Jahrgang 
27-52 (1862)
Seite
652
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der vor ſo heftigem Anpralle auseinanderwich, aber nur für den erſten Augenblick, um ſich dann für den nächſten noch dichter um ſie zu ſchließen.

Sie kämpften wie Raſende, aber trotz der wüthendſten Gegenwehr wurde ihre Lage mit jeder Minute verzweifelter.

Ein furchtbarer Hieb, auf Teck's Helm niederſchmet⸗ ternd, beraubte dieſen faſt der Beſinnung, und dadurch un⸗ fähig gemacht, ſich mit der alten Gewandtheit zu verthei⸗

Uovellen-Zeitung.

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digen, drohte ein neuer Schlag ihm gänzliches Verderben. 7 1 5

Ziſchend durchſchuitt das Schwert ſeines Gegners bereits

hann vertheidigte ſich noch.

[VIII. J

Wie geſagt, drangen dieſe überall ſiegend vor. Der linke Flügel der Baiern war gänzlich geworfen, nur Jo⸗ Ihrem Centrum drohte ein ähnliches Schickſal, und einzig die rechte Seite hielt ſich noch einigermaßen.

Friedrich, der Held des Tages bis dahin, drang weiter und weiter vor. Die Aufregung des Kampfes und das Gefühl des Sieges berauſchte ihn. Er wollte ſeinen Vortheil verfolgen.Vorwärts, vorwärts! tönte es von ſeinen Lippen, und Alle folgten ihm in gleicher Be⸗

die Luft, als plötzlich die Erde unter der Wucht heranſtür⸗ geiſterung.

mender Hufe erdröhute.

Aber immer noch ſchwebte hoch über den Feinden das

Heilige Jungfrau, hierher Baiern, mir nach! rief deutſche Reichspanier, es galt dieſes zu gewinnen, dahin

eine jugendliche Stimme, und Heinrich von Kronsdorfer durchbrach den Haufen. Vom gewichtigen Streiche ſeines Schwertes getroffen, ſank der rieſige Heide zu Boden, der noch eben Teck's Leben bedrohte, ſo daß der dieſem geltende Hieb nur noch gedämpft deſſen Haupt berührte. Dennoch hätten die Wenigen der Uebermacht erliegen müſſen.

Da mit einem Male geſchah etwas Seltſames. Ein Laut durchdrang die Lüfte grauſig und markerſchütternd. Es war ein Ruf der Verzweiflung, ein einziger Schrei des Entſetzens, und doch ſchienen Tauſende von Stimmen dieſen einzigen Schrei zum Himmel empor zu ſchleudern.

Selbſt die Feinde Heinrich's von Kronsdorfer, ſelbſt die rauhen wilden Krieger erſtarrten vor dieſem Schrei. Wie gebannt richteten ſie ihre Augen auf einen Punkt, ſtarr und unbeweglich, dann entfuhr ein Ruf des Schreckens ebenfalls ihren Lippen, und den Pferden die Sporen ge⸗ bend flogen ſie davon, zurück zu ihren Landsleuten wie auf Windesflügeln. Der heldeumüthige Schildknappe war vergeſſen, er war gerettet.

Was konnte nur eine ſo außerordentliche Wirkung her⸗ vorbringen?

Wenden wir unſere Blicke, um es zu erfahren, eine kurze Zeit zurück und zu den Oeſterreichern.

lenkte er alſo den Kampf.

Es war ihm geluugen, die Baiern von einer kleinen Anhöhe zu treiben, und hier für eine kurze Weile Halt machend, wollte er die Seinen ſammeln, um einen letzten heftigen Angriff auf die Feinde zu unternehmen, da wo ſie ſich dicht um ihr Banner ſchaarten.

Sich zum erſten Male eine kurze Ruhe gönnend, öff nete er das Viſir, und ſchaute leuchtenden Blickes um ſich her. Neben ihm hielt Otto von Wallſee, der tapfer kämpfend ſich ſtets an ſeiner Seite gehalten.

Noch bleibt uns eine heiße Arbeit, aber mit Gottes Hülfe winkt uns auch dann der Sieg, ſagle der Kaiſer ſich zu ihm wendend.

