onte an doch mi reiſe w ůe etwan en konnte ſchließen, „die ſich doch noch man es Ute, den ſchon zu erfuhr, irgemäß hatte: en auf— n oder Augen⸗
Hauſes, ſchreiten enprallte
Nr. 41.]
om Him⸗ als ſle
oder ihr doch nicht mehr ausweichen konnte. Immer aber
erwiderte ſie ſeinen Gruß ſo freundlich— ſo freundlich wie eine Katze, deren weichem Schmiegen und Schnur⸗ ren ein blitzender Blick aus grünlich glänzenden Augen folgte.
Als er dann auch eines Tages kam, hielt ein Zwei⸗ ſpänner vor der Hausthür, und wieder trat die Doctorin aus derſelben, begleitet von einer tiefverſchleierten jungen Dame, au deren Wuchs und Haltung Roderich die junge Griechin erkannte— Koffer und Kiſtchen wurden nachge— tragen— das damit beſchäftigte Dienſtmädchen empfing noch allerlei Befehle— Alles gemahnte wie eine Abreiſe auf längere Zeit.—
Mit dieſer Bemerkung ward Victor von Roderich be⸗
grüßt— Victor ſtampfte aufgebracht mit dem Fuße,
wollte hinauseilen, dem Wagen nachſtürzen, blieb aber ſtehen wie feſtgebannt von Roderich's Worten:„Keine Uebereilung! keine Blamage! keine Handlung, die Dich in den Augen Deiner Angebeteten verdächtig machen könnte, gleich ihrem Vater— für das Irreuhaus reif zu ſein. Sie müßte ja denken, daß ſie aus der Scylla in die Charybdis gekommen!“
„Das iſt ja eben das Schreckliche, daß es ſchon ſo iſt!“ kuirſchte Victor.„Sie iſt aus der Scylla in die Charyb⸗ dis gekommen! Seit ſie der Vater nicht mehr tyranniſirt,
tyranniſirt ſie die Doctorin— und Alles das wäre nicht geſchehen, wenn Du ſie nicht als Katze conterfeit hätteſt, — ich ſtand ſo gut mit ihr, Alles wäre gegangen, das Geſchick hatte ja Lesbia förmlich in meine Arme ge⸗ führt!“
„Das iſt ſo recht die Art aller Brauſeköpfe, einen Uebelſtand, den ſie ſich ſelbſt bereitet haben, Anderen danken zu wollen! War ich der Thäter, ſo warſt Du allein der Verräther. Aber darüber iſt gan nicht zu ſtreiten, und ich laſſe Dir um Deiner Leidenſchaft willen, die auch die ver— nünftigſten Menſchen unzurechnungsfähig macht, Alles hin⸗
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gehen,— wenn Du nur kein Verräther an der Freund⸗ ſchaft wirſt, ſondern einmal Alles beichteſt, was in dieſen Tagen geſchehen oder nicht geſchehen— ob Du bei Lesbia nur den Ritter Toggenburg geſpielt haſt— oder—“
„Oder“— unterbrach ihn Victor, indem er die Haud des Freundes ergriff und ihn vor ſeine Staffelei führte— „oder den Räuber.“
Da auf der Leinwand zeigte ein großes Oelgemälde eine weibliche Figur in antikem griechiſchem Gewande an eine halbverwitterte Säule gelehnt, einen Blumenkranz in der Hand. Mit ſehnſüchtigen Blicken waren ihre Augen auf das Meer gerichtet, über deſſen grünliche Wogen weiße Möven flogen. Die ganze Landſchaft trug den baum⸗ loſen, eigenthümlichen Charakter Griechenlands, ein ſüd⸗ licher Himmel wölbte ſich über das Ganze und verlieh demſelben ſein eigenthümliches Colorit.
Das Gemälde war nur eben erſt angelegt und unter⸗ malt, fertig allein war der weibliche Kopf und Hals, eine claſſiſche Schönheit, hei deren Anblick Roderich ſogleich rief:„Es iſt Lesbia!“ aber auch nach einigen Minuten ſchweigſamer Betrachtung hinzufügte:„freilich ſehr ge⸗ ſchmeichelt— freilich zu einer idealen, vollendeten Schön⸗ heit verklärt, wie ſie zum Unglück oder Glück der Sterb— lichen gar nicht exiſtirt, wenigſtens nicht für die geſunden Augen der Realiſten— man ſieht es, daß Du nur aus der Phantaſie gemalt, daß Dir die Schöne nicht zum Mo⸗ dell geſeſſen— daß Dich ein Phantom beherrſcht, Dir ſelbſt und uns untreu macht, Dich den ſichern Boden des Realismus verlaſſen hieß, um Dich in den Nebelregionen eines ſchon ſiegreich bekämpften Idealismus weben und ſchweben zu laſſen!“
Victor ſtarrte Roderich ſtaunend an— dann wandte er ſich mit bitterm Lächeln abſeits und ſagte:„Das iſt Cameradſchaft! iſt Freundestheilnahme!— wozu kamſt Du denn, wenn es dabei einmal mit Dir vorbei iſt?“
zu dienen. Als ein ſolcher hat ſich der Trauring ſeit der Grün⸗ dung des Chriſtenthums für Millionen bewährt, und wir wün⸗ ſchen allen unſern Leſern und Leſerinnen, daß ſie in ihrem eignen
Leben die Erfahrung davon machen mögen.
