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Uovellen-Zeitung.
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auf einem ſchlanken, feurigen und kohlſchwarzen Streitroſſe, welches, ſtolz den Kopf gehoben, den edlen Nacken zurückge⸗ bogen, ſich ſeiner hohen Würde bewußt ſchien und unge⸗ duldig bei der geringſten Zögerung mit den feingebauten Füßen ſcharrte. Eine ganz goldene funkelnde Rüſtung bedeckte Friedrich's herrliche Geſtalt, und auf ſeinem Helm blitzte der goldene Reichsadler. Wohl mit Recht konnte ihn die Geſchichte den Schönen nennen, denn keiner von den edlen und ſtattlichen Rittern um ihn her war ihm zu vergleichen, wenn er an den Reihen vorüberſprengte, mit ſpielender Leichtigkeit den feurigen Hengſt lenkend, die Augen von Muth und Kampfluſt ſtrahlend, mit einer Stimme voll Kraft und Wohllaut die Seinigen anfeuernd, deren Jubelruf ihn laut begrüßte.— Vor ihm faatterte ſtolz im Morgenwinde das Reichspanier.
Die Heeresabtheilung zur Rechten, vor der die öſter⸗ reichiſche Fahne wehte, führte der Marſchall von Pillichsdorf, an deſſen Seite der Herzog Heinrich fechten ſollte; die Ab— theilung zur Linken befehligten die Brüder von Wallſee, während der vierte die Nachhut bildende Haufe ſich unter dem Paniere des Erzbiſchofs von Salzburg ſammelte.
Saifried Schweppermann, der äußerlich ſo unanſehn⸗ liche, aber berühmte Nürnberger Feldherr, hatte ſchon in früher Stunde ſeine Vorrichtungen getroffen und die baie⸗ riſche Schlachtlinie geordnet. Manches Hohnlächeln durch⸗ lief die Reihen der ſtolzen Ritter und Krieger, als ſie in dem kleinen Manne auf hohem Roſſe und mit mächtigem Helmbuſche ihren Führer erkennen mußten, ja das Hohn⸗ lächeln verwandelte ſich hinter ſeinem Rücken in lautes Lachen, aber dieſes Lachen verſtummte bald vor dem Blitze aus den kleinen grauen Augen, vor der Gewandtheit und Sicherheit ſeiner Anordnungen, vor der Donnerſtimme, die von den Lippeu des kleinen Mannes tönte.
Auf den linken Flügel des Heeres ſtellte er die Böh⸗ men unter ihrem Könige Johann und den jugendlichen Herzog Heinrich von Niederbaiern mit ſeinen Reitern.
[VIII. Jahrg.
Das Centrum bildete der Kern der oberbaieriſchen Ritter unter Albert von Rindsmaul. Vor ihnen wehte das Reichspanier, vom Grafen von Schlüſſelburg getragen. Den rechten Flügel bildeten zum großen Theil die Hülfs⸗ truppen Ludwig's unter dem Grafen von Montfort und Hohenlohe, und hier wehten in langen Reihen die Stan⸗ darten der Zünfte und Bürgerſchaften aus den befreunde⸗ ten Städten, die zu Ludwig's Hülfe herbeigeeilt waren.
Und Ludwig ſelbſt? Geräuſchlos trug ihn ſein Roß durch die Reihen ſeiner Krieger. Kein Abzeichen ſeiner hohen Würde machte ihn dem uneingeweihten Auge kennt⸗ lich, ſelbſt der gleich ſeinem Harniſch blaue Helm war ohne Zierrath und endigte nach oben in einen einfachen ſpitzen Dorn. Ueber der Rüſtung trug er einen ſchlichten blauen Wappenrock, mit weißen Kreuzen beſetzt, wie es die Sitte der wallfahrenden Ritter war, ſo daß er alſo auch einem ſolchen glich. Zwei mit ähnlicher Einfachheit ge⸗ wappnete Reiter hielten ſich unmittelbar ihm zur Seite. Es waren der Herzog von Teck und Heinrich von Krons⸗ dorfer. Der Erſtere, ſeit der unglücklichen Flucht von Mühldorf noch fortwährend ſeines Kaiſers faſt unzertrenn⸗ licher Begleiter, hatte jeden höhern Poſten im Heere zu⸗ rückgewieſen und gelobt nicht von Ludwig's Seite zu weichen, deſſen theures Leben bis auf's Aeußerſte ſchützen zu wollen; den treuen Schildknappen beſeelte der nämliche Wunſch und Wille.