Der Sieg! Welcher Wohllaut, welcher Inbegriff alles Entzückens liegt in dieſem Worte, ausgeſprochen von dem Sieger, inmitten der tobenden Schlacht! Und Friedrich empfand dieſes Entzücken, das ſeine Wangen friſcher färbte, das mit ſtolzem Hochgefühle ſeine Bruſt erfüllte und in der Gewalt des Augenblicks jeden andern Gedanken in dieſem einen begrub. Wie aber ſeine Blicke rings die Ebene überflogen, hafteten ſie an einem Punkte des großen düſtern Waldes, der ſich in der Entfernung einer halben

Stunde am Flüßchen Ihen hinzog. Ein ſtrahlendes Lä⸗

eine Art bloß geiſtiger Ehe, wornach eine Frau einem Manne angeſiegelt wird und dadurch in der Ewigkeit ſeine Frau wird, ohne es je auf Erden geweſen zu ſein. 6.

Aus der Natur. Der Blitz.

Kürzlich lenkte in der franzöſiſchen Akademie Herr Perrot

die Aufmerkſamkeit derſelben auf die vielen Unglücksfälle, welche der Blitzſtrahl, trotz der wohlthätigen Erfindung des Blitzablei⸗ ters durch Benjamin Franklin, noch fortwährend in Frankreich anrichtet. Selbſt Gebäude, die mit Blitzableitern verſehen ſind, werden öfters vom Blitz heimgeſucht, was jedenfalls ſeinen Grund darin hat, daß der Blitzableiter entweder nicht richtig angelegt, oder an einer Stelle beſchädigt iſt; aber die Mehrzahl der vom Blitz getödteten Perſonen fand ihren Tod doch nur in Folge deſſen, daß ſie ſich zur Zeit eines Gewitters unter hohe Bäume ſtellte, um ſich gegen den Regen zu ſchützen, oder weil ſie andere in Deutſchland allgemein bekannte Vorſichtsmaßregeln, die man bei einem Gewitter zu beobachten hat, vernachläſſigte. So wer⸗ den noch jetzt im ſüdlichen Frankreich Leute beim Läuten der Glo⸗ cken erſchlagen, das man dort noch immer als ein Ableitungs⸗ mittel des Gewitters betrachtet, während es bei uns längſt bekannt iſt, daß gerade das Gegentheil dadurch bewirkt wird.

Herr Perrot hat ſich die Mühe nicht verdrießen laſſen, in dem Archiv des Juſtizminiſteriums Nachforſchungen anzuſtellen, und hat dabei gefunden, daß von 1835 bis 1852, demnach in ſiebenzehn

Jahren, in Frankreich 1308, ſage eintauſend dreihundert und acht Perſonen durch den Blitz ihr Leben verloren haben, demnach durch⸗ ſchnittlich jedes Jahr 73. Im Jahre 1835 belief ſich die Zahl derſelben auf 111, im Jahre 1847 auf 108. Der Blitz rafft die meiſten Opfer in den Departements weg, die am höchſten über dem Meeresſpiegel liegen, oder die am gebirgigſten ſind. In dem Zeitraum von 1835 bis 1852 wurden in dem Departement du Cantal 20 Perſonen vom Blitz getödtet, in Aveyron 34, in Cor⸗ ſica 27, in Saone et Loire 38, Haute Loire 44, Puy de Dome 48. Dagegen belief ſich die Zahl derſelben in den Departements Eure, Eure et Loire und Calvados nur auf 2 bis 3. 4

Es iſt der Fall vorgekommen, daß ein und derſelbe Blitzſtrahl 9 Perſonen getödtet hat. Der Blitzſtrahl, welcher in die Kirche Chateauneuf les Mouſtiers, in dem Departement der Niederalpen, einſchlug, tödtete 9 Perſonen und verwundete deren noch 82A.

Fügt man zu der obigen Zahl von 1308 Getödteten diejeni⸗ gen Perſonen hinzu, deren Tod in Folge deſſen, daß ſie vom Blitz getroffen waren, erſt einige Zeit ſpäter erfolgte, und die durch den Blitz verwundet worden ſind, ſo würde ſich leicht wenigſtens eine dreimal ſo ſtarke Zahl herausſtellen.

Es handelt ſich demnach um keinen eingebildeten, ſondern um einen wirklichen Feind, und es iſt erfreulich, daß die Akademie der Wiſſenſchaften in Paris denſelben ins Auge faßt und auf Mittel denkt, ihn für die Bewohner Frankreichs weniger gefährlich zu machen. C.

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