Aus der Gegenwart.
Der Weinbau in den Vereinigten Staaten Nordamerika's. Der Profeſſor Jackſon in Boſton hat die glückliche Idee ge⸗
habt, eine Reihe chemiſcher Unterſuchungen zu dem Zwecke anzu⸗ ſtellen, die Menge des Zuckerſtoffs zu beſtimmen, der ſich in dem Saft der vorzüglichſten amerikaniſchen cultivirten oder wilden Trauben findet. Gleichzeitig wollte er ſich von einer Thatſache überzeugen, die abgeleugnet worden war, nämlich ob die amerika⸗ niſchen Trauben eben ſo gut wie die europäiſchen Weinſteinſäure enthielten. Seine intereſſanten Verſuche ſind in den Berichten des Patent Office mitgetheilt, denen zwei Tabellen beigegeben ſind, von denen die eine die Menge des Zuckerſtoffs, die andere die der Weinſteinſäure jeder Traubenſorte angibt.
Elias Durand berichtet in dem Bülletin der Pariſer Accli⸗ matiſations⸗Geſellſchaft, Trauben, deren Saft weniger als 15% Zuckerſtoff enthalte, gäben nicht genug Alcohol, um den Wein zu verhindern, in die eſſigſaure Gährung überzugehen, und man müſſe deßhalb ihm eine gewiſſe Quantität von Zucker hinzufügen, um dem Weine das, was ihm fehle, zu geben. Unter den zwanzig Arten von Trauben, mit denen der Profeſſor Jackſon ſeine Ver⸗ ſuche angeſtellt hat, gibt es ſieben, welche die erforderliche Menge
von Zuckerſtoff in ſich enthalten; ſieben andere kommen dem Ver⸗ hältniß ziemlich nahe, und nur ſechs wild wachſende Sorten ent⸗ halten deſſen zu wenig und erfordern einen Zuſatz von Zucker und Alcohol. Es verdient dabei erwähnt zu werden, daß die ſämmt⸗ lichen Trauben, mit denen Profeſſor Jackſon ſeine Unterſuchungen anſtellte, in Neuengland— alſo in den Staaten Maſſachuſetts, Maine, Newhampſhire, Rhode Island, Connectitut und Vermont — erbaut und folglich an Zuckerſtoff weniger reich waren„als es in einem ſüdlichern Klima der Fall geweſen ſein würde. Es läßt ſich mit voller Gewißheit annehmen, daß dieſelben Traubenſorten reicher an Zuckerſtoff geweſen ſein würden, wären ſie unter der brennenden Sonne der Südſtaaten gereift. Eben ſo unterliegt es kaum einem Zweifel, daß einige wilde Traubenſorten, beſonders in Texas und andern ſüdweſtlichen Gegenden, welche von Reiſen⸗ den als eben ſo ſüß und gewürzreich wie irgend eine europäiſche Traube gerühmt werden, Zuckerſtoff genug in ſich enthalten, um daraus Weine zu gewinnen, die ſich ohne Zuſatz von Zucker und Alcohol recht gut halten. In den Neuenglandſtaaten betrachtet man die Sorten Iſa⸗ bella, Clinton, Hartford prolific und Dragut als die beſten für Rothweine und die Catawba, Bartlett und Delaware für weiße Weine. In den Südſtaaten— Nord⸗ und Süd⸗Carolina, Ge⸗ orgien, Alabama, Tenneſſee— gedeihen dieſelben Traubenſorten ſehr gut und geben weit mehr und beſſere Trauben. Außerdem findet ſich in den Südſtaaten noch der Scuppernong, ein Wein⸗ ſtock, der ſelbſt im wilden Stande eine ſüße, gewürzreiche Traube liefert, deren Saft indeſſen nicht genug Zuckerſtoff enthält, um einen haltbaren Wein daraus bereiten zu können. 2 9 Seit mehreren Jahren haben die Pflanzer in den ſüdlichen