Ein Haufen Bogenſchützen, der die Spitze des rechten öſterreichiſchen Flügels bildete, ſandte die erſten Pfeile zu den ihnen entgegenziehenden Böhmen herüber, aber König Johann blieb ihnen die Antwort nicht lange ſchuldig. Mit brennender Ungeduld hatte er den günſtigen Zeitpunkt zum Angriff erwartet. Er war unleugbar ein ſtattlicher Ritter, weit ſtattlicher jetzt in ſeiner koſtbaren, funkelnden mit Gold ausgelegten Rüſtung, da er auf kühnem Renner da⸗ hinflog, als in dem ſtutzerhaften Aufzug, in dem er ſich ſonſt gefiel.
hat, nicht mehr fand. Man will Verſuche machen, auch andere wilde Weinſorten aus Texas nach Algerien und dem ſüdlichen Frankreich zu verpflanzen, und man ſieht dem Gelingen dieſes Ver⸗ ſuchs mit um ſo größerer Sicherheit entgegen, weil das Klima in Texas, Algerien und dem ſüdlichen Frankreich ſich ziemlich gleich iſt. Somit ſteht alſo für Europa eine Vermehrung der Weinſorten von Amerika aus in Ausſicht. C.
Zur Länder⸗ und Völkerkunde.
Die Mormonen.
Was die Mormonen in ſocialer Beziehung von allen civili⸗ ſirten Nationen unterſcheidet, iſt die auf das alte Teſtament und auf das Beiſpiel der Patriarchen geſtützte Einführung der Poly⸗ gamie. Nach dem Cenſus von 1858 betrug die Zahl der Männer, die mehr als eine Frau hatten, in Utah 3617, und zwar ſtellt ſich das Verhältniß folgendermaßen:
Es gab
Männer mit ſieben Frauen und mehr 387 Männer mit fünf Frauen. 730
Männer mit vier Frauen.... 1100 Männer mit mebr als einer und we⸗ niger als vier Frauen.... 1400
Nicht angegeben findet ſich, wie viele Männer nur eine Frau haben, oder wie viele unverheirathet. Auch hier ergibt ſich wie im Orient die natürliche Folge, daß weit mehr Mädchen als Knaben geboren werden; und wenn jetzt auch noch zur Vertheidigung an⸗
geführt werden mag, daß die Polygamie aus ökonomiſchen Rück⸗ ſichten geboten oder gar zu empfehlen ſei, da es weit billiger eine Frau zu ernähren, als Dienſtboten, die ſelten und theuer ſind, zu halten, ſo werden ſolche Umſtände keineswegs von langer Dauer ſein. 4 Die Eben werden im Tempel von dem Propheten eingeſeg⸗ net, doch kann dies auch durch einen Apoſtel oder Aelteſten ge⸗ ſchehen. Nach erfolgter Zuſtimmung beider Parteien werden ſie im Namen Jeſu Chriſti für Mann und Frau erklärt, ein Gebet wird geſprochen, und Abends folgt dann gewöhnlich ein kleines Feſt. Die erſte Frau iſt die Frau, und nimmt den Namen und Titel des Mannes an; die übrigen heißen gewöhnlich Schweſtern. Scheidung iſt ſelten, doch können Frauen ſie wegen ſchlechter Be⸗ handlung, Vernachläſſigung oder in Folge böswilligen Verlaſſens erhalten. Die Witwen des Propheten heirathet deſſen Nachfolger, wie David die Frauen Sauls übernahm. 1. Daß Polygamie anfangs durchaus nicht im Sinne des Stif⸗ ters der neuen Religion gelegen, beweiſen die Worte, welche ſich in der heiligen Schrift der Mormonen(vom Jahre 1842 oder 1843) mit Bezug auf die Ehe finden:„Inſofern dieſe Kirche Chriſti des Verbrechens der Polygamie beſchuldigt worden, er⸗ klären wir, daß wir glauben, ein Mann ſolle nur eine Frau und eine Frau nur einen Mann haben, ausgenommen, wenn der eine Theil ſtirbt, wo die Ueberlebenden wieder heirathen dürfen.“ Erſt 1843 erhielt dann Joſeph Smith eine beſondere Offenbarung, die unter Anderm dieſe Worte enthielt:„Wenn ein Mann zehn Jungfrauen heirathet, die ihm durch das Geſetz gegeben werden, ſo kann er nicht Ehebruch begehen, denn ſie gehoͤren ihm an; deß⸗ halb iſt er gerechtfertigt. Laß meine Tochter Emma(des Prophe⸗
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