchritt, rief er: „Das iſt der Gendarm Métra! Hinter ihm iſt der feige Léonard Bourdon! Mir zu Hülfe, meine Freunde!“ Und nach dem offen ſtehenden Fenſter laufend, ſprang er auf das Fenſtergeſims, um ein kleines Dach zu erreichen, das ſich darunter befand; aber er
verlor das Gleichgewicht, ſtürzte mit dem Kopfe voran auf das (C
Pflaſter und war auf der Stelle todt.
Zur Länder⸗ und Völkerkunde. Die Inſel Madagaskar.
Neuerdings begegnet man wiederholt in franzöſiſchen Blät⸗ tern dem Namen der Inſel Madagaskar, als ſei dieſe„Perle des indiſchen Oceans“,— die zweitgrößte Inſel der Erde,— eine Dependenz von Frankreich.
Vielleicht hören wir nächſtens von einer„Madagaskar⸗Frage“, welche die franzöſiſchen Staatsmänner beſchäftige.
Kommt es einmal zu Erörterungen der beiderſeitigen An⸗ ſprüche auf die Inſel zwiſchen den beiden Großmächten England und Frankreich, ſo wird neben vielen andern ein neuer Grund hervor⸗ brechen, die„entente cordiale“ zu unterbrechen.
Von dem Feſtlande Afrikas trennt Madagaskar der 40 Mei⸗ len breite Canal von Mozambique. Zwiſchen dem 12 und 25 Grad ſüdlicher Breite gelegen, hat die Inſel eine Länge von 180 bis 200 und eine Breite von 50— 60 Meilen, daher einen


